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Das steinerne Gedächtnis am Ehrenmal EarthCache

Hidden : 4/26/2026
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Das steinerne Gedächtnis am Ehrenmal

Dieses Kriegerehrenmal ist nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Fenster in die Jurazeit vor 150 Millionen Jahren.

Der Jura-Kalkstein (Malm)

Die Erbauer wählten für dieses Mahnmal einen Jura-Kalkstein (geologisch: Oberer Jura/Malm). Er ist ein biogenes Archiv – er besteht fast vollständig aus den versteinerten Zeugen eines subtropischen Schelfmeeres, das einst weite Teile Mitteleuropas bedeckte.

Die Entstehung: Wie Stein aus dem Meer geboren wird

Kalkstein ist das Ergebnis eines faszinierenden Zusammenspiels aus Biologie, Chemie und Zeit. Fast jeder Kalkstein begann seine Reise am Grund eines Ozeans.

1. Der biologische Motor (Biogene Ausfällung)

Die Entstehung dieses Gesteins war ein gigantisches Bauprojekt unzähliger Meeresorganismen. Muscheln, Schnecken, Ammoniten und mikroskopisch kleines Plankton entzogen dem Meerwasser gelöste Calcium- und Hydrogencarbonat-Ionen. In ihren Zellen wandelten sie diese in festes Calciumcarbonat (CaCO_3) um, um daraus schützende Schalen und Skelette zu bauen. Wenn diese Lebewesen starben, sanken ihre harten Überreste auf den Meeresgrund und bildeten über Jahrtausende mächtige Schichten.

2. Der chemische Prozess (Abiotische Ausfällung)

Kalk kann auch ohne direkte Hilfe von Lebewesen entstehen. In flachen, warmen Meeren ist das Wasser oft mit Kalk gesättigt. Steigt die Temperatur oder sinkt der CO_2-Gehalt (z. B. durch Algenwachstum), fällt Kalk in Form winziger Kristalle direkt aus dem Wasser aus. Dieser sinkt als extrem feiner Kalkschlamm zu Boden und bildet später die sogenannte Matrix (das Bindemittel im Stein).

3. Die Verwandlung (Diagenese)

Damit aus losem Schlamm harter Stein wird, folgt die Diagenese: Durch den Druck immer neuer Ablagerungen wird das Wasser herausgepresst (Kompaktion). In den verbleibenden Porenräumen kristallisieren neue Minerale aus, die wie ein natürlicher Kleber wirken und Fragmente sowie Schlamm zu einem soliden Gestein verbinden.

Die drei Untergruppen des Jura-Kalksteins

Je nach den damaligen Umweltbedingungen (Strömung, Tiefe, Nähe zu Riffen) unterscheidet man verschiedene Ausprägungen (Fazies):

Untergruppe Merkmale vor Ort Entstehungsmilieu
1. Mikritischer Kalk Sehr feinkörnig, glatt, fast keine sichtbaren Fossilien mit bloßem Auge erkennbar. Ruhiges Wasser in tieferen oder geschützten Meeresbereichen.
2. Bioklastischer Kalk Unruhige Textur aus massenhaft kleinen, hellen Schalenfragmenten (Bioklasten). Bewegtes Wasser (Brandungszone), wo Schalen zertrümmert wurden.
3. Schwamm-Riffkalk Größere, klumpige oder netzartige Strukturen von fossilen Kieselschwämmen. Direktes Wachstum innerhalb eines Riffkomplexes.

Verwitterung: Der Stein im Wandel der Zeit

Sobald Kalkstein der Witterung ausgesetzt ist, setzt sein Zerfall ein. Am Ehrenmal lassen sich folgende Prozesse beobachten:

  • Oxidation (Chemisch): Eisenminerale im Stein (wie Pyrit) reagieren mit Sauerstoff. Die Farbe schlägt von Blaugrau in Gelb-Braun um – der Stein "rostet" punktuell.
  • Lösungsverwitterung (Chemisch): Regenwasser wird durch CO2 zu schwacher Kohlensäure, die das Calciumcarbonat langsam auflöst. Härtere Fossilien bleiben oft reliefartig stehen (selektive Verwitterung).
  • Frostsprengung (Physikalisch): Gefrierendes Wasser in Mikrorissen übt Sprengdruck aus, was zu kleinen Abplatzungen führt.

Logbedingungen (Aufgaben)

Um diesen EarthCache zu loggen, schicke mir bitte die Antworten auf folgende Fragen:

  1. Bestimmung: Untersuche die Steinoberfläche des Denkmals. Welcher Untergruppe (1, 2 oder 3) würdest du diesen Stein zuordnen? Begründe kurz anhand deiner Beobachtung.
  2. Verwitterung: Suche dir eine markante Stelle am Denkmal aus, die nicht mehr "frisch" aussieht. Welche Art der Verwitterung (Oxidation, Lösung oder Frostsprengung) liegt hier vor? Beschreibe kurz, woran du das festmachst (z.B. Farbe oder Oberflächenstruktur).
  3. Struktur: Sind die fossilen Einschlüsse eher bündig mit der Gesteinsoberfläche oder treten sie leicht hervor? Was denkst du, woran könnte das liegen?
  4. Foto (Pflicht): Mache ein Foto von dir oder einem persönlichen Gegenstand am Ehrenmal. Auf dem Foto sollten die Jahreszahlen 1914 - 1918 und 1935 - 1945 mit drauf sein. Siehe Beispielfoto. (bitte keine Spoiler der Steinstruktur).

Quellenangaben:

  • Geyer, M. & Gwinner, M. P. (2011): Geologie von Baden-Württemberg. Schweizerbart.
  • Flügel, E. (2010): Microfacies of Carbonate Rocks. Springer-Verlag.
  • Grimm, W.-D. (1990): Bildatlas wichtiger Denkmalgesteine der BRD. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege.
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Quelle Fotos:
Eigenes Archiv & KI-generierte Grafiken

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