Der Kinzigtorturm bildet den südlichen Zugang zur historischen Altstadt und zählt zu den ältesten Teilen der ehemaligen Stadtbefestigung. Seine Ursprünge reichen bis ins 12. bzw. 13. Jahrhundert zurück. Durch seine Lage nahe der Kinzig spielte er eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Waren- und Floßverkehrs auf dem Fluss. Gleichzeitig diente er als Wehr- und Beobachtungsturm, etwa zur frühzeitigen Erkennung von Bränden oder herannahenden Gefahren. Im Laufe der Zeit wurde der Turm mehrfach verändert und aufgestockt und erreicht heute eine Höhe von etwa 40 Metern. Seine massive Bauweise mit der Torhalle zeigt deutlich seine ursprüngliche Verteidigungsfunktion; heute wird er unter anderem museal genutzt.

Abb. 3: Obertorturm
Der Obertorturm befindet sich am nördlichen Zugang der Stadt und war eines der wichtigsten Stadttore von Gengenbach. Er entstand ebenfalls im 13. Jahrhundert und diente sowohl als Zugangskontrolle als auch als Teil der Verteidigungsanlagen. Besonders bemerkenswert ist das noch erhaltene Fallgitter im Durchgang, das die Wehrhaftigkeit des Tores verdeutlicht. Nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde der Turm im späten 17. Jahrhundert in seiner heutigen Form wieder aufgebaut und um einen achteckigen Aufbau ergänzt. Charakteristisch sind außerdem die Sonnenuhr und das Stadtwappen an der Fassade, die den repräsentativen Charakter des Bauwerks unterstreichen.

Abb. 4: Niggelturm
Der Niggelturm, auch Niklausturm genannt, steht im südwestlichen Bereich der Altstadt und ist ebenfalls ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Mit rund 36 Metern Höhe und einer Aussichtsplattform, die über mehr als 130 Stufen erreichbar ist, gehört er zu den markantesten Bauwerken der Stadt. Ursprünglich als Wehrturm errichtet, wurde er später zeitweise auch als Gefängnis genutzt. Im 16. Jahrhundert erhielt der Turm durch Umbauten weitgehend seine heutige Gestalt. Heute hat er vor allem eine kulturelle Funktion: Im Inneren befindet sich ein Narrenmuseum, das die Tradition der schwäbisch-alemannischen Fastnacht anschaulich darstellt.
Abb. 5: In der Engelgasse I

Abb. 6: In der Engelgasse II
Die Engelgasse gehört zu den romantischsten und zugleich bekanntesten Gassen der historischen Altstadt. Sie ist ein Paradebeispiel für die mittelalterliche Stadtstruktur, die bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben ist.
Die schmale, leicht verwinkelte Gasse wird von dicht aneinandergereihten Fachwerkhäusern gesäumt, deren Holzbalken, bunte Fassaden und blumengeschmückte Fenster eine besonders idyllische Atmosphäre schaffen. Das Kopfsteinpflaster unterstreicht den historischen Charakter und lässt Besucher das Gefühl bekommen, in eine andere Zeit einzutauchen.
Besonders reizvoll ist die intime Enge der Engelgasse: Die Häuser scheinen sich fast zu berühren, wodurch ein geschützter, beinahe märchenhafter Raum entsteht. Je nach Tageszeit fällt das Licht unterschiedlich in die Gasse und erzeugt ein faszinierendes Spiel aus Schatten und Farben – ein beliebtes Motiv für Fotografen.
Die Engelgasse ist nicht nur ein Ort zum Durchgehen, sondern lädt dazu ein, bewusst innezuhalten. Kleine Details wie geschnitzte Haustüren, schmiedeeiserne Schilder oder versteckte Innenhöfe erzählen Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten.
Als Teil der Altstadt von Gengenbach verkörpert die Engelgasse den besonderen Charme der Stadt: eine harmonische Verbindung aus Geschichte, Ästhetik und lebendiger Tradition. Wer Gengenbach besucht, sollte sich einen Spaziergang durch diese Gasse nicht entgehen lassen.
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Viel Spass beim Erkunden und Erleben!