EarthCache: Die Wanderung des Jäckelfelses – Geologie im Zentimetermaß
Die Entstehung der Tafelberge: Vom Meeresgrund zum Gipfel
Die Geschichte des Pfaffensteins begann vor etwa 100 bis 80 Millionen Jahren in der Oberkreide. Damals war die gesamte Region von einem flachen Meer bedeckt.
- Sedimentation (Ablagerung): Flüsse aus den umliegenden Gebirgen transportierten riesige Mengen an Sand ins Meer. Dieser lagerte sich in mächtigen Schichten ab. Durch den Druck der oberen Lagen verfestigte sich der Sand zu Quadersandstein.
- Hebung: Vor etwa 35 Millionen Jahren (im Tertiär) wurde die gesamte Region durch tektonische Kräfte (die alpidische Gebirgsbildung) angehoben. Das Meer wich zurück, und die Sandsteinplatte wurde zu einem Hochplateau.
- Zerschneidung und Erosion: Wind und vor allem Wasser begannen ihr Werk. Entlang von natürlichen Schwachstellen (Klüften) fraßen sich Bäche und Flüsse tief in das Gestein. Während weichere Gesteinsschichten großflächig abgetragen wurden, blieben besonders harte oder geschützte Bereiche als isolierte Tafelberge stehen.
- Die Rolle der "Sohlbank": Dass der Pfaffenstein so steil aufragt, liegt an seiner harten Kappe. Doch unter dem Sandstein liegen oft weichere, tonige Schichten (der sogenannte Planer). Wenn Regenwasser durch die vertikalen Klüfte bis auf diese Tonschicht sickert, wirkt diese wie eine Schmierseife. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Randbereiche wie der Jäckelfels instabil werden und überhaupt erst abgleiten können.
Willkommen am Pfaffenstein, einem der markantesten Tafelberge der Sächsischen Schweiz. Während die meisten Besucher die Aussicht genießen, blicken wir heute auf ein faszinierendes geologisches Detail im Klammweg. Hier, direkt am Jäckelfels, lässt sich die Entstehung des Elbsandsteingebirges und der langsame Zerfall der Tafelberge wie in einem offenen Buch lesen.
Geologischer Hintergrund: Das Absinken der Randschollen
Der Pfaffenstein besteht aus Quadersandstein der Kreidezeit. Über Millionen von Jahren haben Erosion und Tektonik den Berg aus der umliegenden Fläche herausgearbeitet. Doch der Prozess steht nicht still.
Ein typisches Phänomen im Elbsandstein ist das Abgleiten oder Absinken von Randschollen. Da der Sandstein auf einer Gleitschicht aus tonigen Sedimenten (dem sogenannten Planer) ruht, verlieren große Randpfeiler durch Verwitterung in den Klüften (Felsspalten) ihre Stabilität.
Das Phänomen am Jäckelfels
Der Jäckelfels ist eine solche Scholle. Er hat sich vom Hauptmassiv des Pfaffensteins gelöst. Durch den Schuttdruck und sein Eigengewicht ist er jedoch nicht nur seitlich gewandert (was den Klammweg öffnete), sondern auch vertikal abgesunken.
Die "Drift" im Zentimeterbereich:
Wenn du im unteren Teil des Klammwegs stehst, betrachte die gegenüberliegenden Wände. Sandstein ist in Schichten (Sedimentlagen) aufgebaut. Normalerweise müssten diese Schichten auf beiden Seiten der Spalte exakt auf gleicher Höhe liegen. Am Jäckelfels lässt sich jedoch eine Neigung beobachten. Der Jäckelfels ist gegenüber dem Massiv um etwa ? cm nach unten und ? seitlich "gedriftet". Dies beweist, dass der Fels keine feste Einheit mehr mit dem Plateau bildet.
Aufgaben für den Log:
Um diesen EarthCache zu loggen, begib dich in den Klammweg direkt an den Einstieg beim Jäckelfels und beantworte folgende Fragen:
- Die Beobachtung: Schaue von unten in den Klammweg hinein und laufe ihn bis zum ersten Knick. Schaue dir die Kluft an und beschreibe, was du über seine "Wanderung" feststellst (Neigung, Entfernung der Felswände voneinander, Höhenunterschied seiner Neigung vom Einstieg des Klammweges bis zum ersten Richtungswechsel).
- Strukturvergleich: Betrachte die Beschaffenheit der gegenüberliegenden Felswände im Klammweg. Siehst du Anzeichen von Reibung oder Schleifspuren, die durch die Abwärtsbewegung entstanden sein könnten, oder ist die Oberfläche eher rau und verwittert oder gar durch enorme Kräfte abgerissen? Begründe kurz deine Beobachtungen.
- Hypothese: Was glaubst du, verhindert, dass der Jäckelfels komplett in die Tiefe stürzt, obwohl er bereits um diese Distanz abgesunken ist? (Tipp: Schau dir den Boden des Klammwegs und sein Neigung an). Schaue dir in der Nähe der Listingkoordinaten den Klemmblock an, welcher auch Fallbeil genannt wird. Wird Dieser die nächsten Jahrtausende überstehen oder ist es warscheinlicher, das der Jäckelfels seine "Wanderung" wieder aufnimmt?
- Foto: Mach ein Foto von dir oder deinem GPS/Smartphone im Klammweg oder vor dem Jäckelfels und sende es mit deinem Log .
5. Optional: Die "Schmierseife" der Geologie:
Gehe vom Pfaffenstein im Abstieg den Bequemen Weg bis zum Jäckelfels. Beobachte den Boden und die unteren Wandbereiche dieser Schlucht. Findest du Hinweise auf Feuchtigkeit, Moosbildung oder sogar schlammige Ablagerungen? Erkläre kurz, warum Wasser in Verbindung mit den tieferliegenden Tonschichten (dem Planer) für die Abwärtsbewegung (Drift) der freistehenden Felstürme entscheidend ist, oder hat hier mal der Planer nicht seine Finger im Spiel, und ein Teil der ehemals kompletten Felswand wurde einfach nur unterspült?
Viel Spaß beim wandern und erkunden. Ich hoffe, Ihr habt Spaß bei diesen EC und freue mich auf eure Antworten, Logs und Fotos.
Liebe Grüße vom Höhlenfreund.
PS, da ich selbst gehbehindert bin, kann ich beurteilen, das der Klammweg mit ein bissel Enthusiasmus Unterarmstützentauglich ist.
Quellen: https://www.nabu.de Pfaffenstein mit Jäckelfels, https://natura2000sachsn.de 1.Kurzfassung Map "Tafelberge und Felsreviere.
httsp://de Wikipedia.org,
httsp://www.entdecke-sachsen.de, https://www.saechsische-schweiz-touristik.de Enstehung Elbsandsteingebirge.