Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erleben Vereine und Gasstätten in Goldberg einen Aufschwung. Die bürgerliche Mittelschicht hatte einen gewissen Wohlstand erworben und nun Mittel für die Geselligkeit. Der wichtigste Verein war der traditionsreiche Schützenverein mit seinem Königsschuss, das jährliche Großereignis. 1849 entstand der Männer-Gesangsverein, bald folgten weitere. Es gab die Feuerwehr, Berufsvereine, Turnvereine, einen Radfahrverein, einen Obstbauverein, einen zweiten Schützenverein und.., und ... und Insgesamt zählte man um 1900 36 verschiedene Vereine mit gesamt 1700 Mitgliedern. Hinzu kamen noch die politischen Vereine. In der Regel waren sie Männersache, nur wenige Vereine blieben den Frauen vorbehalten. Meist traf man sich in Vereinslokalen, eine feste Einnahmequelle für die Gastwirte. Neben dem Vergnügen und aller Geselligkeit gab es auch karitative oder gemeinnützige Aufgaben. Die Promenade zum Strandbad gäbe es ohne den "Verschönerungsverein" nicht. Und gern erinnerte man sich an die Kinderfeste seit 1852, die ebenso zum Jahresprogramm vieler Goldberger Generationen gehörten. Daneben feierte man das "Sedan-Fest" oder auch den Geburstag des Kaisers. Zum sonntäglichen Leben gehörte es, am Vormittag zum Gottesdienst und am Nachmittag flanieren zu gehen. Sehen und gesehen werden war wichtig. Davon profitierten die Ausflugslokale außerhalb der Stadt, so das 1900 eröffnete Hellberg-Restaurant oder später auch das Strandhotel. Für die meisten war es nach 6 arbeitsreichen 12-Stunden-Tagen die einzige Möglichkeit der Entspannung. Männer hatten unter der Woche noch eine zweite Möglichkeit beim Kneipenabend, aber Mädchen und Frauen blieben zu Hause bei der Handarbeit.
Den Wandel der Zeit erkennt man auch am Namen: zur Kaiserzeit als "Galgenberg-Promenade" angelegt, hieß sie während der Nazizeit "Adolf-Hitler-Promenade" und hinterher bis heute einfach "Promenade zum Badestrand".
Hier sind drei große Eichen zu sehen. Der Hügel wird Galgenberg genannt. So wurden früher in Mecklenburg vom Ort abseits gelegene Stätten bezeichnet, wo Strafen öfffentlich vollstreckt oder auch Hinrichtungen stattfanden. In Goldberg befand sich ein Amtsgericht. Es ist aber nicht bekannt, ob hier Bestrafungen stattfanden.
Quelle: Festschrift zur 775-Jahr-Feier "Geschichte der Stadt Goldberg", Schild
Dieser Weg ist zu allen Jahreszeiten schön und die Bäume einfach sehenswert. Genießt den Weg.
Bitte wieder so befestigen, wie gefunden. Danke.