Der Abend beginnt vielversprechend: Wir treffen uns vor der Kneipe deren Schild im warmen Licht der Straßenlaterne schimmert. Drinnen empfängt uns ein Gewirr aus Stimmen, Lachen und dem unverwechselbaren Duft von Frischgezapftem.
Hinter dem Tresen reihen sich Flaschen und Zapfhähne wie eine stille Weltreise aneinander – ein belgisches Trappistenbier hier, ein japanisches Craft-Lager dort, daneben ein rauchiges Stout aus Irland und ein fruchtiges IPA aus Neuseeland. Die Getränkekarte liest sich wie ein Atlas.
Wir bestellen zwei kleine Probiergläser – zunächst ein helles, spritziges Witbier aus Brüssel, kühl und nach Koriander duftend – und kommen ins Gespräch. Über Lieblingsreiseziele, über den Unterschied zwischen einem bayerischen Weizen und einem tschechischen Pilsner, über Dinge, die man sonst beim ersten Treffen nie erwähnen würde.
Das nächste Bier kommt aus Mexiko, bernsteinfarben und leicht süßlich. Wir stoßen an.
Draußen zieht der Abend vorbei, drinnen vergeht die Zeit kaum – und irgendwo zwischen einem äthiopischen Teff-Bier und einem schottischen Ale stellt sich dieses ruhige, angenehme Gefühl ein: Hier könnte noch ein zweites Date folgen.