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CLR#34: Das Echo der Pflicht Mystery Cache

Hidden : 1/31/2026
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Schon wieder so ein Cache zum "Nachdenken". Kein schneller Fund und kein leichtes Abenteuer, sondern eine Einladung zum Innehalten.

Du begibst dich auf einen Weg durch eine Zeit, in der Begriffe wie Pflicht, Gehorsam und Verantwortung scharfkantig sind und Leben kosten. Eine Zeit, die uns fern erscheint und doch näher ist, als wir oft glauben. Gut und Böse sind hier keine klaren Farben, sondern fließende Übergänge, geprägt von Angst, Mut und Gewissen.

Die fast frei erfundene Geschichte, die Dich begleitet, ist bewusst fragmentarisch erzählt. Sie ist inspiriert von realen Ereignissen und Personen, aber nicht deren vollständige oder wissenschaftlich präzise Abbildung. Sie erhebt keinen Anspruch auf historische Exaktheit – sondern auf Menschlichkeit. Auf Widersprüche. Auf Fragen, die keine einfachen Antworten zulassen.

Dieser Cache möchte nicht belehren. Er möchte berühren. Er möchte dazu anregen, eigene Vorurteile zu hinterfragen und darüber nachzudenken, was Zivilcourage bedeuten kann, wenn sie alles kostet.

Nimm Dir Zeit. Lies zwischen den Zeilen und entscheide selbst. Eine sehr schwierige Aufgabe angesichts der Dichte und Diversität von zahllosen Narrativen, die unser Leben begleiten ... und das Leben dieses Menschen.


Ich schließe die Augen und rieche noch immer das Bohnerwachs der Flure in der Grazer Kadettenschule. Ich bin erst zehn Jahre alt, ein Kind noch, als man mir die Uniform anzieht. Meine Familie, einstmals stolzer Adel, ist verarmt. Die Armee ist nicht nur eine Wahl meiner Eltern, sie ist mein Schicksal. Während andere Kinder spielen, lerne ich das Exerzieren, den Gehorsam, das Schweigen. Wir werden zu Dienern einer Ordnung erzogen, die unerschütterlich scheint. Doch manchmal, in der Stille der Schlafsäle, frage ich mich: Gehört mein Leben mir oder der Krone? Es ist ein früher Abschied von der Unschuld, der Beginn eines Weges, der mich nie wieder in die Freiheit entlassen wird.

Dann kommt der große Sturm. Als junger Offizier diene ich im bosnisch-herzegowinischen Infanterie-Regiments Nr. 2 ... die Zweierbosniaken. Wir gelten als die Tapfersten, die Treuesten. Doch an der Italienfront, im Hagel der Geschosse am Monte Solarolo, sehe ich, wie diese Treue im Schlamm verblutet. Ich spüre das Metall in meinem eigenen Fleisch – eine Verwundung, die mich nie wieder verlassen wird, ein Körper, der zu 80 Prozent zerstört ist. In den Fiebernächten des Lazaretts beginnt die erste große Erosion meines Glaubens an den Krieg. Ist dieser grenzenlose Schmerz wirklich der Wille Gottes oder nur der Wahnsinn von Kartenzeichnern in fernen Palästen?

Die Welt, für die ich geblutet habe, zerbricht. Ich diene der Volkswehr, dann dem Bundesheer der Ersten Republik, stets bemüht, meine ethischen Grundsätze zu bewahren. Doch 1938 kommt die dunkelste Zäsur: Der Anschluss. Mein Adel wird mir per Dekret gestrichen. Mein Bruder Othmar ist eines der ersten Opfer des Regimes. Er ist Polizist in Graz. SA-Männer wollen ihn aus seinem Büro werfen. Er wehrt sich. Sie erschießen ihn. Ich will gehen, will den Ruhestand. Doch die Wehrmacht fordert mich ein.

Ich diene dem Nationalsozialismus. Doch seit Abschluss des Waffenstillstands der italienischen Regierung unter Marschall Badoglio mit den Alliierten vom 3. September 1943 weiß ich es: Der Krieg ist verloren. Jedes weitere Opfer ist kein Heldentum mehr, es ist Mord.

Februar 1945. Sie machen mich als Standortältesten zum Kampfkommandanten von Gotha. Eine Stadt voller Kultur, voller Menschen, die nur überleben wollen. Der Befehl lautet: ‚Fester Platz‘ – Verteidigung bis zum letzten Mann. Aber ich sehe in die Gesichter der 15-jährigen Jungen, die man mir als Soldaten schickt. Mein Gewissen schreit auf. Ich sage es offen: ‚Gotha wird nicht verteidigt‘. Ich beginne, die Maschinerie des Todes von innen heraus zu bremsen. Ich stelle die Musterungen ein, ich ignoriere die Durchhalteparolen. Ich fühle mich nicht wie ein Verräter, sondern wie ein Hirte, der seine Herde vor den Wölfen schützen muss.

1. April 1945: Ostersonntag, ein Fest der Auferstehung inmitten von Ruinen. Gotha brennt bereits nach den Luftangriffen. Ich habe die Entscheidung getroffen: Ich werde die Zerstörungsbefehle der Infrastruktur – den ‚Nerobefehl‘ – nicht ausführen. Keine Brücke wird gesprengt. Es ist mein privater Friedensschluss mit Gott.

2. April 1945: Die Amerikaner stehen vor den Toren. Ich übergebe die Geschäfte an Fritz und Gustav. Ich schenke Gustav mein Buch über Tibet, weil ich weiß, dass er sich dafür interessiert. Ein letzter Gruß an die Weite der Welt, bevor sich mein eigener Horizont verengt. Ich weiß, dass Sauckel jeden hinrichten lässt, der die weiße Fahne hisst. Mein Tod ist gewiss, aber Gothas Leben ist es wert.

3. April 1945: Der Tag des Verrats. Zweimal versuche ich, als Parlamentär zu den Amerikanern durchzukommen. Beim ersten Mal stoppt mich die SS am heutigen Berta-von-Suttner-Platz, reißt die weißen Fahnen herunter. Beim zweiten Mal, bei Boilstädt, fassen sie mich. Sie reißen mir die Achselstücke ab, bespucken mich als Deserteur. Im Gasthaus "Zum Wiesengrund" werde ich verhört und schuldig gesprochen.

4. April 1945: Bei meiner chaotischen Überstellung werden wir von einem Lastkraftwagen gerammt und ich erleide tiefe Schnittwunden am Kopf. Ich werde in einer Einzelzelle inhaftiert. Gotha jedoch ist frei, die Amerikaner sind eingerückt. Mein Plan ist aufgegangen. Das Standgericht ist eine Formalität des Hasses. Sie nennen es Recht, ich nenne es den letzten Atemzug eines sterbenden Ungeheuers.

5. April 1945: Der letzte Morgen. Ich spüre keine Reue. Die Sinnlosigkeit der zwei Kriege, die mein Leben verschlungen haben, endet hier. Wenn mein Leben der Preis für die Unversehrtheit der Stadt und die vielen Menschenleben in ihr ist, werde ich ihn zahlen. Meine letzte Botschaft:

"Damit Gotha leben kann, muss ich sterben".

07:00 Uhr: Der Kugelhagel des Exekutionskommandos ... endlich Friede ...


Weiterführende Informationen (Linksammlung)

DÖW – PDF: (Ehrlich) – Dokumentation/Hintergrund

MDR – Der „Retter von Gotha“: Josef Ritter von Gadolla

Österreichisches Biographisches Lexikon – Gadolla, Josef (1897–1945)

wissenschaft.de – Der Kommandant, der für die Stadt sein Leben gab

Austria-Forum – Damals in der Steiermark: Gadolla, Josef Ritter von

Austria-Forum – Biographien: Gadolla, Josef Ritter von

BR alpha – Sendungshinweis/Programmseite



Ermittle die finalen Koordinaten mit folgenden Fragen:

Ich absolviere den A. Jahrgang der Technischen Militärakademie in Hainburg.

Meine Feuertaufe erlebe ich am 25. 11. 191B.

6C00 Mann beträgt der Höchststand der steirischen Volkswehr.

Ab 08. 0D. 1920 versehe ich meinen Dienst in der Wirtschaftsabteilung des Landesbefehlshaber.

Im Jahr 192E werde ich zum Hauptmann des Österreichischen Bundesheers befördert.

Am 2F. 11. 1924 heirate ich Alma, die Tochter des Kantineurs Sampl.

In Gotha lebe ich bei der Familie Kleinsteuber in der Freundstraße G.

Zum Wehrmeldeamt Gotha gehören auch 1H dienstverpflichtete Zivilangestellte.

Ich besuche regelmäßig den Gottesdienst in der St. Bonifaciuskirche in der Moßlerstraße J7.

Am 06.02.194K werfen 88 Maschinen eine Bombenlast von 196 Tonnen auf Gotha.

Am 01. 0L. 1945 erhalte ich den Befehl zum Einsatz als Kampfkommandant der Stadt Gotha.

Gegen 1M:00 starte ich mit Dr. Sandrock zu meiner ersten Parlamentärfahrt.

Die in der Nähe der Gothaer Kaserne gelegene Beckedorffstraße erhält am 2N. März 1946 meinen Namen.

Anlässlich des P0. Jahrestages des Untergangs der 1. Republik würdigt der Bundeskanzler mich als vorbildlichen österreichischen Offizier.

Am 4. April 20R1 beantragt das Militärkommando Steiermark eine Gedenktafel für mich.

Final: Nord AB° CD.EFG' Ost HJK° LM.NPR'



Ich möchte mich bei meinem Captain, die_monkies, ifindnix und Team100 für die Unterstützung und die Betatests bedanken. Auf viele weitere schöne Stunden!

"Dosenlos"-Klausel: Mir ist klar, dass es teilweise mühsam, zeitaufwendig und frustrierend ist, Mysteries zu lösen. Manchmal steckt man einfach fest und hat keine Idee, wie es anfangen oder weitergehen könnte. Für meine Caches darf ich daher die Einladung aussprechen, mich jederzeit mit allen Fragen zu kontaktieren. Ich helfe gerne und finde es besser, als die Koordinaten von einem Vorfinder zu schnorren. Alle, denen auch das noch zu strapaziös ist, lade ich ein, meine Caches einfach online zu loggen, ohne bei der finalen Dose gewesen zu sein (also quasi "dosenlos"). Mit 2 kleinen Bitten: Erstens nicht vor dem FTF und zweitens mit einem Datum vor dem Veröffentlichungstermin. Dies kann dann auch gern ein Kurzlog sein.



Additional Hints (Decrypt)

Abeqbfgrpxr///zntargvfpu///hagre Ubym

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)