Schon wieder Geschichten aus Auerbach
🐓 Der Hahn im Rathaus
Neulich kam der alte Bürgermeister ganz aufgeregt zum Dorfplatz gelaufen. Dort stand nämlich plötzlich der Hahn vom Nachbarhof auf der Rathaustreppe. Helga wunderte sich, warum der Vogel so stolz herumkrähte, als gehöre ihm das ganze Gebäude. Erst wollte ihn jemand vertreiben, aber keiner traute sich recht ran. Ernst schlug vor, man solle einfach Körner streuen und abwarten. Bis dahin hatte sich schon eine halbe Menschentraube gebildet. Bei jedem lauten „Kikeriki“ lachten die Kinder lauthals. Hubert meinte sogar, der Hahn wolle vielleicht Bürgermeister werden. Elise kicherte: „So schlecht wär das auch nicht, der kräht wenigstens immer pünktlich!“ Heinrich aber wollte den Vogel einfangen und stolperte dabei über seine eigenen Füße. Chaos brach aus, als er dabei in den Springbrunnen plumpste. Bald musste die Feuerwehr anrücken, allerdings nicht wegen des Hahns, sondern um Heinrich wieder herauszuziehen. Gut gelaunt und fröhlich klatschte das ganze Dorf Beifall, als endlich Ruhe einkehrte. Jetzt erzählt man sich in Auerbach, der Hahn habe nur die Sitzung eröffnen wollen. Jedenfalls steht er seither jeden Morgen um Punkt sieben auf dem Rathausdach und kräht sein „Kikeriki“.
Das Bierfass am Dorfbrunnen
In Auerbach gab es einmal eine Dorfkerwe, bei der der Bürgermeister besonders großzügig sein wollte. Er kündigte schon Tage vorher an: „Dieses Jahr gibt’s Freibier für alle! Und zwar direkt am Dorfbrunnen – frisch gezapft!“ Natürlich sprach sich das herum wie ein Lauffeuer. Die Auerbacher stellten sich schon am frühen Morgen mit Krügen, Eimern und sogar alten Milchkannen an. Als das große Fass angeliefert wurde, schauten alle gespannt zu, wie es neben dem Brunnen aufgestellt wurde. Der Karl, der schon beim kleinsten Schoppen immer leicht schwankte, konnte es nicht abwarten. Er rief: „Macht uff, ich probier des erst mol, bevor ihr des ganze Dorf vergiftet!“ Und zack – hatte er sich als „Vorkoster“ selbst ernannt. Doch beim Anstich ging es wie immer in Auerbach gründlich schief: Der Zapfhahn flog mit einem Plopp durch die Luft, und ein halber Meter hoher Bierstrahl schoss heraus – direkt in den Brunnen hinein!
Die Leute johlten, und einer rief: „Jetzt hamm’r endlich a Bierquelle im Dorf!“ Die Kinder füllten ihre Flaschen, die Alten hielten die Kaffeekannen drunter, und die Feuerwehr meldete sich freiwillig, den „Löschwagen“ probeweise mit Pils zu füllen. Der Bürgermeister war den Tränen nahe, aber das Gelächter war so groß, dass am Ende niemand böse war. Seitdem erzählt man sich in Auerbach, dass man am Brunnen nicht nur Wasser, sondern mit Glück auch „ein Helles“ zapfen kann – wenn gerade Kerwe ist.
Die verschwundene Filmdose
In Auerbach wollten sich ein paar Cacher einen Spaß erlauben. Direkt am Dorfplatz, gleich neben der alten Linde, versteckten sie eine winzige Filmdose. Die Koordinaten passten, alles war fein – dachte man zumindest. Am nächsten Tag kamen die ersten Schatzsucher mit GPS-Geräten angerückt. Sie suchten im Gebüsch, unter der Bank, am Zaun. Nichts. Ein Einheimischer fragte neugierig: „Was mache ihr do? Such ihr Gold?“ „Nee, nur ’nen Geocache“, meinte einer, während er schon zum dritten Mal den gleichen Pflasterstein hochhob. Nach einer Stunde waren alle ratlos – bis der Karl aus dem Fenster grinste und rief: „Ihr braucht gar net so gucken, die Dose hab ich längst gefunden. Die lag einfach so rum! Hab gedacht, des is Müll, hab se in mei Schraubenkist’ getan.“ Gelächter brach aus, und einer meinte: „Karl, du bist schlimmer als jeder Muggel – du bist der erste Auerbacher Cache-Dieb!“ Seitdem sagen die Geocacher, wer in Auerbach sucht, müsse nicht nur die Koordinaten beachten, sondern auch aufpassen, ob der Karl wieder was „weggeräumt“ hat.
Und zur Sicherheit hängt am Brunnen jetzt ein Schild:
„Verlorene Filmdosen bitte nicht beim Karl abgeben!“
Du kannst deine Rätsel-Lösung mit
certitude überprüfen.