Einst ein ruhiges Bächlein floss hier im Nuthetal
Die Tuchmacher gab es in großer Zahl
Wo einst viele per Hand solln ihre Arbeit tun
Die Maschinen dies künftig übernehmen nun
Das Bächlein zwängt man in den Damm und Deich
Und baut dazu noch einen Teich
Eine Mühle nun walkt den Stoff und das Tuch
und das Bächlein fließt anders durchs Luch
Was du hier siehst, ist ein kleiner Rest
Wenn man durch ihn noch Wasser lässt
Der Zahn der Zeit nagt stets und ständig
Und des Müllers Arbeit ist auch endlich
So ist die Mühle nun auch nicht mehr
Und bald siehts aus, als wenn nichts gewesen wär
(Felix Menzel)
Hallo lieber Sucher,
du befindest dich im schönen Nuthe-Urstromtal. Nach der letzten Eiszeit sind hier die Schmelzwasser abgeflossen. Zurückgeblieben sind sandige Flächen und Sümpfe. Seit jeher spielt die Wasserwirtschaft in dieser Gegend eine besondere Rolle. So mussten Wiesen und Felder trockengelegt und Bächlein und Flüsse eingedämmt werden.
Wirtschaftlich eher weniger bedeutend entwickelte sich der Nachbarort Luckenwalde jedoch ab dem Ende des 17. Jahrhunderts / Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Tuchmacherzentrum. Dieses Tuch entstand durch Veredelung von Geweben durch das Herstellen von Walkstoffen. Dabei wurden die Stoffe manuell mit den Füßen gestampft (gewalkt). Frisch gewebte Tücher werden durch Stoßen, Strecken und Pressen gereinigt und an der Oberfläche verfilzt, damit sie dichter und geschmeidiger werden.
Dieses Walken konnte auch von einer Mühle übernommen werden und konnte so die Arbeitskraft von ca. 40 Arbeiter ersetzen. Solch eine Mühle wurde hier erbaut – die sogenannte Walkmühle. Um diese Mühle anzutreiben, musste der nahgelegene Steinerfließ, ein kleiner Bach, der die Wiesen zwischen Woltersdorf, Gottow und Jänickendorf entwässert, bautechnisch „hergerichtet“ werden. Man baute ihm mit Hilfe von Dämmen ein neues Bett, staute ihn zu einem Teich zusammen und konnte so durch steuerbaren Zufluss von Wasser einem Mühlrad zuführen. Dieses Mühlrad trieb die Gerätschaften und Maschinen zum Walken an.
An der Stelle, wo der Geocache versteckt ist, siehst du ein Stück des ursprünglichen Bachbetts. Folgst du dem ein paar Meter aufwärts durch das Dickicht des Waldes, kannst du noch Überreste alter Stau- und Regelanlagen erkennen. Durch das alte Bachbett wurde überschüssiges Wasser um den Teich und den Mühlengraben umgeleitet. Nicht weit entfernt von den Stauanlagen befindet sich ein alter Hof, der zu Zeiten der der Tuchmacher eine Bleiche zum Bleichen der Stoffe war. Die Walkmühle selbst befindet sich etwa 450 m nordwestlich vom Geocache.
Heute existieren diese Einrichtungen nicht mehr in ihrer Funktion und das Bächlein führt nur noch wenig bis kaum Wasser, da der „Hauptstrom“ als ein begradigter Kanal, gesäumt von Erlen, durch die Wiesen geht.
Dieser Ort wird gern, auch von mir und der Familie, beim Spazierengehen besucht. Dabei gehen wir oft über das Wehr 50 m südöstlich von hier. Für die Kinder ist das der "Wasserfall" und so möchte ich den Geocache auch benennen.
Englisch (Übersetzt mit KI):
Hello dear seeker,
You are standing in the beautiful Nuthe-Urstromtal. After the last Ice Age, the meltwater drained away here. What remained were sandy areas and swamps. Water management has always played a special role in this region. Meadows and fields had to be drained, and small streams and rivers had to be dammed.
Economically less significant at first, the neighboring town of Luckenwalde developed into an important center of cloth-making from the late 17th to the mid‑18th century. This cloth was produced by refining woven fabrics through the creation of walk cloth. The fabrics were manually stamped (or “fulled”) with the feet. Freshly woven cloths were cleaned and felted on the surface by pounding, stretching, and pressing them, making them denser and smoother.
This fulling process could also be taken over by a mill, replacing the labor of around 40 workers. Such a mill was built here — the so‑called Walkmühle (fulling mill). To power this mill, the nearby Steinerfließ, a small stream that drains the meadows between Woltersdorf, Gottow, and Jänickendorf, had to be modified. Using dams, a new riverbed was created, the stream was dammed into a pond, and its water could then be directed in a controlled way to a waterwheel. This wheel powered the equipment and machinery used for fulling.
At the spot where the Geocache is hidden, you can see a piece of the original streambed. If you follow it a few meters upstream through the forest undergrowth, you can still recognize remnants of old dam and control structures. Excess water was diverted through the old streambed around the pond and the millrace. Not far from these structures lies an old farmstead which, during the cloth‑making era, served as a bleaching ground for whitening fabrics. The fulling mill itself is located about 450 meters northwest of the Geocache.
Today, these facilities no longer function, and the little stream carries only very little water — sometimes none at all — because the “main flow” now runs through a straightened canal lined with alders across the meadows.
This place is a popular destination for walks, also for me and my family. We often cross the weir located 50 meters southeast of here. For the children, this is the “waterfall,” and that is what I would like to name the Geocache.