Aus einem ehemaligen Waschhaus wurde das Leseknusperhäuschen.
Früher standen dort grosse Bottiche, in denen Wäsche geschrubbt wurde, und es roch nach Seife und heissem Wasser. Die Menschen aus dem Dorf von Dielsdorf kamen hierher, um zu waschen, zu reden und Neuigkeiten auszutauschen.
Doch mit der Zeit wurde das Waschhaus nicht mehr gebraucht. Es stand leer, still und vergessen.
Bis eines Tages jemand eine Idee hatte.
Die alten Wannen wurden hinausgetragen, die Wände gestrichen und Regale aufgebaut. Nach und nach zogen Bücher ein – grosse, kleine, bunte und alte. Aus dem stillen Waschhaus wurde ein lebendiger Ort.
So entstand das Leseknusperhäuschen.
Heute sitzen dort Kinder und Erwachsene, wo früher Wasser plätscherte. Statt Seife liegt der Duft von Papier in der Luft, und statt Wäsche werden Geschichten «gewaschen» – gelesen, weitergegeben und neu entdeckt.
Und wenn es ganz still ist, glaubt man fast, das alte Waschhaus flüstern zu hören, als würde es sich freuen, dass aus ihm ein Ort voller Geschichten geworden ist.