Das Naturdenkmal Barbarine
Neben dem Falkenstein bei Bad Schandau und der Lokomotive unweit des Kurortes Rathen zählt zweifellos auch die Barbarine am Pfaffenstein zu den Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz. Noch am Beginn des 19. Jahrhunderts war der Felsen unter dem Namen „Jungfernstein“ bekannt, worauf Carl Merkel in seinem Reiseführer für den südlichen Teil des Gebirges erstmals die Bezeichnung „hohe Berberine“ niederschrieb. In der Literatur erscheint der sagenumwobene Felsen bereits am Ende des 17. Jahrhunderts. Schon damals hieß es, dass eine unartige Tochter am Sonntag lieber Heidelbeeren sammeln ging, als die Kirche zu besuchen. Ein Fluch der erbosten Mutter ließ die Jungfrau schließlich zu Stein erstarren. In einer Variante der Sage heißt es auch, dass die Mutter eine fromme Witwe wäre, deren Tochter aus Angst vor einer körperlichen Züchtigung vom Pfaffenstein in die Tiefe sprang und sich dabei in die Felsensäule verwandelte. Eine weitere Version der Geschichte spricht davon, dass das Mädchen vor seiner Verwandlung vom Tafelberg in die Hände des Liebhabers sprang. Die heutige Benennung dürfte eine Abwandlung des Vornamens Bärbel sein, den man beispielsweise auch liebevoll zu Berbchen verändert.

Über frühe Besteigungsversuche der Barbarine ist nichts überliefert. Man darf aber davon ausgehen, dass es bereits an der Wende zum 20. Jahrhundert erste zaghafte Versuche gegeben haben dürfte. Klettertechnisch war man zu dieser Zeit auf jeden Fall in der Lage, die bergseitigen Risse zu durchsteigen. Das erste ernsthafte Vordringen, das wahrscheinlich auch von Erfolg gekrönt gewesen wäre, unternahm am 9. September 1905 Felix Wendschuh, der immerhin schon die Gipfelköpfe erreicht hatte. Allerdings wurde der kühne Vorstoß durch den Pfaffensteinwirt und damaligen Besitzer des Tafelberges unterbunden, weil er Wendschuh und seinen Kameraden mit einer Anzeige drohte. Der genaue Grund für diese Drohung ist nicht bekannt, weshalb man nur mutmaßen kann, dass Keiler die mögliche Erstbesteigung für andere, ihm genehmere Kletterer freihalten wollte. Denn es dauerte nur wenige Tage, als am 18. September Rudolf Fehrmann und Oliver Perry-Smith völlig unbehelligt bis zum unteren Gipfelkopf vordrangen und dort einen Sicherungsring installierten. Nach einer Übernachtung im Berggasthaus konnte am Nachmittag des Folgetages schließlich der Sieg über diesen in seiner äußeren Form einmaligen Gipfel vermeldet werden. Bis heute ist das Vorgehen der beiden Erstbesteiger umstritten, da sie die schon damals üblichen Anrechte des Erstversuches von Wendschuh ignorierten.
Noch heute hört es sich verrückt an, dass der ehemalige Besitzer des Grundstückes, auf dem die Barbarine steht, im Jahr 1930 den Felsen sprengen lassen wollte, weil zu viele Bergsportler den Wald und die Hänge um diesen zu stark geschädigt hätten. Nach dem Verkauf des Grundstückes, was vor allem Verhandlungen mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz zu verdanken war, konnte dies schreckliche Szenario abgewendet werden. Gleichzeitig ergaben Vermessungen, dass die Barbarine zum überwiegenden Teil zum Besitz der Familie Keiler, die über mehrere Generationen als Pfaffensteinwirte tätig war, gehörte.

Eine auf dem Gipfel errichtete Eisenstange, an der beispielsweise Vereinsflaggen gehisst werden konnten, führte letztlich zu einem bis heute andauernden Sanierungsaufwand, der vor allem den Erhalt des einmaligen Naturdenkmals im Sinne hat. Im Sommer 1944 kam es zu einem folgenschweren Blitzschlag, in dessen Folge mehrere Risse am Gipfelkopf entstanden. Zudem gab es nun eine Vertiefung, in der sich Wasser sammelte. Die schwierigen Zeiten am Ende des Zweiten Weltkrieges verhinderten zunächst erste Sanierungen. Erst 1946 konnten unter Leitung von Fritz Scheffler die Schäden dokumentiert und deren Behebung in Angriff genommen werden. Zu den ersten Arbeiten zählte das Verschließen der Risse mit Beton, das Ausgießen der Vertiefung mit Stahlbeton und das Untermauern des oberen Gipfelkopfes, wofür man auch einen großen Block aus Basalt verwendete. Fortschreitende Verwitterung machte schon nach kurzer Zeit weitere Maßnahmen notwendig. 1964 wurde die Untermauerung durch Hartbrandziegel ergänzt und um den oberen Gipfelkopf verliefen zwei Stahlseile, die ein mögliches Auseinanderbrechen verhindern sollten. Gleichzeitig stellte man fest, dass der obere Gipfelkopf hinter einer nur wenige Zentimeter starken und festen Schicht lediglich aus lockerem Gestein, das eher an Sand erinnerte, besteht. Doch all die mit viel Aufwand und Liebe durchgeführten Sanierungen konnten das Folgende nicht verhindern. Schon im Winter 1975 empfahl das Mitteilungsblatt des DWBO auf das Verzichten einer Besteigung nach länger anhaltenden Regenfällen. Im Juni desselben Jahres wurde ein geologisches Gutachten erstellt, welches abschließend die totale Sperrung des Felsen empfahl. Die letzte offizielle Besteigung wurde am 21. Juni 1975 im Gipfelbuch dokumentiert. Seither ist selbstverständlich nicht völlig ruhig um die Barbarine geworden. Der Erhalt des Naturdenkmals macht es notwendig, in regelmäßigen Abständen Kontrollbesteigungen und wichtige Arbeiten durchzuführen. Bewerkstelligt wird dies durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Klettertechnischen Abteilung des Sächsischen Bergsteigerbundes e.V. Neben dem bereits genannten Fritz Scheffler soll die verdienstvollen Bergsportler Günther Kaßner, Gerd Schöne und Martin Lange nicht unerwähnt bleiben. Wollen wir hoffen, dass dieses einzigartige Naturdenkmal noch viele Generationen an Natur- und Heimatfreunden begeistern wird.
(Quelle: Der Kletterführer, Tafelberge, 2025)
Logbedingung
Eure Aufgabe ist nun, ein Bild von euch und/oder eurem GPS-Gerät und/oder einem Zettel/Gegenstand mit eurem Namen gemeinsam mit der „Barbarine“ (z.B. im Hintergrund) zu machen und in eurem Logeintrag hochzuladen. Das Bild MUSS in einem Umkreis von 50 Metern der „Barbarine“ gemacht werden. Dies kann zum einen an den vorgegebenen Wegpunkten, die auf Wanderwegen oder Kletterzugängen erreicht werden können, oder auch von den benachbarten Kletterfelsen „Förster“ oder „Keilerturm“ geschehen. In letzterem Fall trifft allerdings dann die T-Wertung nicht mehr zu. Bilder aus größerer Entfernung erfüllen die Logbedingung nicht! Außerdem werden Logeinträge ohne aussagefähigem Bild, dass es ein Geocacher gemacht hat bzw. einen abbildet, kommentarlos gelöscht!

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