
ÖFFNUNGSZEITEN (bitte beachten!)
Der Loki-Schmidt-Garten öffnet täglich ab 9.00 Uhr morgens
- Januar / Februar: bis 16.00 Uhr
- März / April: bis 18.00 Uhr
- Mai / Juni / Juli / August: bis 20.00 Uhr
- September / Oktober: bis 18.00 Uhr
- November / Dezember: bis 16.00 Uhr
Einlass bis jeweils 30 Minuten vor Schließung.
LOGBEDINGUNGEN (für die Beantwortung bitte den Wegpunkt nutzen!)
1) Wirkt der Gesteinsbrocken insgesamt eher dicht und kompakt oder eher porös und „löchrig“? Was ist der Grund dafür?
2) Kannst du auf den „Blättern“ feine Strukturen wie Linien oder Adern erkennen? Wie detailliert sind diese ausgeprägt?
3) Wie fühlen sich die „Blätter“ an, wenn du sie vorsichtig berührst oder leicht dagegen klopfst – eher weich wie Pflanzen oder hart wie Stein? Was ist der Grund dafür?
4) Mache ein Foto von dir selbst oder einem persönlichen Gegenstand mit dem Schild am Sinterkalk ohne direkt zu spoilern. Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim EarthCache einfach dazu.
BESCHREIBUNG
Was ist Sinterkalk und wie entsteht er?
Sinterkalk ist ein chemisches Sedimentgestein, das sich aus kalkreichem Wasser an Quellen, Bächen oder Seen bildet. Dabei fällt gelöstes Calciumcarbonat (Calcit) aus dem Wasser aus, wenn Kohlendioxid entweicht. Dieser Prozess führt dazu, dass sich Kalk schichtweise ablagert und feste Strukturen bildet.
Typisch für Sinterkalk ist seine poröse Struktur und die enge Verbindung zu biologischem Material: Häufig werden Pflanzen, Algen oder Moose während der Bildung direkt von Kalk überzogen. Dadurch entstehen sogenannte „Inkrustationen“, auch mineralische Überzüge auf organischem Material.
Mineralisierung von Blättern im Sinterkalk
Ein besonders interessantes Phänomen ist die Mineralisierung von Blättern im Sinterkalk. Dabei lagern sich feine Kalkkristalle direkt auf der Oberfläche von Blättern ab, sobald diese mit kalkreichem Wasser in Kontakt kommen. Durch die schnelle Ausfällung wird die Blattstruktur oft detailreich „eingefroren“.
Im weiteren Verlauf können zwei Prozesse ablaufen:
- Inkrustation (Überkrustung): Das Blatt wird von einer Kalkschicht umhüllt.
- Ersatz/Permineralisierung: Organisches Material wird teilweise oder vollständig durch Mineralien ersetzt.
Häufig zersetzt sich das ursprüngliche Pflanzenmaterial später. Zurück bleibt ein Hohlraum oder ein Abdruck, der die ursprüngliche Form des Blattes exakt wiedergibt. Diese Strukturen sind typische Merkmale von Sinterkalk und zeigen die hohe „Abbildungsfähigkeit“ dieses Gesteins.
Geologische Besonderheiten: Warum Sinterkalkblätter so gut konserviert sind
Sinterkalk besitzt mehrere Eigenschaften, die ihn besonders geeignet für die Konservierung von Blättern machen:
- Schnelle Mineralabscheidung: Kalk fällt oft innerhalb kurzer Zeit aus und überzieht sofort empfindliche Strukturen wie Blätter.
- Feinkristalline Struktur: Die kleinen Calcitkristalle können selbst feinste Blattadern abbilden.
- Porosität und Hohlraumbildung: Nach der Zersetzung organischer Substanz bleiben detailgetreue Hohlformen zurück.
Dadurch erfolgt Sinterkalk gewissermaßen als „natürlicher Abdruckbildner“. Im Gegensatz zu vielen anderen Sedimentgesteinen erfolgt die Einbettung nicht durch Druck und Überlagerung, sondern durch direktes „Überwachsen“ mit Mineralien im Wasser.
Abgrenzung zu ähnlichen geologischen Phänomenen
Ein ähnliches Phänomen tritt bei anderen Fossilisierungsprozessen auf, unterscheidet sich jedoch deutlich:
a) Karbonisierung (z. B. in Ton- oder Schiefergesteinen)
Hier bleiben Blätter als dünner Kohlenstofffilm erhalten. Es erfolgt keine mineralische Überkrustung, sondern eine chemische Umwandlung des organischen Materials.
b) Permineralisierung (z. B. bei Holzfossilien)
Mineralien dringen in die Poren eines Organismus ein und füllen diese. Die ursprüngliche Struktur bleibt erhalten, aber das Material wird ersetzt – typisch für versteinertes Holz, weniger für feine Blätter.
c) Kalktuff vs. Travertin (Verwandte Sinterkalke)
Kalktuff ist oft lockerer und stärker porös, während Travertin dichter und geschichtlicher ist. Beide können Pflanzenreste enthalten, aber die Erhaltung ist im Kalktuff oft weniger stabil.
Wichtig: Die Mineralisierung im Sinterkalk ist besonders durch die direkte Umhüllung lebender oder frisch abgestorbener Pflanzen im Wasser geprägt – das unterscheidet sie von klassischen Fossilienbildungsprozessen.
Fazit
Sinterkalk ist ein einzigartiges Sedimentgestein, das durch chemische Ausfällung von Calciumcarbonat entsteht und häufig Pflanzenreste einschließt. Besonders Blätter können dabei außergewöhnlich detailreich mineralisiert werden. Die Kombination aus schneller Kalkabscheidung, feiner Kristallstruktur und biologischer Beteiligung ermöglicht eine nahezu „fotografische“ Erhaltung von Pflanzenstrukturen.
Im Vergleich zu anderen Fossilisierungsprozessen zeichnet sich Sinterkalk vor allem durch die unmittelbare Inkrustation im Wasser aus – ein Prozess, der empfindliche organische Formen besonders gut bewahrt.
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https://www.steinrein.com/ch/glossar/travertin/%253Fsrsltid%253DAfmBOopeWAGpvn04uYLJO07GEj_Pk3tqjvbfZFKKMxcxInVu3s1RsLfh/
https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/kalksinter/7969
http://www.cms.fu-berlin.de/geo/fb/e-learning/petrograph/sedimentite/lesen/se_klassifikation/se_karbonate_1/se_karbonate_sinter/index.html
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?lang=de&rock=Kalkhaltige%20Sinter
https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/mineralisierung/5118
https://de.wikipedia.org/wiki/Sinter
https://de.wikipedia.org/wiki/Travertin