Liebes Tagebuch
Hab ich schon erzählt, dass ich ja gar keine andere Möglichkeit hatte, als Handwerker zu werden? Mein Vater hat mich damals immer mit genommen, wenn irgendwas in seiner Freizeit repariert werden musste. Wir hatten eine riesige Werkstatt im Garten bei meinen Großeltern. So groß wie eine Doppelgarage. Heute weiß ich zwar, dass das meiste nur doppeltes Werkzeug ist, die häufig benutzten Werkzeuge mittlerweile kaputt sind und nie ersetzt wurden und man mit den Sachen im verbotenen Chemieschrank keine Bombe bauen kann sondern man sich höchstens mit Rattengift und Benzin vergiftet aber früher war es das Tor der unbegrenzten Möglichkeiten. Damals hinterfragt man ja auch nichts. Ob Papa jetzt neue Blinkerflüssigkeit braucht (sehr teuer und die Blinker werden immer wartungsintensiver, je teurer das Auto aussieht. Deswegen blinken ja auch so viele Autofahrer nicht) oder die Blase der Wasserwaage rausgefallen ist und ich in der Nähe der Rohrzangen nach dem Kästchen suchen soll, das ein paar Ersatzblasen enthalten soll. Hab ich gemacht. Vielleicht kommt daher meine Abneigung bezüglich des ersten Aprils mit den Scherzen. Wenn ich so drüber nachdenke, ist es doch grausam, wenn man immer die Leichtgläubigkeit der Kinder ausnutzt um sich so toll und lustig zu fühlen, aber wenn man selbst etwas versucht, … , egal, vergessen wir das. Wo waren wir? Ach ja. Eines Tages hat er es zu weit getrieben. Wir waren gerade an einer Maschine am schrauben, da hat er eine Bolzen.Pfeife.verlangt. Okay. Ich bin raus! Das gab Ärger, als ich einfach weg gegangen bin und nicht wieder kam. Es war tatsächlich etwas, was er brauchte. Tjo. Danach hat er es aufgegeben, sich auf meine Kosten lustig zu machen.
Ich freu mich, wenn ihr mir eure Geschichten über Streiche und den 1. April in mein Tagebuch, äh, in die Logs schreibt.
