
Abb. 1: Teil der Badener Wand
Die Badener Wand ist eine Felswand am Battert. Ihren Namen erhielt sie aufgrund ihrer Ausrichtung zur Stadt Baden(-Baden). Von dort ist sie als ein markantes Felsgebilde zu sehen.
Schwerpunkt unserer Exkursion wird die Säulen- und Bockhaldenbildung vor Ort sein. Wir werden erkunden, wie beide Prozesse miteinander verbunden sind. Es wird sich zeigen, dass diese Blockhalde anschaulich das Zusammenspiel von Gesteinsart, innerer Struktur, Klima und Relief dokumentiert. Sie ist ein wichtiger geomorphologischer Zeuge der periglazialen Umweltbedingungen des Quartärs und erlaubt zugleich Rückschlüsse auf die tektonische und vulkanische Vorgeschichte des Gebietes.
Doch zunächst zur Bildung der Säulen:
Die Säulenform der Felswände am Battert ist auf einen physikalischen Schrumpfungsprozesses während der Abkühlung heißer Vulkanite zurückzuführen. Dieser ist kombiniert mit einer späteren tektonischen Nachbeanspruchung. Es handelt sich dabei nicht um „Säulen im engeren Sinn“ wie bei Basalt, sondern um säulenähnliche Kluftkörper in sauren Vulkaniten.

Abb. 2: Die Säulenbildung am Battert
Im Perm wurden größere Mengen rhyolitischer Vulkanite abgelagert, vorwiegend Ignimbrite und Tuffe. Diese entstanden aus sehr heißen pyroklastischen Dichteströmen, die sich rasch ausbreiteten und in mächtigen Schichten ablagerten. Unmittelbar nach diesem Vorgang war das Material noch stark erhitzt, teilweise plastisch oder zumindest thermisch homogen. Dies führt zu einem wichtigen Effekt, denn das Gestein verliert beim Abkühlen an Volumen. Diese thermische Kontraktion kann nicht gleichmäßig erfolgen, da das Gestein bereits erstarrt bzw. verfestigt ist. Dadurch entstehen Zugspannungen, die das Material nicht elastisch aufnehmen kann. Das Gestein reagiert spröde und reißt auf. Zur Minimierung dieser Spannungen bildet sich ein System von Abkühlungsklüften. Dabei stehen diese Klüfte bevorzugt senkrecht zur Abkühlungsfläche, annähernd parallel zueinander und in regelmäßigen Abständen. Die Abkühlungsfläche ist in der Regel die Oberfläche der Ablagerung.
Der Gesteinskörper wird durch diesen Prozess pfeiler- oder säulenartig zerlegt. Dabei sind die einzelnen "Säulen" keine eigenständigen Kristallkörper, sondern Gesteinsblöcke, die durch die Klüfte begrenzt werden.
Im Unterschied zu Basalt ist die Zusammensetzung rhyolitischer Gesteine kieselsäurereicher und viskoser. Deren Abkühlung verlief langsamer. Deshalb sind die Klüfte hier unregelmäßiger geformt: kantig bis blockhaft und nur selten polygonal.
Insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung des Oberrheingrabens wurden die Vulkanite durch spätere tektonische Prozesse weiter beansprucht. Vorhandene Abkühlungsklüfte erwiesen sich als Schwächezonen und wurden erweitert, verlängert und teilweise neu orientiert.
Die säulenartige Klüftung begünstigt Frostsprengung entlang der Klüfte, führt zur Bildung großer, kantiger Blöcke und steuert die Ausbildung von Steilwänden und Blockhalden. Die Säulenbildung ist damit ein Schlüsselelement für die markante Felslandschaft des Battert.

Abb. 3: Bildung der Blockhalde
Die Entstehung der Blockhalde ist eng an die ausgeprägte Klüftung der Battert-Vulkanite gebunden.
Besonders Frostsprengung spielte dabei eine zentrale Rolle: Wasser drang in die Klüfte ein, gefror, dehnte sich aus und sprengte das Gestein in große, blockige Fragmente. Diese lösten sich aus der Felswand und bewegten sich unter dem Einfluss der Schwerkraft hangabwärts.
Die Blockhalde wurde vorwiegend im Spätpleistozän, insbesondere in der Würm-Kaltzeit gebildet.. Damals herrschten im Schwarzwald periglaziale Bedingungen mit häufigen Frost-Tau-Wechseln und nur spärlicher Vegetation. Dies begünstigte die mechanische Verwitterung. Die kantige Form der Blöcke ist Ausdruck des geringen Transports: Da weder fließendes Wasser noch Eis an der Umlagerung beteiligt waren, kam es zu keiner Abrundung der Kanten. Die Blockgeometrie spiegelt vielmehr direkt die Kluftsysteme des anstehenden Gesteins wider.
Die Blockgröße reicht von Dezimetern bis zu mehreren Metern, Feinmaterial ist nur in geringem Maße vorhanden, und die Halde weist einen steilen, dem natürlichen Schüttwinkel entsprechenden Böschungswinkel auf. Diese Merkmale zeigen klar, dass es sich nicht um transportiertes Material, sondern um autochthonen Hangschutt handelt. Autochthone Gesteine liegen am Ort ihrer Entstehung. Sie wurden weder tektonisch verfrachtet noch überschoben.
Auch heute ist die Blockhalde kein vollständig fossiles Relikt. Zwar ist die Aktivität deutlich geringer als während der Eiszeiten, doch kommt es weiterhin zu Steinschlag und langsamer Umlagerung einzelner Blöcke, insbesondere nach Frostperioden. Moose und Flechten besiedeln die Blockoberflächen, können die Prozesse jedoch nur lokal und begrenzt beeinflussen.
Die Battert-Blockhalde nimmt unter den Blockhalden im Schwarzwald eine Sonderstellung ein. Alle Schwarzwald-Blockhalden sind Produkte eiszeitlicher Frostverwitterung, doch die Battert-Blockhalde nimmt aufgrund ihres vulkanischen Ausgangsgesteins, ihrer markanten Blockformen und ihrer engen Verzahnung mit steilen Felswänden eine geomorphologisch und didaktisch besonders anschauliche Sonderstellung ein.
Die Blockhalden in den hochgelegenen Granit- und Gneisgebieten des zentralen und südlichen Schwarzwalds, etwa im Umfeld des Feldberg oder des Belchen bestehen überwiegend aus Granit- oder Gneisblöcken, die oft etwas runder, plattiger oder unregelmäßiger geformt sind. Ursache ist die andere innere Struktur dieser Gesteine: Granit verwittert bevorzugt entlang weitständigerer Klüfte und oft zusätzlich durch Wollsackverwitterung, bevor es zur Blockbildung kommt. In diesen Hochlagen sind viele Blockhalden sehr ausgedehnt und teilweise als Blockmeere ausgebildet. Sie gelten als klassische periglaziale Relikte, deren Hauptbildungsphase ebenfalls in die Weichsel-Kaltzeit fällt, deren heutige Aktivität jedoch meist sehr gering ist.
Die Blockhalden in Buntsandstein-Gebieten des nördlichen Schwarzwalds bestehen aus oft schichtig zerfallenden Blöcken aus Sandstein, die eher plattig als würfelig sind. Hier spielt neben Frostsprengung auch die Schichtflächenverwitterung eine wichtige Rolle. Solche Halden enthalten häufig mehr Feinmaterial und sind geomorphologisch weniger steil ausgeprägt als die Battert-Blockhalde.
Dagegen zeichnet sich die Blockhalde am Battert durch ihre außergewöhnlich steilen Böschungen, großen kantigen Blöcke und den direkten Bezug zu steilen Felswänden aus. Sie ist weniger flächenhaft als viele Granit-Blockmeere, dafür aber stärker an aktive Felsabbrüche gekoppelt. Während Blockhalden im Hochschwarzwald vor allem als Klimazeugen periglazialer Bedingungen interpretiert werden, dokumentiert die Battert-Blockhalde zusätzlich sehr anschaulich den Einfluss von Gesteinsklüftung und Vulkanit-Härte auf die Formung des Reliefs.
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2. Welche Beziehung besteht zwischen Säulenbildung und Blockhalde?
3. Woran erkennt man vor Ort, dass es sich um eine autochtone Blockhalde handelt? (Stichwörter: Sortierung, Feinmaterial, Rolle der Blockform, Größe, Steilwand)
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Quellen:
Bergmann J., Rumpf D. (2017): Battert
LGRB Baden-Württemberg: Geologische Übersichtskarte; LGRB Kartenviewer online: https://maps.lgrb-bw.de/
Möseler B., Molenda R. (1999): Lebensraum Blockhalde. Zur Ökologie periglazialer Blockhalden im außeralpinen Mitteleuropa.
Bilder:
Abb. 1 Eigen
Abb. 2 und 3: Gestaltet unter Verwendung von OpenAI