🐋 Wale in Lübeck
Das Museum für Natur und Umwelt zeigt eine einmalige Sammlung von fossilen Walskeletten. Diese geologische Besonderheit ist sehr selten und wertvoll, so dass man sie in einer natürlichen Umgebung nur schwer oder gar nicht finden und untersuchen kann.
Daher wurde dieser EarthCache im Museum platziert. Um ihn loggen zu können ist ein Besuch notwendig.
Dabei sind die Öffnungszeiten (Dienstag bis Freitag 9 - 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10 - 17 Uhr) zu beachten. Erwachsene müssen Eintritt bezahlen.
Bitte informiert euch vor eurem Besuch auf der Homepage des Museums.
Fragen
Betrachte sowohl das Walskelett im Innenhof, als auch das fossile Skelet des Bartenwals. Auch während deines Museumsbesuchs kannst du über die 1. Etage noch einmal den Innenhof betreten.
1. Welche Unterschiede im Körperbau kannst du erkennen?
2. Was macht den Bartenwal zu einer bedeutsamen Entdeckung?
Suche die Fundstücke der Gehörkapseln des Bartenwals.
3. Was geschieht nach dem Tod mit den „Bullae“ und wozu dienen sie?
Betrachte nun das Skelett unter der Saaldecke: Urtümlicher Zahnwal.
4. Was unterscheidet sein Körperbau vom Bartwal und welchen Rückschluss lässt das zu?
5. Mache ein Bild vor dem Walskelet im Innenhof und lade es in deinem Logeintrag hoch.
Einleitung
Im Jahr 2026 zog ein Buckelwal die Aufmerksamkeit der Medien und der Bevölkerung auf sich. Er schwamm in der Ostsee und strandete mehrfach. Seine Rettung führte leider nicht zum erhofften Ziel. Es kommt immer wieder vor, dass sich Wale in die Ostsee verirren und dann verenden. Hier im Innenhof des Museums für Natur und Umwelt in Lübeck steht ihr vor einem originalen, etwa 14 Meter lange Skelett eines männlichen Pottwals, der im Dezember 1997 vor der dänischen Insel Römö strandete. Wer sich jetzt fragt, was Wale mit Geologie zu tun haben, ganz einfach die Region um Lübeck war vor ca. 10-11 Mio. Jahren (im Miozän) noch Teil der Nordsee und somit natürlicher Lebensraum verschiedener Walarten.
In einer Kiesgrube bei Groß Pampau (südlich von Lübeck) wurden versteinerte Skelette von drei Bartenwale und einem Zahnwal gefunden. Sie gelten als eine der besterhaltenen Fundstellen fossiler Wale in Europa und machen sie damit einzigartig. Hier im Museum habt die Möglichkeit diese fossilen Skelette genauer zu betrachten und ganz nebenbei kannst du die Evolutionsgeschichte der Wale nachzuvollziehen.

Rekonstruktion (KI) eines Bartwals
Als Lübeck noch an der Nordsee lag
Vor rund 10 Millionen Jahren lag Lübeck nicht weit vom Ufer eines warmen Flachmeeres. Die Urnordsee bedeckte große Teile Norddeutschlands und bot zahlreichen Meeresbewohnern einen Lebensraum – darunter Haie, Muscheln, Fische und verschiedene Walarten.
Starb ein Wal, sank sein Körper auf den Meeresboden. Während Weichteile von Bakterien und Aasfressern zersetzt wurden, blieben die Knochen zurück. Wurden sie rasch von sogenannten Glimmerton (feinkörniger, sauerstoffarmer Meeresschlick) bedeckt, waren sie vor Strömungen und weiterer Zerstörung geschützt. Im Laufe von Millionen Jahren lagerten sich immer mehr Sedimente darüber ab. Der steigende Druck und mineralreiches Grundwasser führten dazu, dass die organischen Bestandteile der Knochen nach und nach durch Minerale ersetzt wurden. Aus Knochen wurden Fossilien – ein Prozess, der als Fossilisation oder Versteinerung bezeichnet wird.
Die Sedimente verfestigten sich zu Gestein und schlossen das Walskelett sicher ein. Erst viele Millionen Jahre später wurden diese Schichten durch Erosion oder menschliche Eingriffe wieder freigelegt. So konnten die fossilen Knochen entdeckt und geborgen werden.

Die Entwicklung der Wale
Die Wale des Miozäns waren bereits vollständig an das Leben im Meer angepasst. Ihre Entwicklung begann jedoch viel früher: Vor etwa 50 Millionen Jahren lebten ihre Vorfahren noch an Land. Im Verlauf der Evolution wurden aus Beinen Flossen, die Hinterbeine verschwanden fast vollständig und die Nasenöffnung wanderte zum Blasloch auf den Kopf. Seitdem entwickelten sich die Wale immer weiter und passten sich an unterschiedliche Lebensräume und Nahrungsquellen an. Aus diesen frühen Formen entstanden schließlich die heutigen Barten- und Zahnwale – darunter auch der Blauwal, das größte Tier der Erdgeschichte. Das Besondere an der Fundstelle in Groß Pampau ist, dass man sowohl Bartenwale als auch einen Zahnwal und somit ein Schnappschuss der frühen Aufspaltung in die zwei großen Wal-Linien, die bis heute existieren gefunden hat. Der 14 m lange Pottwal im Glasanbau ist der perfekte "Gegenpart": ein moderner Zahnwal, mit dem man direkt vergleichen kann, was sich in 11 Millionen Jahren an Körperbau, Schädel und Zahnform verändert hat.

Quellen:
Infotafeln vor Ort
Bilder: Eigene und mit KI generiert
https://epic.awi.de/id/eprint/252/1/Beh1995b.pdf
https://museum-fuer-natur-und-umwelt.de/pottwal
https://de.wikipedia.org/wiki/Miozän
Happy Hunting
wünschen
