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đ EarthCache: Der Wandel des Schiefers â Im Herzen des Hammer Parks
Willkommen im Hammer Park!
Mitten im Hammer Park in Hamburg findest du einen geologisch besonders interessanten Bereich: eine Anlage, die mit Schieferplatten eingefasst ist. Dieser Bereich ist so gestaltet, dass die SchieferflĂ€chen in alle Himmelsrichtungen zeigen â und somit unterschiedlichen EinflĂŒssen von Sonne, Regen und biologischem Bewuchs ausgesetzt sind.
Was fĂŒr SpaziergĂ€nger ein hĂŒbsches Gestaltungselement ist, wird fĂŒr Geocacher zur spannenden geologischen Beobachtungsstation: Hier kannst du mit bloĂem Auge erkennen, wie Witterung und Umweltbedingungen ein Gestein verĂ€ndern â und wie unterschiedlich ein Material auf Sonne, Feuchtigkeit und Zeit reagiert.
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âLage des Schieferbereichs im Hammer Park â von oben betrachtet. Die FlĂ€che ist in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet.â
đȘš Was ist Schiefer?
Schiefer gehört zur Gruppe der metamorphen Gesteine. Das bedeutet, dass er nicht durch Erstarrung oder Ablagerung entstanden ist, sondern durch die Umwandlung (Metamorphose) eines bereits existierenden Gesteins â in diesem Fall von Tongestein oder Schluffstein. Unter hohem Druck und mĂ€Ăiger Temperatur (typisch bei der Gebirgsbildung) ordnen sich die feinen Mineralbestandteile parallel an. Dadurch entsteht eine charakteristische Schieferung, die es ermöglicht, das Gestein in dĂŒnne Platten zu spalten. Diese feine Spaltbarkeit und seine edle Optik machten Schiefer zu einem der beliebtesten Gesteine im Bauwesen, in der Denkmalpflege und in der Gartengestaltung.
Zusammensetzung (typisch):
- Tonminerale (Kaolinit, Illit)
- Glimmerminerale (Muscovit, Biotit)
- Chlorit, Quarz, Feldspat und teils Karbonate
Typische Eigenschaften:
- Feine, parallele Schichten (SpaltflÀchen)
- Farbe: meist grau, blau-grau, schwarz oder grĂŒnlich
- Glimmernder Schimmer auf frischen BruchflÀchen
- Geringe PorositĂ€t, aber empfindlich gegenĂŒber Frost und chemischer Verwitterung

âDie gĂ€ngigen Schieferarten - Tonschiefer - Glimmerschiefer -  Phylitt - Poseidonschiefer.â
đ Die wichtigsten Schieferarten
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Es gibt verschiedene Schieferarten, die sich in Entstehung, Zusammensetzung und Glanz unterscheiden. Dabei ist entscheidend, ob es sich um ein Sedimentgestein oder ein metamorphes Gestein handelt. Sedimentgesteine wie Tonschiefer spalten parallel zur ursprĂŒnglichen Schichtung, wĂ€hrend metamorphe Schiefer (z. B. Glimmerschiefer oder Phyllit) parallel zur SchieferungsflĂ€che brechen, die sich senkrecht zur Druckrichtung wĂ€hrend der Metamorphose bildet.
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Hier ein Ăberblick ĂŒber die bekanntesten Vertreter:
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1. Tonschiefer
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- Entsteht aus verfestigtem Tonstein oder Schluffstein unter relativ geringem Druck.
- Sehr feinkörnig, mattgrau bis schwarz.
- Spaltet parallel zur Schichtung der Sedimente.
- Fossilien können vorkommen, da es sich um ein Sedimentgestein handelt.
- Wird hĂ€ufig fĂŒr DĂ€cher, Bodenplatten und im Gartenbau verwendet.
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2. Glimmerschiefer
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- Entsteht bei deutlich stÀrkerer Metamorphose aus Ton- oder Schluffgesteinen.
- EnthÀlt viel Glimmer (Muscovit oder Biotit), daher glitzert er stark.
- Oft grĂŒnlich oder silbergrau, mit seidig-glĂ€nzenden FlĂ€chen.
- Spaltet parallel zur SchieferungsflÀche, die sich wÀhrend der Metamorphose bildet.
- HÀrter und bestÀndiger als Tonschiefer, aber schwerer zu spalten.
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3. Phyllit
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- Stellt eine Zwischenstufe zwischen Tonschiefer und Glimmerschiefer dar.
- Feine Schieferung, seidiger Glanz, meist silbergrau.
- Entsteht bei höherem Druck und Temperatur als Tonschiefer.
- Spaltet parallel zur Schieferung, nicht mehr zur ursprĂŒnglichen Schichtung.
- Wird teilweise fĂŒr hochwertige Fassaden oder dekorative Elemente genutzt.
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4. Poseidonschiefer
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- Kein eigenstÀndiger geologischer Typ, sondern ein Tonschiefer mit hohem Fossilanteil aus einem ehemaligen Meeresboden.
- Dunkelgrau bis schwarz, oft mit glÀnzender OberflÀche und sichtbaren Fossilien (z. B. Ammoniten oder Brachiopoden).
- Da es sich um ein Sedimentgestein handelt, spaltet er parallel zur Schichtung.
- GeschĂ€tzt als Dekor- und Sammlergestein, jedoch wegen seiner BrĂŒchigkeit selten als Baumaterial geeignet.
đŠïž WitterungseinflĂŒsse â Wie Schiefer sich verĂ€ndert
Schiefer ist langlebig, aber empfindlich gegenĂŒber den KrĂ€ften der Natur. Im Hammer Park kannst du beobachten, wie unterschiedlich der Stein auf die Umwelt reagiert:
â Regen und Frost (von oben):
Wasser dringt in die feinen Schieferlagen ein. Bei Frost dehnt sich das Eis aus â kleine Platten platzen ab, glatte FlĂ€chen entstehen, und es bilden sich Risse.
đ± Feuchtigkeit und biologische Besiedelung (von der Seite):
Moose, Algen und Flechten siedeln sich auf feuchten, schattigen Seiten an. Sie speichern Feuchtigkeit und setzen organische SĂ€uren frei, die das Gestein zusĂ€tzlich chemisch angreifen. Das fĂŒhrt zu VerfĂ€rbungen und rauen, unregelmĂ€Ăigen OberflĂ€chen.
âïž Sonnenstrahlung (SĂŒdseite):
UV-Licht und Temperaturwechsel fĂŒhren zu Ausbleichungen und Haarrissen. Dunkle FlĂ€chen werden heller, und dĂŒnne Schieferlagen lösen sich langsam ab.
đïž Historische Bedeutung:
Schiefer ist eines der Ă€ltesten Baumaterialien Europas. Besonders im Mittelalter wurde er fĂŒr DĂ€cher, KirchtĂŒrme und Fassaden genutzt. Heute ist er auch im Garten- und Landschaftsbau beliebt â so wie hier im Hammer Park.

âFeine SpaltflĂ€chen und typische Struktur des Schiefers â gut zu erkennen sind die glimmernden Lagen.â
â Deine Aufgaben vor Ort
1. Witterungseinfluss â Regen von oben:
- Beschreibe, wie die OberflÀche der waagerechten Schieferplatten aussieht.
- Gibt es glatte, glÀnzende oder abgeplatzte Bereiche?
- Was könnte die Ursache sein?
2. Feuchtigkeit und biologische Besiedelung:
- An welcher Seite siehst du Moos- oder Algenbewuchs?
- Welche Farben erkennst du?
- Wie verÀndert das den Stein?
3. Sonnenstrahlung â SĂŒdseite:
- Wie unterscheiden sich die SĂŒdseiten vom Rest?
- Wie wirkt sich die Sonne auf die Farbe und Struktur aus?
4. Bestimme den Schiefertyp:
Vergleiche deine Beobachtungen mit den Beschreibungen im Listing.
Welcher Schiefer ist hier deiner Meinung nach verbaut?
(Beachte Farbe, Struktur, Glanz und Spaltbarkeit.)
5. Fotoaufgabe:
Mache ein Foto von dir oder einem persönlichen Gegenstand mit deinem Geocaching-Namen vor einer der SchieferflÀchen. Der Schiefer muss deutlich erkennbar sein.
đ Logbedingungen
- Beantworte die fĂŒnf Fragen per Nachrichtencenter oder Mail (nicht im Log).
- Lade das Foto gemÀà Aufgabe 5 in deinem Log hoch.
- Du darfst sofort loggen; wir melden uns nur, falls etwas fehlt.
Bitte achte darauf, keine Pflanzen zu beschÀdigen und den Bereich respektvoll zu behandeln.
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đ Quellenangabe
- Wikipedia (DE & EN):
- Schiefer, Tonschiefer, Phyllit, Glimmerschiefer, Poseidonschiefer
- Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR):
Gesteine Deutschlands â Metamorphe Gesteine
- Geologischer Dienst NRW
- Fotos: eigene Aufnahmen (Hammer Park, Hamburg und Wikipedia)
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