Liebes Tagebuch
Dies ist mein letzter Eintrag.
Ich hatte einen Cache dabei. Wenigstens bist du sicher, mein Tagebuch.
Wenigstens habe ich die Hoffnung, dass du gefunden wirst.
Ich war spät auf und wollte nach Hause gehen. Wir waren auf eine Hopfenkaltschale oder zwei aus. Ich wollte noch etwas länger bleiben und musste alleine nach Hause gehen. Den Weg kenne ich ja. In Brühl wurde ich geboren und hier habe ich die ersten 11 Jahre meines Lebens verbracht. Also hab ich meine Jacke angezogen, hab meine Schuhe zu gebunden und bin los. Auf, Richtung Heimat. Bei Nacht sieht alles so anders aus. Dunkel, kalt, etwas trostlos und einsam. Warum ist es nicht friedlich? Es sollte friedlich sein. Diese Stille. Aber meine Gedanken pochen viel zu laut. Mir ist kalt. So kalt war es nicht, als ich los gelaufen bin. Vielleicht ist mein Fußpils kaputt. Ich laufe weiter. Jeder Schritt trägt mich meinem Ziel näher - oder weiter fort? Niemand weiß es. Stunden vergingen in Sekunden, Minuten zogen sich über Stunden hin. Keine Menschensele auf diesem Feld. Es zieht sich ins Unendliche. Der Kompass dreht sich im Kreis. Und ich laufe. Immer weiter. Meine Schritte klopfen auf den Boden wie Hammerschläge. Laufe ich in die richtige Richtung? Niemand weiß es. Hinter mir ein Leuchten. Ich drehe mich um und sehe ein blaues Fahrradlicht auf mich zu.. fahren. Ich gehe beiseite um Platz zu machen. Es bewegt sich nicht vorwärts. Zumindest scheint es so für mich. Vielleicht steht es. Oder es ist langsamer als ich. Also laufe ich weiter. Mein Handy hat keinen Akku mehr. Der Kompass ist in sich zusammen gefallen. Ich werde müde. Müde vom vielen umher laufen. Müde vom verlassen sein. Ich fühle mich so kraftlos. Was ist passiert? Ich möchte mich hin setzen. Aber wenn ich jetzt einschlafe, ... ich bin nicht in Sicherheit. Mir könnte sonst was passieren. Also laufe ich weiter. Das Leuchten im Rücken wie eine Drohung. Ich rufe. Niemand antwortet. Also gehe ich weiter. Meine Schuhe im Dreck dröhnen in meinen Ohren. Als wollten sie mich verhöhnen. Meine Schritte werden ungleichmäßig. Ich würde mich drüber wundern. Ich kann Stunden in Trance vor mich hin marschieren, immer auf dem Weg zu einem sicheren Ort. Aber ich werde immer müder. Immer kraftloser. Das Licht kommt immer näher. Ein Funke Angst regt sich in mir. Aber ich bin zu müde mich zu fürchten. Zu kraftlos um zu kämpfen oder weg zu laufen. Meine Augen fallen zu. Ich laufe weiter. Ich muss doch irgendwann Häuser sehen. Es geht abwärts. Ich stürze. Ich spüre, wie mein warmes Blut mir über die Schläfe rint. Mit letzter Kraft schiebe ich mein Tagebuch in ein sicheres Versteck. Aber es ist zu klein. Das Licht steht direkt über mir. Es leuchtet warm. Ich kann mich nicht verstecken. Es ist so friedlich. Es greift nach meiner Hand.
Ich...
Ich werde sterben..
Dies ist mein letzter Eintrag.
Ich spüre es in meinen Knochen.
Ich hatte einen Cache dabei. Wenigstens bist du sicher, mein Tagebuch. Wenigstens habe ich die Hoffnung,
dass du gefunden wirst.

Njo. Jetzt bin ich wohl tot. Aber es gibt Hoffnung. Hoffnung auf Rettung. Ihr braucht nur die Nummer vom Eintrag meines Mörders. Schreit ihm die Zahl ins Gesicht. Wenn es genug Menschen getan haben, lässt er mich vielleicht gehen um weiter zu schreiben.

Du kannst deine Rätsel-Lösung mit certitude überprüfen.
Grüße gehen raus an einen Cacher, den ich zwar noch nie getroffen habe, aber dessen Logeinträge ich faszinierend finde. Sie sind ungefähr wie meine aufgebaut, nur mit einem Tick verrückter. Er postet gerne ein Foto von seinem Maskottchen beim Cache. Wenn du das liest und deinen Schreibstiel erkennst, dann habe ich deinen Wahnsinn gut immitiert.