Die Autobahn muss zu keinem Zeitpunkt betreten werden. Auch von der Ostseite über das Brückenrestaurant erreichbar.
Es war Schlappentag.
Ganz Hof auf de Füß, Blasmusik überall, und a Duft von Bratwürst und Bier in der Luft.
Der Gerd steht leicht schief am Rand vom Umzug.
Net dramatisch schief. Bloß a weng.
Mit am Schlappenbier in der Hand und am Hut, der schon bessere Tage gsehn hat.
Da rempelt ihn die Claudia an.
„Du, pass halt a weng auf!“
„I steh doch scho seit zwanzig Minuten exakt hier“, sogt er ernst.
„Des is strategisch.“
„Strategisch?“
„Freilich. Hier kummt die Musik zwoa Mal vorbei und der Bierstand is links.“
Sie rollt die Augen.
Bleibt aber trotzdem stehen.
Irgendwann landn sie zwoa gemeinsam auf der Brückn über der Saal.
Der Umzug is vorbei, die Musik klingt no a weng nach.
„Und, Gerd“, fragt’s,
„was is dei Plan für heit no?“
Er schaut auf sei Uhr.
„Vierzehn Uhr siebenunddreißg.“
„Des war ned die Frog.“
„Doch“, grinst er.
„Des is der Moment.“
„Welcher Moment?“
Er zieht a kleines Schloss aus der Jackentasch.
„Der, wo i frag, ob du nächstes Jahr wieder neben mir stehst.“
Sie schaut ihn an.
Schüttelt leicht den Kopf.
„Du bist scho a Depp.“
„Aber a gscheider.“
Sie nimmt ihm des Schloss ab.
Tippt die Zahlen ein:
1 – 4 – 3 – 7.
Klick.
„Des merk i mir“, sogt’s.
„Weil Schlappentag vergisst ma ned. Und vierzehn siebenunddreißg aa ned.“
Seitdem hängt ihr Schloss hier an der Leidplankn.
Und wenn’s am Schlappentag wieder laut wird in Hof,
dann klackert’s a weng stärker als die restlichen.
Vielleicht vom Wind.
Vielleicht aa ned.
* Jedes Jahr am Montag nach Trinitatis, dem Montag genau eine Woche nach Pfingsten, findet der Hofer Schlappentag statt. Schlappenschießen, Hussiten und Schlappenbier gehören dazu -> weitere Infos auf der Stadt Hof Webseite.