"Nie wieder!" - Das war die Antwort der Welt auf die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust. Als Konsequenz daraus wurde im Jahr 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von den Vereinten Nationen verabschiedet. Sie umfasst 30 Artikel, in denen die grundlegenden Rechte und Freiheiten aller Menschen festgeschrieben sind.
Menschenrechte sind grundlegende Rechte, die jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins zustehen. Sie gelten unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Sprache, Alter, Religion, sexueller Orientierung, Behinderung oder sozialem Status. Alle Menschenrechte sind gleichwertig, stehen nebeneinander und bedingen sich gegenseitig. Sie sind universell (gelten weltweit), unveräußerlich (können niemandem genommen werden) und unteilbar (bilden eine untrennbare Einheit).
Auch in Österreich sind die Menschenrechte ein zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens. Österreich hat sich durch internationale Verträge verpflichtet, die Menschenrechte zu achten und zu schützen. Die Europäische Menschenrechts-konvention (EMRK) hat in Österreich sogar Verfassungsrang und genießt dadurch besonderen rechtlichen Schutz. Das heißt, sie steht über einfachen Gesetzen und darf von diesen nicht verletzt werden. Institutionen wie der Verfassungsgerichtshof (VfGH) oder der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gewährleisten, dass diese Rechte überprüfbar und einklagbar sind.
Wer in stabilen, privilegierten Verhältnissen aufwächst, erlebt Rechte oft nicht als Schutzschild, sondern als Selbstverständlichkeit. Doch nicht alle Menschen haben denselben Zugang zu Sicherheit, Bildung oder gesellschaftlicher Teilhabe. Freie Meinungsäußerung, Schutz vor Gewalt oder Diskriminierung, Schulbildung oder medizinische Versorgung sind keine Naturgesetze, sondern mitunter hart erkämpft worden.
Sich mit Menschenrechten zu beschäftigen heißt, die eigene Position in der Gesellschaft zu reflektieren und bedeutet auch zu erkennen, dass persönliche Privilegien oft auf Strukturen beruhen, die andere benachteiligen können. Daher heißt es, Verantwortung zu übernehmen - im Alltag, in Diskussionen und bei politischen Entscheidungen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: "Habe ich meine Rechte?", sondern auch: "Wer hat sie vielleicht nicht und warum ist das so?"
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