Unweit der Bundesstrasse B209, an der Oerzener Feldmarkgrenze, im Naturschutzgebiet Hasenburger Bachtal steht ein, als Denkmal ausgewiesener historischer Grenzstein.
Der Heiligenthaler Schneedestein.
Der obere Teil des fast mannshohen Findlings zeigt auf beiden Seiten jeweils das bekannte stilisierte „A“ der Lüneburger Stadtmarke welche man überall dort anbrachte, wo auf eine Cerechtsam (Nutzungsrecht) der Stadt hinzuweisen war.
Desweiteren finden sich auf der Ansichtsseite von Südwest drei, auf der Ansichtsseite von Nordwest zwei Jahreszahlen, die auf in diesen Jahren erfolgte Grenzbegehungen verweisen.
Zwischen den eingemeisselten Jahreszahlen besteht, bis auf eine Ausnahme, jeweils ein Abstand von 29 Jahren.
Es handelt sich um einen Schneedestein, wobei das altdeutsche Wort schneeden (schneiden) soviel wie ,,abgrenzen" bedeutet.
Der mannshohe Stein dokumentiert die Abgrenzung der Lüneburger Stadtgerechtsame, die aus dem Mittelalter bis in das vorige Jahrhundert hinein bestanden hat.
Zu Füßen des säulenartigen Findlings liegt ein ovaler, flacher Stein, der mit einer eingemeisselten Markierung nach Südosten in Richtung Embsen weist - für den, der den Zweck des Steines kennt, (ebenfalls ein historischer Grenzstein) ein deutliches „Nach dort geht es weiter!"
Über die Landwehr hinaus wurde so, durch den Schneedestein und andere Markierungen, zum Teil mehr als zehn Kilometer von der Stadt entfernt, die Grenze bezeichnet, bis zu der die Lüneburger das Weiderecht für ihr Vieh und das Jagdrecht besaßen bzw. beanspruchten.
lm freien Felde bezeichneten kleine, künstlich aufgeworfene Erdhügel, hin und wieder mit einem die Stadtmarke tragenden Findling versehen, die Jagd- und Weidegrenze.
Sieht man sich diesen Umkreis auf der Karte an, wird man feststellen,daß die Lüneburger ihre Privilegien sehr weiträumig in Anspruch nahmen - gewiß nicht zum Entzücken der davon betroffenen Landleute.
Dieses Recht mußte nach mittelalterlichem Brauch alle 30 Jahre ,,bezogen,,, d. h. vor aller Augen sichtbar gemacht werden und sicherheitshalber tat man es lieber schon nach 29 Jahren.
In der Regel zogen sich diese Schneedehandlungen in Etappen über mehrere Tage hin und wurden unter Beteiligung von Ratsherren, Stadtbediensteten und zahlreichen Bürgern und mit mancherlei Cepränge begangen.
Es war jedesmal eine stattliche Kavalkade mit mehreren Hundert Personen, von Reitern und Wagen, begleitet von den Stadtmusikanten und hörnerblasenden Jägern, die sich wie zu einem Volksfest aus dem Stadttor bewegte.
Unterwegs wurden bestimmte, durch den Brauch vorgeschriebene Handlungen vollzogen. Brückengeländer, Steine und andere Kennzeichen mußten durchden Beauftragten der Stadt ,,angegriffen", d. h. mit der rechten Hand angefaßt werden, und laut und deutlich hatte er vor aller Ohren das alte Recht der Stadt zu bezeugen.
Die erste Flurbegehung dieser Art wird uns aus dem Jahre 1418 bezeugt.
Schon im Jahre 1660 wird bei Heiligenthal ein übermannshoher Malstein mit der Jahreszahl 1597 als ,,fast das allerbeste Monument, so man diese ganze Besichtigung und Beziehung über gefunden" erwähnt. Auch der 1791 mit den Jahreszahlen ab 1703 vorgefundene Stein wird als besonders eindrucksvoll hervorgehoben. Vorstellbar ist, daß man den '1660 erwähnten Stein im Zusammenhang mit der Begehung des Jahres 1703 geglättet und von neuem mit dem Einmeißeln der Jahreszahlen begonnen hat.
Über die spätere "Crenz-Beziehung" des Jahres 1791 liegt uns das gedruckte Protokoll des Lüneburger Notars August Cottfried Lembcken vor.
Ausführlich nennt er die Namen der Teilnehmer, von den offiziellen Vertretern der Stadt in ihren Kutschen bis zu den Arbeitsleuten auf ihrem Ackerwagen und allen, die sich sonst noch in ihrer Equipage, zu Pferd oder zu Fuß dem Zug angeschlossen hatten.
Insgesamt waren wohl an die 300 Personen dabei, unter ihnen ,,die Jagd Liebhaber der ehrsamen Bürgerschaft zu Fuß, mit Cewehr und zum Theil auch überdem mit Jagd Hunden versehen.
Nach der schweren Franzosenzeit feierte man die auf 1791 folgende Flurbegehung von 1820 in besonderer Fröhlichkeit.
Der Stadtkoch hatte in einer mit Laubwerk geschmückten Scheune bei Reinstorf für die Teilnehmer an dem Zuge ein opulentes Essen hergerichtet.,,Die ausgebrachten Cesundheiten", heißt es in einem damaligen Bericht, ,,wurden bei Musik und klingenden Gläsern jubelnd aufgenommen, indem man sich wechselseitig die gemeinschaftliche Begehung über neun und zwanzig Jahre wünschte."
Aber die Zeiten änderten sich.
Als das Jahr 1849 gekommen war, hatte man für diese mittelalterlichen Bräuche kein Verständnis mehr.
Die ,,Crenzbeziehung" von 1820 ist die letzte ihrer Art gewesen.
Zum Cache:
Dieser Cache führt Euch zu dem im obigen Text beschriebenen historischen Grenzstein, dabei handelt es sich um einen Kurzmulti aus Start und Ziel.
Vor meiner Zeit gab es an dieser Stelle schon einmal einen Cache, einen längeren Multi, der aber lange archiviert ist.
Der Ort ist aber absolut einen Cache wert, daher ein neuer Multi.
Die Startposition entspricht dem Standort des Grenzsteins im Naturschutzgebiet Hasenburger Bachtal, alles was hier zu tun ist, lässt sich ganz bequem vom Weg aus erledigen.
Für -X- finde in den Jahreszahlen die im Listing erwähnte Ausnahme im zeitlichen Abstand der Grenzbegehungen und multipliziere diesen Abstand mit den letzten beiden Ziffern der grössten Jahreszahl..
Für -Y- verdoppele die Zahl der Teilnehmer der erwähnten Grenzbegehung.
Das Finale findet sich bei N 53.11, -X- und E 010.20, -Y-
Die Dose bietet ausreichend Platz für Travelbugs, Geocoins und blaues Allerlei.
Für die Erst-, Zweit- und Drittfinder gibt es allerlei Gedöns im Behälter. Seid fair!
Wichtig:
Die Startposition, der Standort des Schnedesteins, befindet sich im Naturschutzgebiet Hasenburger Bachtal, alles was hier zu tun ist, lässt sich ganz bequem vom Weg aus erledigen. Der Weg muss nicht verlassen werden.
Das Finale liegt etwas abseits und auch wenn es sich hier nicht um ein ausgewiesenes Wild- oder Naturschutzgebiet handelt, so achtet bitte die Natur und verhaltet Euch minimalinvasiv.
Ihr cacht unter den Augen von Spaziergängern, Reitern, Radfahrern und anderen Erholungssuchenden.
Hier wird gejagt, zu Eurer eigenen Sicherheit geht diesen Cache nicht nachts oder in der Dämmerung an!
Ich wünsche Euch viel Erfolg
Euer Deichgraf