Die Plainburg

Nach einer Besiedelung in prähistorischer Zeit rückte der Burgberg um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert n. Chr. in das Licht des politischen Interesses, als ein aus Kärnten stammendes Grafengeschlecht sich hier niederließ. Ob der erste uns bekannte Graf namens Werigand die Burg nun neu errichtete oder aber von seinen nicht näher bekannten Vorgängern übernahm, lässt sich nicht klären. Allerdings wurde die Burg zur Stammburg des Grafengeschlechtes, das sich forthin nach ihr benannte - der Burg Plain.
Die Plainer taten sich in den 20er Jahren des 12. Jahrhunderts als Wohltäter des Augustiner-Chorherrenstifts Höglwörth hervor, erlangten allerdings auch traurige Berühmtheit: in der Auseinandersetzung zwischen Papsttum und Kaisertum brandschatzten sie als Parteigänger und im Auftrag des Kaisers Friedrich Barbarossa 1167 das papsttreue Salzburg. Die Stadt ging damals gänzlich in Flammen auf.
Als das Brüderpaar Otto II. und Konrad II. von Plain und Hardegg 1260 im Kampf gegen die Ungarn getötet wurde und keine männlichen Nachkommen folgten, ging die Burg mitsamt ihren Grafschaftsgebieten 1275 in den Besitz des Salzburger Erzbischofs über. Fortan wurde die Plainburg zum Sitz eines salzburgisch-erzbischöflichen Pflegers für das neu geschaffene Pfleggericht Plain. Durch die Angliederung des Gerichts Plain an Staufeneck ging die Plainburg 1594 ihrer Funktion als Verwaltungssitz verlustig, was zum schnellen Verfall der Burganlage führte.
Erzbischof Max Gandolf ließ 1674 die Anlage wieder bewohnbar machen und ihr ein schlossähnliches Äußeres angedeihen. Dennoch blieb die Plainburg gerade in Zeiten der Türkengefahr in erster Linie ein militärisches Objekt an der Grenze zu Bayern. Ein letztes Mal wurde die Befestigung 1744 - wenige Jahrzehnte vor ihrem endgültigen Verfall - anlässlich des Österreichischen Erbfolgekriegs mit Salzburger Militär besetzt.
Der Torturm, dessen Überbauung zusammen mit der äußeren Ringmauer wohl erst im 17. Jahrhundert erfolgte, ist aus großen Quadersteinen sorgfältig gefügt und besaß einst eine Höhe von etwa zehn Metern. Die hohen Umfassungsmauern der eigentlichen Burg muteten wie eine oben offene Schachtel an, was der Plainburg im Volksmund den etwas despektierlichen Namen "Salzbüchsel" einbrachte.
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