Skip to content

Unter dem Friedhof EarthCache

Hidden : 9/20/2025
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Unter dem Friedhof

Fragen:

 Schaut euch den Aufschluss genau an. Sucht euch eine Verwitterungsart und macht ein Foto davon und sendet uns dieses mit den Antworten zu.

1. Nenne die von euch ausgesuchte Verwitterungsart.

2. Wie stellt sich die Verwitterung vor Ort dar?

3. Welche Folgen hat diese Verwitterung auf das Gestein (Absanden, Patina, dunkle Krusten, …)?

 

Einleitung

Die Stadt Quedlinburg kann nicht nur auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken, sondern liegt auch erdgeschichtlich gesehen zwischen verschiedenen Stadien der Erdgeschichte und ihr Untergrund, aber auch ihre Oberfläche wurde stark von der Geologie geprägt. Das lässt sich sehr gut an den vielen EarthCaches im Umkreis der Stadt festmachen. So liegt der Stadtkern auf dem Quedlinburger Sattel, einer geologische Antiklinal-Struktur. Der aus wenig verwitterungsbeständigen Gesteinen bestehende Sattelkern ist im Laufe der Erdgeschichte erodiert worden und bildet heute eine morphologische Senke, in der heute die Altstadt von Quedlinburg gelegen ist. Die widerstandsfähigeren Sandsteine bilden die Sattelflanken. Diese wollen wir uns näher betrachten. Möglich ist dies, da der Friedhof von Quedlinburg nicht nur geteilt ist, sondern eine tiefe Schneise in das Gestein getrieben wurde, damit hier die Wipertistraße langführen kann.

Schneise durch den Friedhof

Der Aufschluss unter dem Friedhof

Hier in der Wipertistraße befinden wir uns unter den beiden Friedhöfen der Stadt. Der Straßenbau ermöglicht uns so aber auch einen Einblick auf das im Erdreich verbogene Gestein. Wie auch am Quedlinburger Schlossberg lassen sich hier Sandsteine und Konglomerate betrachten, die nach Süd-Südwesten einfallen. Beim genauen Hinschauen erkennt man interessante Details. Die Sandsteine sind teilweise deutlich schräggeschichtet. Die tieferen Teile bestehen aus graugrünen Feinsandsteinen mit dünnen Tonlagen. Mittelsandsteine mit schön ausgebildeter Beulenschichtung sind durch Stürme entstanden. Sie werden von dünnen, sandigen Tonlagen abgedeckt. In diesen Lagen sind fossilisierte Bauten von Meereslebewesen zu sehen. Im höheren Abschnitt sind braune Farben zu erkennen, was auf Eisen schließen lässt.

Markante Neigung des Gesteins

 

Verwitterung des Sandsteins

Der besondere Aufbau der Sandsteinschichten und das diese an dieser Stelle freigelegt sind, macht das Gestein anfällig für verschiedene Arten der Verwitterung. Die Zersetzung von Sandstein findet durch physikalische und chemische Prozesse wie Frost, Wasser, Wind und Temperaturschwankungen, wodurch das Gestein seine Kornstruktur und Stabilität verliert und zerfällt. Vor Ort lassen sich Schalen und Schuppen erkennen. Dies lässt sich zumeist auf die Salzsprengung zurückführen. Dies geschieht, wenn Salze aus wässrigen Lösungen in die poröse Struktur des Sandsteins eindringen und bei Verdunstung kristallisieren. Die auskristallisierten Salze üben Sprengdruck aus, der die Sandkörner löst und zu einer an Schichten erinnernden, abblätternden Oberfläche führt. Ebenso lassen sich Oxidationsverwitterung erkennen. Dabei wurden Eisenoxide im Sickerwasser gelöst und führen zu Ablagerungen in verschiedenen Sandsteinschichten, wo sie sich verfestigen und so Beständigkeit gegen weitere Erosion erlangen. Mit der Abtragung des umliegenden Gesteins kamen diese Bänder mit Sauerstoff und Wasser in Kontakt und fingen an zu verrosten. Dieser Effekt bewirkte u.a., dass sich weiteres umliegendes Gestein löste und so entstanden die charakteristischen Brauneisenbänder. Dabei können, wenn das Eisen mit Wasser in Kontakt gerät schnell große Flächen förmlich heraus „gesprengt“ werden, da eine Volumenzunahme die Folge ist. Eine weitere Ursache der Verwitterung ist die biogene Verwitterung. Darunter versteht man Verwitterung durch den Einfluss lebender Organismen sowie ihrer Ausscheidungs- bzw. Zersetzungsprodukte. Ein Beispiel hierfür ist die „Wurzelsprengung“. Dabei dringt in Klüfte und Spalten des Gesteins Pflanzenwurzeln ein und üben durch ihr Dickenwachstum eine Kraft aus, die es schafft aus winzigen Haarrissen größere Öffnungen zu schaffen, welche wiederum zu Spalten werden können. Je nach Verwitterungsart entstehen unterschiedliche Folgen der Verwitterung. Es kann zum Absanden kommen. Dabei verliert das Gerüst aus unlöslichen Sandkörnern seine Bindung und zerfällt. Es kann sich aber eine Patina und dunkle Krusten bilden. Aber auch großflächigere Erscheinungen, wie die Wollsack-Verwitterung oder die Wabenverwitterung können entstehen. Hierbei löst Wasser das Bindemittel in den Rissen und löst so die einzelnen Sandkörner ab, was zu abgerundeten Felsformen führt bzw. es bildet sich eine netzartige Struktur.

Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Bilder: Nine&Dido
Infotafel vor Ort
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
https://de.wikipedia.org/wiki/Quedlinburger_Sattel

 

Happy Hunting wünschen

Additional Hints (No hints available.)