Die Stiftskirche St. Marien zu Walbeck und ihr historischer Hintergrund
Die Ruine der Stiftskirche St. Marien in Walbeck (Landkreis Börde) zählt zu den wichtigsten und malerischsten Stationen auf der Straße der Romanik. Gegründet wurde das der Jungfrau Maria geweihte, hoch über der Aller gelegene Kanonikerstift, zu dem die Kirche einst gehörte, durch Graf Lothar II. von Walbeck auf dessen Eigengut. Graf Lothar war Angehöriger eines Adelsgeschlechts, das sowohl in der sächsischen Geschichte als auch in der Reichsgeschichte eine herausgehobene Rolle spielte. Bedeutendster Vertreter dieses Adelsgeschlechts war der spätere Bischof von Merseburg und wichtigster Geschichtsschreiber der ottonischen Epoche Thietmar, dessen Chronik einige Informationen über Anfangszeit des Stifts enthält. Lothar II. war zu Ostern des Jahres 941 an einem Komplott Heinrichs, des späteren Herzogs von Bayern, gegen dessen Bruder König Otto I., den späteren Kaiser Otto den Großen, beteiligt gewesen. Die geplante Ermordung des Königs in Quedlinburg schlug fehl, etliche Mitverschwörer Heinrichs wurden hingerichtet. Lothar II. von Walbeck allerdings wurde begnadigt. Als Sühneleistung gründete er ein Stift.
Obwohl seit dem 19. Jahrhundert nur noch als Ruine erhalten, zählt die Kirche des einstigen Stifts zu den bedeutenden architektonischen Zeugnissen der Ottonenzeit in Deutschland, denn nur an sehr wenigen Bauten hat sich aufgehendes Mauerwerk aus dieser Zeit erhalten.
(Quelle: https://www.archaeologie-online.de/blog/archaeologische-untersuchungen-in-der-ruine-der-ottonenzeitlichen-stiftskirche-st-marien-in-walbeck/ )
Mehr Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftskirche_Walbeck
