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Gegen das Vergessen -
Stolperstein Brekendorf

Maria Arbusowa wurde am 18.7.1892 im Kreis Smolensk im heutigen Russland geboren. Es gibt keine Daten über ihr Leben, außer dem mit Sicherheit falsch übertragenen Geburtsort „Weofka" (vgl. Anmerkung) im Kreis Smolensk. Angenommen, sie ist zumindest in dem Landkreis aufgewachsen und auch als Erwachsene dort geblieben, so war sie während ihres ganzen Lebens unmittelbar vom politischen Geschehen der Region um Smolensk betroffen. Smolensk liegt nahe der belarussischen Grenze und gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu Belarus. Bei der Neugründung der damaligen „Weißrussischen Sozialistische Sowjetrepublik" 1920 verblieb der Landkreis bei der „Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik RSFSR", dem heutigen Russland. Im Zweiten Weltkrieg wurde Smolensk hart umkämpft. In der sogenannten „Kesselschlacht bei Smolensk" im Spätsommer 1941 wurde die Stadt besetzt und fast vollständig zerstört. Tausende Bewohner der Stadt kamen ums Leben oder wurden zwischen 1941 und 1943 zur Zwangsarbeit in den deutschen Machtbereich gebracht. So auch Maria Arbusowa, die als 49-jährige verschleppt worden sein muss. Wann genau und unter welchen Umständen sie nach Brekendorf gekommen ist, lässt sich nicht genau recherchieren. In Schleswig-Holstein wurden schätzungsweise über 125.000 zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt - vor allem in der Landwirtschaft, Industrie sowie im Bau- und Transportwesen. Sie stammten überwiegend aus Osteuropa und der Sowjetunion und lebten häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen, sozial isoliert und rechtlos. Die sogenannten „Ostarbeiter" wurden besonders schlecht behandelt und unterstanden einer rassistischen Sondergesetzgebung: Ab 1942 mussten alle „Ostarbeiter" ein blaues Stoffabzeichen mit der Aufschrift „OST" auf der Kleidung tragen. Meist wurden sie abgeschottet unterge-bracht. Sie durften nicht bei deutschen Familien, hier also auf dem Hof des Landwirts, wohnen. Die Lebensmittelrationen waren schlechter als bei anderen Zwangsarbeitergruppen. Lohnauszahlungen wurden vom Staat einbehalten oder regelmäßig stark gekürzt. „Ostarbeiter" unterstanden einer „Sondergerichtsbarkeit" und nicht dem geltenden Recht. Maria Arbusowa wurde auf einem Bauernhof in Brekendorf zur Arbeit gezwungen. Am 12. August 1942 nahm sich die 50-jährige Frau das Leben. Das Kirchenbuch benennt den Grund „Russin erhängte sich wegen schlechter Behandlung".
Um hier nun an die Koordinaten des Finals zu kommen, muss zuerst diese Frage beantwortet werden.