Emil Bahr erblickte am 27.02.1906 in Alt-Rothwasser, dem heutigen Stará Cervená Voda in Tschechien, das Licht der Welt.
Er begann mit 14 Jahren eine Lehre als Müllerbursche. Bald wechselte er die bis zu fünf Zentner schweren Mühlwalzen allein.
Seine sportliche Karriere begann er mit 18 Jahren unter dem Pseudonym Milo Barus. Er probierte sich als Gewichtheber und feierte einige Erfolge im Ringen. Lange übte Milo Barus diesen Sport jedoch nicht aus. Als er im Kampf einem Gegner die Wirbelsäule brach, wurde ihm die Gefährlichkeit seiner Kräfte bewusst und er wechselte in das Schaustellergewerbe.
Ab 1956 war er Wirt der „Meuschkensmühle“ im Eisenberger Mühltal bei Weißenborn. Er trat weiterhin in vielen Orten der DDR, vorwiegend in Thüringen, als Milo Barus auf, bis er 1963 einen Herzinfarkt erlitt. Doch auch im hohen Alter ließ sich Barus gern - vor allem von Kindern - zu einem Beweis seiner übermenschlichen Kräfte überreden.
Mit dem 70. Geburtstag wurde der Wunsch nach Bayern zurückzukehren immer stärker. Nach der unverzüglichen Genehmigung seines Antrages auf Ausreise zog Emil Bahr im September 1976 mit seiner Frau nach Mühldorf am Inn. Doch bereits ein Jahr später, am 1. Oktober 1977, erlag er im Krankenhaus von Altötting/Oberbayern seinem Herzleiden.
Anfang der Fünziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts kann ich mich an einen Auftritt auf dem Jenaer Marktplatz erinnern, wo er Telefonbücher und Ketten zerriß. Er muß damals etwa 50 Jahre alt gewesen und man sah ihm seine Kräfte nicht an. Ich war dazumal etwa 10 Jahre alt.
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