Gesteinsverwitterung "Alter Friedhof"

WICHTIG:
Für diesen EarthCache müssen zu keiner Zeit die Wege verlassen werden! Es müssen keine Hecken überstiegen, Rasenflächen oder gar Gräber betreten werden.
Bitte haltet euch dran.
Fragen:
1. Gehe zum Wegpunkt "Granitstele".

Es geht hier um den, auf dem Foto, blau markierten Bereich.
a)
Welche Art(en) von Verwitterung sind im blau markierten Bereich zu finden?
b)
Welche Verwitterungsstufe(n) sind deiner Meinung hier zu finden?
2. Gehe nun zum Wegpunkt
"Heinrich Möller".
a)
Welche Art(en) von Verwitterung sind an der Grabplatte zu finden?
b)
Welche Verwitterungsstufe(n) sind deiner Meinung hier zu finden?
Vergleiche hier die Inschrift und die Verzierungen auf der Platte.
3. Nun zum Wegpunkt "Ruhestätte Feddersen".
a)
Welche Art(en) von Verwitterung sind an der Grabplatte, direkt vor der Ruhestätte zu finden?
b)
Welche Verwitterungsstufe(n) sind deiner Meinung hier zu finden?
4. Geht nun zum letzten Wegpunkt "Gedenkstein Erhebung Schleswig-Holstein"
Wenn du die Inschrift auf dem Stein mit den Inschriften von Aufgabe 2 und 3 vergleichst, kannst du Unterschiede oder Ähnlichkeiten erkennen? Was denkst du, könnte es am unterschiedlichen Material liegen? Woran könnte es noch liegen?
Begründe deine Meinung.
5. Logfoto
Macht ein Foto von euch, eurem GPS Gerät oder einem persönlichen Gegenstand an den Koordinaten des EarthCache Icons. Auf dem Foto soll der Schriftzug "Alter Friedhof" vom ersten Bild im Listing mit zu sehen sein. Das Foto ist Teil der Logbedingung, Logs ohne Fotos werden gelöscht.
Einleitung
Bei diesem EarthCache geht es um Verwitterungstufen an den vor Ort befindlichen Grabplatten und Gedenksteinen.
Die hier befindlichen Steine und Platten bestehen entweder aus sogenannten Wesersandstein, Belgisch Granit oder aus Kalksandstein.
Zum Ort:
Als Alter Friedhof bezeichnet man den ältesten erhaltenen Friedhof der Stadt Flensburg, der gleichzeitig als einer der ältesten kommunalen Begräbnisplätze in ganz Nordeuropa gilt. Insgesamt fanden auf dem Alten Friedhof wohl um die 25.000 Beisetzungen statt, heute sind ca. 500 Grabstätten erhalten.
Grundlagen:
Verwendete Naturgesteine für Grabmale
Steinmetze unterscheiden bei Naturgesteine zwischen Weichgestein und Hartgestein. Jedes für sich besitzt Vor- und Nachteile. Grundsätzlich sollten die Gesteine witterungs- und frostbeständig sein.
Weichgestein oder auch Sedimentgestein: Dazu zählen z.B. Kalkstein, Marmor und Sandstein. Ein Nachteil dieser "Gesteinsart" ist, dass diese nicht so witterungsbeständig ist. Für den Steinmetz ist diese Art aber besser zu bearbeiten als die Hartgesteine.
Hartgestein: Hierzu zählen z.B. Granit und Diorit. Diese haben gegenüber den Weichgesteinen eine höhere Lebensdauer.
Gesteinsverwitterung
Bei einer Verwitterung handelt es sich um einen natürlichen Prozess. Dabei können unterschiedliche Einflüsse auf Gesteine einwirken. Es gibt dabei drei Hauptgruppen mit deren Untergruppen. Eine eindeutige Trennung der drei Einflüsse ist dabei nicht immer möglich. Hier findest du an den ausgestellten Gedenktafeln mehr oder weniger auftretenden Gesteinsverwitterungen.
1. Biogene Einflüsse mit deren Untergruppen: physikalisch-biotische Verwitterung (z.B. Wurzelsprengung) und chemisch-biotische Verwitterung (z.B. Kohlensäureverwitterung, Verwitterung durch Bildung anderer Säuren und Oxidationsverwitterung).
- Verwitterung durch Einfluß von Lebewesen und Pflanzen.
Wie könnte eine biogene Verwitterung starten?
Bei einer physikalisch-biotische Verwitterung wachsen kleinere Wurzeln in Gesteinsspalten. Danach wachsen diese Wurzeln und sorgen ähnlich bei einer Frostsprengung eine Sprengung von Gesteinen.
2. Physikalische Einflüsse mit deren Untergruppen: Frostverwitterung, Salzverwitterung, Hydrationsverwitterung, Rostverwitterung, Quelldruckverwitterung, Druckentlastungsverwitterung und thermische Verwitterung.
Wie könnte eine physikalische Verwitterung starten?
Als Beispiel nehme ich hier die Frostverwitterung in den Fokus. Bei dieser Art der Verwitterung spielt Wasser und Kälte eine große Rolle. Dabei tritt Wasser in kleine Gesteinsritzen oder -spalten ein. Ein dann eintretender Frost sorgt dafür, dass das gefrierende Wasser, aufgrund der wachsenden Eiskristalle ausdehnt. Dabei kommt es zu Spannungen, welche dazu führen kann, dass Gesteine auseinander "gerissen" werden.
3. Chemische Einflüsse mit deren Untergruppen: Lösungsverwitterung, Kohlensäureverwitterung, Schwefelsäureverwitterung und Hydrolyse.
Wie könnte eine chemische Verwitterung starten?
Wenn bei Regen das Wasser auf den Boden fällt, nimmt das Regenwasser aus der Luft Sauerstoff, Kohlensäure und weitere Bestandteile auf. Dieses "Gemisch" kommt dann mit den Gestein (hier Grabmale) in Berührung. Dieses Wasser und die Gesteine reagieren dann aufeinander. Es können dabei im Laufe der Zeit, auch die widerstandsfähigsten Mineralien, welche sich in Gesteinen befindenlösen und auch zerstören. Reines Wasser hingegen hat auf die meisten Mineralien keinerlei Einfluss.
Bei dieser Art der Verwitterung können sich Schriftzüge, welche in Steine eingearbeitet worden sind, ändern. Diese verwittern förmlich unter, vielleicht "sauren" Regen. Dabei werden die Schriftzüger mehr und mehr aufgeraut und damit über einen längeren Zeitraum immer schwerer zu lesen. Die gravierten Kanten werden zunächst immer mehr abgerundet. Der gesamte Buchstabe beginnt dabei immer mehr mit der Oberfläche des Grabmals zu verschmelzen. Es wird nebenbei auch die Oberfläche durch chemischen Einflüsse immer mehr abgetragen. Irgendwann ist die Schrift nicht mehr von der Oberfläche erkennbar. Um die Verwitterung einigermaßen einzuordnen ist die nachfolgende Tabelle durch die Wissenschaftler Rahn (1971) und Meierding (1993) erdacht. Sobald die Buchstaben nicht mehr erkennbar geworden sind und eins gegangen sind mit der Oberfläche des Steins, ist die Tabelle nicht mehr anwendbar.

Quellen:
Wikipedia - Alter Friedhof (Flensburg)
Wikipedia - Verwitterung
Fotos:
Eigene