
Der Phonolith ist ein vulkanisches Gestein. Er ist in einen Seitental der Rückersbacher Schlucht nördöstlich Kleinostheim in der mittlerweile weitgehend zugewachsenen Abbaustelle "Blauer Steinbruch" aufzufinden. Dort wurde er im 19. und bis ins 20. Jahrhundert hinein abgebaut und zu Schotter gebrochen. Der in frischen Zustand harte und blaugraue Vulkanit ist durch die verwitterungsbedingte Zersetzung im ehemaligen Steinbruch vielfach in eine leicht zerfallende mürbe beigebraune Masse umgesetzt. Es ist das einzige Vorkommen dieses Gesteins in Bayern.
Gestein des Jahres 2014
Die Bezeichnung Phonolith ist griechischen Ursprungs und bedeutet "Klingstein". Der Name rührt daher, dass das Gestein häufig in Form von dünnen Platten absondert, die einen hellen, glockenartigen Klang von sich geben, wenn man mit einem Gegenstand dagegen schlägt. Deshalb wurde Phonolith gelegentlich auch für Lithophone verwendet.
Phonolith-Vorkommen im Bereich der Rückersbacher Schlucht bei Kleinostheim:

Phonolithe gehören zu den intermediären, alkalireichen vulkanischen Gesteinen. Sie haben relativ hohe Gehalte an Natrium und Kalium mit Werten um 12 bis 15 Gewichts-% für die jeweiligen Oxide. Ihre SiO2-Gehalte variieren um 55 Gewichts-%. In kontinentalen Intraplatten-Vulkanprovinzen treten sie meist zusammen mit Alkalibasalten, Trachyten und Tephriten auf. Die Schmelzen stammen aus dem Erdmantel, aus Tiefen von über 50km.

Die chemische Zusammensetzung spiegelt sich auch im Mineralbestand mit Foiden, Feldspäten, Na-Pyroxenen, Na-Amphibolen, Biotiten, Titaniten und den Zersetzungsprodukten der Foide wie Zeolithe, Calcite und Wollastonite. Diese immer quarzfreien Phonolithe führen stets Foide (zum Beispiel Nephelin, Leucit), die zu den so genannten Feldspatvertretern zählen. Diese Minerale bilden sich in relativ SiO2-armen Schmelzen und ersetzen dort teilweise die Feldspäte. Das porphyrische Gefüge der meist graugrünen bis grauschwarzen Phonolithe wird bestimmt durch eine dichte, fein- bis grobkörnige Grundmasse (bei Kleinostheim vorwiegend aus Sanidin) mit Einsprenglingen von Sanidin und Foiden sowie dunklen Na-haltigen Pyroxenen und Amphibolen.

Polierter Phonolith – in der dunklen Grundmasse sind wenige helle Einsprenglinge von Feldspat (Sanidin) zu erkennen:

Deine Aufgaben:
Hier findest Du einen 100 kg schweren Phonolith Stein der zur Anschauung poliert wurde. Unter der weißen Verwitterungsrinde kommt das dunkle, porphyrische Gestein zum Vorschein.
1: Beschreibe das Gestein: Farbe Struktur sind Einschlüsse vorhanden? Kannst Du einen Unterschied zu den nicht geschliffenen Steinen an Station 2 erkennen?
2: Kannst Du hier schon Zeichen der Verwitterung erkennen und wenn ja welche?
3: Der Phonolith heißt übersetzt "Klingstein", aber klingt er auch? versuche einen Ton zu erzeugen. Funktioniert es?
Im Steinbruch
Hier ist frisches Gestein an den Wänden nur an wenigen Stellen aufgeschlossen. In der Umgebung finden sich noch einige größere Felsen, die mit Moos und Flechten bewachsen, kaum als Phonolithe erkennbar sind. Man sah 1977 noch Reste (Mauerwerk) des ehemaligen Bruchbetriebes. Hier wurde wahrscheinlich im 19. und vielleicht auch noch im 20. Jahrhundert der Phonolith als Rohmaterial zur Schotter- und Pflastersteingewinnung von Hand abgebaut. Über die Mengen und Zeiten ist derzeit nichts bekannt. Im Steinbruch ist noch eine ringförmig verlaufende Berme am oberen Rand erkennbar, die angelegt wurde, damit kein Wasser in den Abbau läuft.
4: Erkläre mit eigenen Worten warum der Steinbruchabbau sich nicht mehr weiterhin lohnt.
5: Mache ein Bild von Dir oder Deinem Nickname mit dem Klangstein im Hintergrund.
Werden die Aufgaben nicht erfüllt, wird der Logeintrag ohne Hinweis entfernt.
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