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Der alte Weddelbrooker und seine Einschlüsse EarthCache

Hidden : 2/7/2026
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


LOGBEDINGUNGEN (bitte am Findling beantworten)

1) Vergleiche die dunklen Einschlüsse im Granit. Welche Unterschiede kannst du in Form (rund, länglich, unregelmäßig) und Größe erkennen? Wie groß ist der größte Einschluss, den du entdecken kannst?

2) Untersuche den Übergang zwischen dem hellen Granit und den dunklen Einschlüssen. Ist die Grenze scharf oder eher fließend? Kannst du Veränderungen durch Hitze erkennen, zum Beispiel „Ränder“ oder Vermischungen?

3) Handelt es sich bei den dunklen Einschlüssen eher um mafische Einschlüsse aus der Magmaschmelze oder um Xenolithe (Fremdgesteine)? Begründe deine Entscheidung anhand deiner Beobachtungen.

4) Mache ein Foto von dir selbst oder eines persönlichen Gegenstandes mit dem alten Weddelbrooker im Hintergrund ohne direkt zu spoilern. Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim EarthCache einfach dazu.

BESCHREIBUNG

Der alte Weddelbrooker

Der alte Weddelbrooker ist ein großer Findling (glazial transportierter Gesteinsblock), der heute in Weddelbrook zu sehen ist. Der etwa 102 Tonnen schwere Granitblock wurde 1997 bei landwirtschaftlichen Arbeiten entdeckt, mit großem technischem Aufwand geborgen und anschließend im Dorf aufgestellt.

Granit - Zusammensetzung und Entstehung

Granit ist ein sogenanntes plutonisches (tief in der Erdkruste entstandenes) magmatisches Gestein. Es entsteht durch die langsame Abkühlung von Magma in mehreren Kilometern Tiefe. Durch diese langsame Kristallisation können sich gut sichtbare Minerale ausbilden, wodurch Granit seine typische grobkörnige Struktur erhält.

Mineralogisch besteht Granit überwiegend aus hellen (felsischen) Komponenten wie Quarz und Feldspat. Daneben enthält er jedoch auch dunkle, sogenannte mafische Minerale, vor allem Biotit oder Hornblende. Diese mafischen Bestandteile sind eisen- und magnesiumreich und verantwortlich für die dunklen Anteile im ansonsten hellen Gestein.

Mafische Minerale im Granit – Ursprung in der Magmaschmelze

Die mafischen Bestandteile im Granit stammen bereits aus der ursprünglichen Gesteinsschmelze (dem Magma). Auch wenn Granit insgesamt als „felsisch“ gilt, ist das Magma nie vollständig homogen, sondern enthält unterschiedliche chemische Komponenten. Während der Abkühlung beginnt die Kristallisation nicht gleichzeitig für alle Minerale:

  • Mafische Minerale kristallisieren frühzeitig aus
  • Felsische Minerale (z. B. Quarz) kristallisieren später

Dieser Prozess hängt mit der sogenannten fraktionierten Kristallisation zusammen, bei der sich Minerale je nach Temperatur und chemischer Stabilität nacheinander aus der Schmelze abscheiden.

Da mafische Minerale eine höhere Dichte besitzen, sinken sie in der Magmakammer nach unten. Dadurch können sich lokal Anreicherungen bilden, die später im erstarrten Granit als dunkle Einschlüsse oder Schlieren sichtbar sind. Diese sind also keine Fremdkörper, sondern ein integraler Bestandteil des ursprünglichen Magmas.

Kumulatbildung – Ansammlung dichter mafischer Minerale

Die beschriebenen Prozesse führen zur sogenannten Kumulatbildung. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung früh auskristallisierter Minerale am Boden einer Magmakammer.

Die wichtigsten Schritte sind:

  1. Frühe Kristallisation mafischer Minerale
  2. Absinken dieser Minerale aufgrund höherer Dichte
  3. Bildung einer mineralischen „Schicht“ oder Anreicherung (Kumulat)

Wenn das restliche Magma später weiter abkühlt und erstarrt, können diese kumulierten Minerale in den Granit eingebaut werden. Im fertigen Gestein erscheinen sie dann als dunkle Aggregate, Linsen oder Schlieren.

Solche Strukturen liefern wichtige Hinweise auf die Dynamik der Magmakammer, insbesondere auf Strömungsprozesse, Dichteunterschiede und Kristallisationsabfolgen.

Abgrenzung: Mafische Kumulat-Einschlüsse vs. Xenolithe

Ein wichtiges ähnliches Phänomen sind Xenolithe, die jedoch klar von den oben beschriebenen mafischen Anreicherungen zu unterscheiden sind.

Ein Xenolith ist ein Fremdgestein, das während des Aufstiegs oder der Speicherung von Magma aus dem umgebenden Gestein herausgebrochen und in die Schmelze aufgenommen wurde. Diese Einschlüsse haben also keinen genetischen Zusammenhang mit der Magmaschmelze selbst.

Wichtige Unterschiede:

  • Mafische Kumulat-Einschlüsse:
    • stammen aus der gleichen Schmelze
    • entstehen durch Kristallisationsprozesse
    • sind genetisch Teil des Granits
  • Xenolithe:
    • stammen aus fremdem Nebengestein
    • werden mechanisch in das Magma eingebracht
    • können teilweise aufgeschmolzen oder metamorph verändert sein

Diese Unterscheidung ist geologisch entscheidend, da sie Rückschlüsse darauf erlaubt, ob ein Einschluss die Magmenentwicklung widerspiegelt oder externe Gesteine dokumentiert.

Zusammenfassung

Granit ist ein felsisches Tiefengestein, das jedoch stets auch mafische Bestandteile enthält. Diese dunklen Minerale entstehen früh in der Magmaschmelze, sinken aufgrund ihrer hohen Dichte ab und können sich als Kumulat am Boden der Magmakammer ansammeln. Beim vollständigen Erstarren des Magmas werden diese Anreicherungen im Granit konserviert und erscheinen als dunkle Einschlüsse oder Strukturen.

Im Gegensatz dazu stehen Xenolithe, die als fremde Gesteinsfragmente in das Magma gelangen und daher nicht Teil der ursprünglichen Schmelze sind.

Damit liefern mafische Einschlüsse im Granit wertvolle Informationen über Magmenentwicklung, Kristallisationsabfolgen und physikalische Prozesse innerhalb der Erdkruste.

 

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Quellen

https://geologyscience.com/de/rocks/igneous-rocks/granite/

https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/granit/6222

https://de.wikipedia.org/wiki/Granit

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Xenolith?lang=de

https://de.wikipedia.org/wiki/Xenolith

https://www.vulkane.net/blogmobil/wiki/xenolith/

https://de.wikipedia.org/wiki/Weddelbrook

Eigene Fotos

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