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Der 13. Archaeopteryx?
1. Fossiliensuche und Bestimmung
Suche im Bereich der Sammelstelle nach Steinen oder Gesteinsstücken, die fossile Abdrücke aufweisen. Mit etwas Geduld wirst du sicherlich das eine oder andere Fossil entdecken. Beachte dabei, dass aufgrund der Art der Sedimentation und Erhaltung nicht alle Abdrücke sofort eindeutig erkennbar sind – manche Fossilien zeigen sich erst bei genauerer Betrachtung oder unter bestimmten Lichtverhältnissen. Versuche, dein gefundenes Fossil einer systematischen Gruppe zuzuordnen (z. B. Ammoniten, Muscheln, Schnecken, Fische, Krebse, Schwämme). Nutze dazu die Bestimmungstabelle aus dem Listing als Hilfestellung. Was konntest du finden? Vielleicht den nächsten Archaeopteryx? Gerne kannst du ein Foto deines Funds mit den Antworten schicken.
2. Wie entstehen Fossilien?
3. Warum werden nur sehr wenige Lebewesen zu Fossilien? Warum sind die meisten Fossilien Meerestiere?
Das Sammeln von Fossilien im Geotop „Bohnerze und Plattenkalke“ bei Daiting (Geopark Ries) ist im Rahmen der dort angelegten Erlebnis-Geotope und Lehrpfade grundsätzlich möglich, kostenlos und erwünscht. Lose Bruchstücke vom Schuttfeld können mitgenommen werden. Es ist verboten am Aufschluss Material abzubauen oder einen Geologenhammer einzusetzen.
Fossilfunde der Mörnsheimer Schichten
Bei Solnhofener Fossilien denkt man in erster Linie an die Fundorte bei Solnhofen und Eichstätt – doch auch die Region um Daiting ist ein wichtiger Fundort. Tatsächlich stammt der erste, 1817 publizierte Reptilienfund der Gegend, ein Meereskrokodil, aus der „Bohnerzgrube am Meulenhart" bei Daiting. In den Folgejahren wurden hier weitere bedeutende Fossilien gefunden, darunter Brückenechsen, Langschwanzsaurier und sogar ein Knochenfisch, der seinen Fundort im Namen trägt: der Daitingichthys.

Der Daitingichthys
Die hellen Kalke des Altmühltals, so auch die Gesteine von Mühlheim, entstanden im Oberen Jura. Die Jurazeit gehört zum Erdmittelalter und umfasst ein Alter von 190 bis 135 Millionen Jahren. Sie wird weiter aufgegliedert in:
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Unterjura oder Schwarzer Jura (Lias)
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Mitteljura oder Brauner Jura (Dogger)
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Oberjura oder Weißer Jura (Malm)
Der Obere Jura wird unterteilt in die Stufen Oxfordium, Kimmeridgium und Tithonium. Die Gesteine im Steinbruch werden in das untere Tithonium eingeordnet, genauer in das Malm Zeta 3. Sie werden als Mörnsheimer Schichten bezeichnet und sind ca. 150 Millionen Jahre alt – etwa 500.000 Jahre jünger als die Solnhofener Plattenkalke. Die Mächtigkeit der Mörnsheimer Schichten wird auf 50 Meter geschätzt.
Als die Kieselplattenkalke der Mörnsheimer Schichten abgelagert wurden, gab es die alte Solnhofener Lagune nicht mehr. An ihre Stelle trat eine neue Meereslandschaft, die von nahen Korallenriffen und Inseln mit dichter Vegetation geprägt war. Das Mörnsheimer Jurameer war im heutigen Gebiet von Langenaltheim, Solnhofen, Mörnsheim und Mühlheim Bestandteil eines Korallenriffgürtels, der im Westen des Solnhofen-Archipels lag. Hier entstanden die jüngsten Fossillagerstätten im Solnhofen-Archipel: Daiting bei Monheim und Mühlheim bei Mörnsheim.

Das Meer war durch Riffsysteme in wannenartige Lagunen unterteilt, deren stark salzhaltiges und sauerstoffarmes Wasser lebensfeindlich war. Am Boden lebende Tiere und Mikroben gab es hier kaum, sodass die Überreste abgesunkener Tierleichen nicht zersetzt wurden und gut erhalten blieben.
Der Fossilinhalt der Mörnsheimer Schichten beeinhaltet eine bunte Mischung aus:
Allochthonen Organismen (aus benachbarten Lebensräumen eingetragen): Landpflanzen, Flugsaurierreste, Insekten
Autochthonen Organismen (am Einbettungsort gelebt): Meeresbewohner wie Ammoniten, Fische, Krebse, Seelilien
Das Spektrum reicht von Mikrofossilien über Ammoniten, Fische und Krebse bis hin zu Pleurosauriern und Krokodilen. Die Mörnsheimer Schichten sind überaus reich an Fossilien, allerdings ist die Erhaltung der Fossilien in der Regel schlechter als in den Solnhofener Plattenkalken. Ein gehäuftes Auftreten von Fossilschutt-Horizonten (sogenannten „Schwammschichten") ist zu beobachten.
In großer Zahl fand man vor allem Reste von Meeresbewohnern. Sogar Weichteile von Quallen wurden versteinert. Vergleichsweise häufig findet man auch die Reste von fliegenden Tieren, die in die Lagunen stürzten, darunter Flugsaurier und Insekten, deren versteinerte Hautflügel oft in feinsten Details erhalten sind.
Der Urvogel Archaeopteryx ist eines der berühmtesten Fossilien der Welt. Er stellt ein evolutionäres Bindeglied zwischen Reptilien und Vögeln dar. Es sind bisher zwölf Exemplare des Archaeopteryx und eine Feder bekannt, die alle aus der Altmühlalb stammen.
Das „Achte Exemplar" wurde Ende der 1980er Jahre bei Daiting gefunden. Dieser Archaeopteryx ist ca. 400.000 Jahre jünger als die anderen Exemplare und zeigt unter anderem eine größere Ansatzstelle für die Flugmuskeln als die älteren Urvögel – er konnte demnach vermutlich besser fliegen.
Was sind eigentlich Fossilien und wie sind sie entstanden?
Fossilien sind versteinerte Überreste von Lebewesen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) aus früheren geologischen Epochen. Sie entstehen, wenn Organismen unmittelbar nach ihrem Tod oder noch zu Lebzeiten von Sediment bedeckt werden – entweder direkt am Lebensort (in situ) oder nach einem Transport durch Strömungen, Schwerkraft oder andere geologische Prozesse an einem anderen Ablagerungsort (allochthon).
Die Erhaltung von Organismenresten – meist Hartteile wie Schalen, Knochen, Zähne oder Holz – setzt voraus, dass Sauerstoff fehlt, der normalerweise zur bakteriellen Zersetzung führt. Diese Bedingung ist in sauerstoffarmen oder sauerstofffreien Milieus (z. B. Tiefseebecken, Lagunen, Faulschlammzonen) oder bei sehr hoher Sedimentationsrate gegeben, die eine schnelle Einbettung ermöglicht. Im weiteren Verlauf der Erdgeschichte führt die Überlagerung durch mächtige Sediment- oder Gesteinspakete zu erhöhtem Druck und steigenden Temperaturen. Diese Bedingungen bewirken einen chemischen Stoffaustausch – etwa durch Permineralisation, Rekristallisation oder Inkohlung –, der die ursprüngliche Zusammensetzung der organischen oder mineralischen Substanz in stabilere Mineralphasen (z. B. Calcit, Pyrit, Quarz) umwandelt. Dieser Prozess wird als eigentliche Versteinerung oder Fossilisation bezeichnet.
Zu den häufigsten Fossilien in der Grube Daiting zählen die Ammoniten. Diese marinen Kopffüßer besiedelten über 350 Millionen Jahre lang – vom Devon bis zum Ende der Kreidezeit – nahezu alle Meere der Erde. Sie lebten zur Zeit der Dinosaurier und starben vor etwa 66 Millionen Jahren, am Ende des Erdmittelalters (Kreide-Paläogen-Grenze), im Zuge eines globalen Massenaussterbens aus. Insgesamt sind rund 12.000 Arten in etwa 1.500 Gattungen bekannt. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung, schnellen Evolution und guten Erhaltungsfähigkeit sind Ammoniten wichtige Leitfossilien für die Altersbestimmung von Gesteinsschichten.


Literatur
https://www.geomnia.de/plattenkalk/m%C3%B6rnsheim-fm/
https://app.geopark-ries.de/projects/de/index.html?p=11&spot=68&spot=68
http://www.das-altmuehltal.de/moernsheim/lehrpfad/stratigraphie.htm
https://www.solnhofen-fossilienatlas.de/fosssite.php?section=sites&siteid=26&sitename=Daiting
https://www.geopark-ries.de/sehenswertes/geotope_bohnerze_und_plattenka-40851/
https://natuurtijdschriften.nl/pub/1000133/GenH2013067002005.pdf
eigene Bilder