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- Worauf führst du die Form zurück und wie ist sie entstanden?
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- Welche Bereiche wirken stärker verwittert?
- Überlege, warum basaltisches Gestein unterschiedliche Farben haben kann.
- Wie gelangte ehemaliger Ozeanboden in diese Höhe?
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Kissen-Lava im Gebirge
An der Jochstraße zwischen Bad Hindelang und Oberjoch befindet sich ein besonderes geologisches Naturdenkmal: sogenannte Pillow-Lava, auch Kissenlava genannt.
Das Gestein besteht aus Basalt, einem vulkanischen Ergussgestein. Als die heiße Lava damals am Meeresboden austrat, kühlte sie durch das kalte Wasser sehr schnell ab. Dabei bildeten sich rundliche, kissenartige Formen – daher der Name „Kissenlava“. Die äußere Oberfläche kühlt durch das kalte Meerwasser sofort ab und erstarrt, während im Inneren noch flüssige Lava nachdrückt Diese Struktur beweist, dass die Lava ursprünglich unter dem Meer entstanden ist.
Die Basalte entstanden im Erdmittelalter, also im Mesozoikum, genauer gesagt im Mitteljura vor etwa 170 bis 160 Millionen Jahren. Damals befand sich an dieser Stelle der sogenannte Piemont-Ozean, ein Teil des früheren Tethys-Meeres zwischen der europäischen und der afrikanischen Kontinentalplatte. An einem mittelozeanischen Rücken stieg Magma aus dem Erdinneren auf und bildete neue ozeanische Erdkruste. Die Kissenlava ist somit ein Überrest eines ehemaligen Ozeanbodens.
Das Gestein gehört heute zur sogenannten Arosa-Zone. Diese geologische Einheit besteht aus einer Mischung verschiedener Gesteine: Meeresablagerungen, Basalten sowie Teilen ehemaliger ozeanischer Erdkruste. Die ursprünglichen Basalte wurden später durch Druck, Wärme und heiße mineralhaltige Lösungen leicht verändert. Durch diese hydrothermale Umwandlung entstanden sogenannte Spilite oder Diabasspilite.
In den Basalten finden sich zahlreiche Einschlüsse von marinen Sedimenten und Fossilresten, die beim Aufstieg der Lava mitgerissen wurden. Zwischen den einzelnen Lavakissen bildeten sich außerdem Mineralien wie Zeolithe. Basalt verdankt seine dunkle Farbe seinem hohen Gehalt an eisen- und magnesiumreichen Mineralen. Das Eisen reagiert mit Wasser und Sauerstoff und oxidiert – ähnlich wie Rost an Metall. Der Basalt besteht zu dem aus dunklem Pyroxen sowie Olivin und dunklem Feldspat.
Während der Oberkreide vor etwa 100 bis 70 Millionen Jahren begann die Alpenbildung. Dabei wurde die Arosa-Zone durch starke tektonische Kräfte zusammengeschoben und über andere Gesteinsschichten geschoben. Die Gesteine wurden dabei stark beansprucht und teilweise metamorph verändert. Heute sind Aufschlüsse dieser ehemaligen ozeanischen Gesteine im Allgäu nur noch selten sichtbar.
Die Kissenlava an der Jochstraße zeigt eindrucksvoll, dass sich im heutigen Alpenraum einst ein Ozean befand. Wegen ihrer großen wissenschaftlichen Bedeutung wurde die Fundstelle vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als besonders wertvolles Geotop ausgezeichnet. Sie dient heute als wichtiges Forschungs- und Exkursionsobjekt zur Geschichte der Alpen und der Entstehung ozeanischer Erdkruste.
Literatur
https://www.umweltatlas.bayern.de/standortauskunft/rest/reporting/sb_geotope/generate/Geotope.pdf?additionallayerfieldvalue=780A008
https://de.wikipedia.org/wiki/Basaltaufschluss_an_der_Stra%C3%9Fe_Hindelang_%E2%80%93_Oberjoch