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- Untersuche den Basalt der Kirche. Welche Farbe hat der Basalt? Kannst du unterschiedliche Farben bzw. Töne erkennen? Worauf führst du dies zurück?
- Untersuche, ob es sich bei den Basaltsteinen um vesikuläre oder nichtvestikuläre Steine handelt. Erkläre was vesikuläre oder nichtvesikuläre Steine sind und wie sie entstehen.
- Erkläre, warum in Frankfurt Basalt abgebaut werden konnte. Was vermutest du, warum dies heute nicht mehr der Fall ist?
Du stehst vor der im späten 19. Jahrhundert erbauten Christuskirche in Westend-Süd. Auffällig ist der Basalt in Kombination mit Sandstein.
Der Basalt wurde direkt in Bockenheim abgebaut. Dies ist völlig ungewöhnlich, denn Basaltvorkommen gibt und gab es sonst in dem gesamten Gebiet von Frankfurt nicht. Sogar Goethe notierte im Jahr 1797, dass er den Basaltsteinbruch in Bockenheim besuchte. Basalt aus Bockenheim war sogar über Jahrhunderte neben dem Sandstein aus Miltenberg am Main, das beliebteste Baumaterial, wie schon viele Gebäude aus dem frühen Mittelalter in Frankfurt beweisen. Bereits die Römer nutzten diesen Basalt für den Bau von Straßen, beispielsweise für die Heerstraße. Diese wurde ca. 100 n.Chr. als Verbindungsstraße zwischen den Kastellen Frankfurt und Mainz angelegt. Dieser Basalt wurde in der »Steinkaute«, dem heutigen Hessenplatz, von den Römern abgebaut. Es gab ca. 24 Steinbrüche oder Steinkauten, wie sie früher genannt wurden, in Bockenheim. Der Abbau des Basalts prägte die Region über Jahrhunderte und fand um 1900 sein Ende, als das letzte Werk geschlossen wurde. Basalt gab es nicht in ganz Bockenheim. Nur dort, wo Basaltboden vorhanden war, konnten schwere Maschinen aufgestellt werden. Der Basaltboden war also die Voraussetzung für die Industrieansiedlung in Frankfurt.
Aber wie kam der Basalt nach Bockenheim?
Der Grund dafür liegt rund 70 km entfernt. Der Basalt kam als Magma unterirdisch vom Vogelsberg bis nach Frankfurt. Daraus entstand beim Abkühlen und Erstarren Basalt. Der Basalt türmte sich bis zu 18 Meter hoch in Bockenheim auf. Das Basaltvorkommen wird als Untermain-Basalt-Formation bezeichnet, früher auch als „Maintrapp“. Trappdecken entstehen durch das Erstarren von dünnflüssiger Lava, die aus nebeneinander liegenden tiefreichenden Spalten aus dem Untergrund austritt. Die so entstandenen mehr oder weniger ebenen Lavadecken der erkalteten Lava werden als Lavaplateaus, Trappdecken, Plateaubasalt oder Flutbasalt bezeichnet
Damit ist Frankfurt an das größte Vulkangebiet Europas angeschlossen: dem Vogelsberg. Dieser ist mit einer Fläche von rund 2.500 Quadratkilometern das größte geschlossene Vulkangebiet Mitteleuropas. Die Region hat eine ruhige, einladende Landschaft, die jedoch eine bewegte vulkanische Vergangenheit aufweist. Die vulkanische Aktivität begann vor etwa 19 Millionen Jahren und endete vor etwa 15 Millionen Jahren, wobei der Vogelsberg durch zahlreiche Spaltenergüsse und Eruptionen in mehreren Phasen entstand.
Obwohl der Vogelsberg oft wie ein Zentralvulkan wahrgenommen wird, handelt es sich tatsächlich um ein Gebiet mit vielen unterschiedlichen Ausbruchsstellen. Zu den markanten Basalthöhen gehören die Amöneburg, der Friedberger Burgberg sowie die Burgberge von Vetzberg und Gleiberg. Auch die Basaltkegel von Stornfels, Herbstein, Ulrichstein und dem Rehberg bei Schotten-Sichenhausen zählen zu diesem Vulkangebiet. Tatsächlich reichten einzelne Lavaströme bis nach Frankfurt. Diese können wir hier als Basaltsteine in der Christus Kirche betrachten und untersuchen.
Was ist Basalt?
Basalt ist ein vulkanisches Gestein, das durch die schnelle Abkühlung von Lava entsteht. Die unterschiedlichen Texturen von Basalt, insbesondere das Vorhandensein oder Fehlen von Löchern, sind auf verschiedene Faktoren während der Entstehung zurückzuführen.
Basalt mit Löchern, auch als vesikulärer Basalt bezeichnet, entsteht, wenn Gase, die während des Aufstiegs der Magma freigesetzt werden, in der Lava Blasen (Vesikel) bilden. Wenn die Lava schnell abkühlt, bevor die Gase entweichen können, bleiben diese Blasen im Gestein zurück, was zu einem porösen, löchrigen Erscheinungsbild führt. Dieser Prozess wird häufig bei explosiven Eruptionen oder bei Lava beobachtet, die in Kontakt mit Wasser kommt, da hier eine schnelle Abkühlung stattfindet. In der Tiefe, wo der Druck höher ist, können Gase in der Magma gelöst bleiben. Wenn die Lava an die Oberfläche gelangt, verringert sich der Druck, und die Gase expandieren, was zur Bildung von Vesikeln führt.
Im Gegensatz dazu entsteht dichter Basalt ohne Löcher, wenn die Lava langsam abkühlt. In solchen Fällen können die Gase entweichen, bevor die Lava erstarrt, was zu einem dichteren Gestein ohne Vesikel führt. Langsame Abkühlung kann in tieferen Erdschichten oder in Lavaströmen geschehen, die eine längere Zeit benötigen, um abzukühlen. Auch die chemische Zusammensetzung der Lava spielt eine Rolle: Lava mit einem höheren Siliziumdioxidanteil kann weniger gasförmige Bestandteile enthalten, was ebenfalls zu einem dichteren Basalt führt.
Basalt besteht hauptsächlich aus Mineralien wie Plagioklas, Pyroxen und Olivin. Der Gehalt an Eisen- und Magnesiummineralien beeinflusst die Farbnuancen erheblich: Ein höherer Gehalt führt oft zu dunkleren Tönen, während niedrigere Konzentrationen hellere Farben hervorbringen können.
Literatur:
- https://www.dvg-vb.de/seite/424812/ein-altes-vulkangebiet.html
- https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/geologie/geotope/Geotopfuehrer_Vogelsberg/Teil1-Geologischer_UEberblick.pdf
- https://www.hdschat.de/m.pdf
- https://www.frankfurt-lese.de/streifzuege/geschichtliches/die-bockenheimer-basaltbrueche/
- https://bockenheimbockt.de/basaltstrasse/
- https://ursella.info/files/Geologie-Hochtaunuskreis-neu.pdf