Dies ist ein Cache der Reihe
Wir Warten Aufs Christkind
In diesem Jahr in der Version 13.0

Die angeliter Weihnachtssocke
In einem verschneiten Dorf im Herzen Angelns, dort wo die Felder im Winter aussehen wie große weiße Decken und der Wind salzige Geschichten von der Ostsee herüberträgt, lebte die neunjährige Lene. Für sie begann der Zauber der Adventszeit jedes Jahr mit demselben Geräusch: dem Kratzen der Stoffschere ihrer Großmutter Alma.
„Es ist wieder so weit“, sagte Oma Alma und hielt fünf frisch zugeschnittene rote Socken hoch.
„Bald schickt ganz Angeln wieder eine Weihnachtssocken auf die Reise.“
Der angeliter Brauch war so alt, dass niemand mehr genau wusste, wer ihn erfunden hatte. Manche behaupteten, Fischer hätten früher Socken mit kleinen Gaben an ihre entfernten Familien geschickt. Andere sagten, es sei ein Einfall gewesen, um in den langen, dunklen Wintern Licht und Freude zu verbreiten. Doch für Lene spielte das keine Rolle. Sie liebte die Vorstellung, dass irgendwo ein Mensch lächelte, wenn er liebevoll gefüllte Socke aus dem Briefkasten zog.
In diesem Jahr wollte Lene etwas Besonderes tun. Sie nähte nicht nur zwei Socken, sondern sieben.
Eine für ihre Cousine Mette in Flensburg – und sieben für jemanden, den sie gar nicht kannte.
„Ein kursives Sockengeheimnis“, flüsterte sie, während sie jeweils eine kleine Tüte selbstgebackener Pfeffernüsse, ein gefaltetes Sternchen aus Stroh und einen winzigen Brief hineinlegte. Für jemand Besonderen, hatte sie auf die Karte geschrieben, ohne einen Namen zu nennen.
Am nächsten Morgen klebte sie mit größter Sorgfalt eine Briefmarke auf jeden Umschlag, zog die Wollmütze tief ins Gesicht und stapfte durch den knirschenden Schnee zum roten Postkasten. Die Umschläge glitten hinein – und Lene fühlte ein warmes Kribbeln im Bauch.
Die Weihnachtswichtel wünschen euch allen

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