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Das Große Torfmoor und sein Boden EarthCache

Hidden : 5/7/2026
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


LOGBEDINGUNGEN

1) Beschreibe den Torf neben dem Bohlenweg. Welche Farbe, Struktur und Festigkeit kannst du erkennen? Handelt es sich eher um Weißtorf, Brauntorf oder Schwarztorf?

2) Welche Pflanzenreste kannst du im Torf erkennen und was verraten sie über die Entstehung des Moores?

3) Vergleiche den Torf am Bohlenweg mit dem sehr feuchten Torf am zweiten Standort (Wegpunkt: Mooranlage / Moorlaufe). Handelt es sich wahrscheinlich um dieselbe Torfart? Begründe deine Entscheidung anhand deiner Beobachtungen.

4) Mache ein Foto von dir selbst oder eines persönlichen Gegenstandes mit dem Moor und Nordturm im Hintergrund ohne direkt zu spoilern. Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim EarthCache einfach dazu.

BESCHREIBUNG

Das Große Torfmoor in Nordrhein-Westfalen

Das Große Torfmoor liegt im Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen und ist das größte erhaltene Hochmoor des Bundeslandes. Es umfasst heute rund 600 Hektar und stellt einen der bedeutendsten Hochmoor-Regenerationskomplexe Nordrhein-Westfalens dar. Charakteristisch sind die torfmoosreichen Flächen, Moorgewässer und typischen Hochmoorlebensräume. Das Gebiet entstand nach der letzten Eiszeit und wird heute durch Naturschutz- und Wiedervernässungsmaßnahmen erhalten.

Die geologische Entstehung des Großen Torfmoores

Die Grundlage für das heutige Große Torfmoor wurde bereits während der Saale-Eiszeit vor etwa 300.000 bis 130.000 Jahren geschaffen. Damals verlief die Weser noch nördlich des Wiehengebirges und lagerte große Mengen Sand und Kies ab. Diese eiszeitlichen Ablagerungen prägen den Untergrund des Gebietes bis heute.

Erst nach dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.000 Jahren veränderte sich die Landschaft grundlegend. Die Weser verlagerte ihren Lauf und hinterließ einen abgeschnittenen Flussarm, in dem sich ein flacher See bildete. Mit der Zeit verlandete dieser See durch die Ablagerung von Sedimenten und abgestorbenen Pflanzenresten.

Über viele Jahrhunderte entstand dabei eine Schicht aus kalkhaltigen Sedimenten, abgestorbenen Wasserorganismen und Muschelresten, die als Torfmudde bezeichnet wird. Diese Schicht wirkte wie eine natürliche Trenn- und Isolierschicht gegenüber dem Grundwasser. Dadurch wurden die Nährstoffzufuhr und der Wasseraustausch mit dem Untergrund zunehmend eingeschränkt. Es entwickelten sich nährstoffarme Bedingungen, die eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung eines Hochmoores darstellten.

Auf der Torfmudde sammelten sich immer mehr abgestorbene Pflanzenreste an. Durch die dauerhafte Vernässung entstand zunächst ein Niedermoor. Mit zunehmender Torfbildung wuchs die Mooroberfläche immer weiter an. Schließlich wurde das Moor überwiegend durch Niederschlagswasser versorgt und entwickelte sich zu einem nährstoffarmen Hochmoor. Dieser Prozess dauerte mehrere Jahrtausende und führte zur Entstehung des heutigen Großen Torfmoores.

Entstehung von Torf

Torf entsteht in Mooren durch die Anhäufung abgestorbener Pflanzenreste unter dauerhaft nassen Bedingungen. Die Moorflächen sind ganzjährig mit Wasser gesättigt, wodurch kaum Sauerstoff in den Boden gelangen kann. Dieser Sauerstoffmangel verlangsamt die Tätigkeit von Bakterien und anderen Mikroorganismen erheblich. Während abgestorbene Pflanzen in normalen Böden meist vollständig zersetzt werden, bleiben sie im Moor teilweise erhalten und sammeln sich Schicht für Schicht an.

Zu den wichtigsten Torfbildnern in Hochmooren gehören Torfmoose. Diese Pflanzen besitzen die besondere Fähigkeit, große Mengen Wasser zu speichern und ihre Umgebung zu versauern. Dadurch verschlechtern sich die Bedingungen für zersetzende Mikroorganismen zusätzlich. Jedes Jahr sterben die unteren Teile der Torfmoose ab, während die oberen Bereiche weiterwachsen. Die abgestorbenen Pflanzenteile werden nicht vollständig abgebaut und bilden eine neue Torfschicht.

Im Laufe von Jahrhunderten und Jahrtausenden verdichten sich die abgelagerten Pflanzenreste unter ihrem eigenen Gewicht. Gleichzeitig werden sie durch biologische und chemische Prozesse langsam umgewandelt. Dieser Vorgang wird als Humifizierung bezeichnet. Dabei entstehen die charakteristischen Torfschichten mit unterschiedlichem Zersetzungsgrad. Die Torfbildung erfolgt sehr langsam: Unter natürlichen Bedingungen wächst eine Torfschicht meist nur etwa 0,5 bis 1 Millimeter pro Jahr. Für einen Meter Torf können daher mehr als 1.000 Jahre erforderlich sein.

Da Torf überwiegend aus organischem Material besteht, speichert er große Mengen Kohlenstoff. Moore gehören deshalb zu den wichtigsten natürlichen Kohlenstoffspeichern der Erde. Werden Moore entwässert oder abgebaut, gelangt dieser über Jahrtausende gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre. Die Entstehung und Erhaltung von Torf spielt daher nicht nur für die Geologie, sondern auch für den Klima- und Naturschutz eine bedeutende Rolle.

Die verschiedenen Moorböden: Weißtorf, Brauntorf und Schwarztorf

Im Moor entstehen unterschiedliche Torfschichten, die sich durch Alter und Zersetzungsgrad unterscheiden. Die oberste Schicht wird als Weißtorf bezeichnet. Sie besteht überwiegend aus relativ jungen und nur wenig zersetzten Torfmoosen. Pflanzenstrukturen sind oft noch gut erkennbar. Weißtorf besitzt eine helle Farbe und kann besonders viel Wasser speichern.

Unter dem Weißtorf liegt der Brauntorf. Er stellt eine Übergangsstufe dar, bei der die Pflanzenreste bereits stärker zersetzt wurden. Die ursprünglichen Pflanzenstrukturen sind nur noch teilweise sichtbar. Seine braune Färbung entsteht durch fortschreitende Humifizierung, also die Umwandlung organischer Stoffe in Humus.

Die tiefste und älteste Torfschicht ist der Schwarztorf. Hier sind die Pflanzenreste bereits stark zersetzt und stark verdichtet. Einzelne Pflanzenbestandteile lassen sich kaum noch erkennen. Durch die intensive Humifizierung erscheint die Schicht dunkel bis schwarz. Schwarztorf enthält weniger Luft und Wasser als Weißtorf und wurde früher häufig als Brennstoff genutzt. Die typische Schichtung aus Weißtorf über Schwarztorf ist ein wichtiges Merkmal vieler Hochmoore.

Abgrenzung zu ähnlichen geologischen Phänomenen

Moore werden häufig mit Sümpfen oder Feuchtgebieten verwechselt. Geologisch gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied. In einem Moor entsteht Torf, weil abgestorbene Pflanzen aufgrund von Sauerstoffmangel nicht vollständig abgebaut werden. Die Torfbildung ist daher das entscheidende Merkmal eines Moores.

Sümpfe und andere Feuchtgebiete sind ebenfalls dauerhaft nass, bilden jedoch meist keinen oder nur sehr wenig Torf. Dort werden abgestorbene Pflanzen deutlich schneller zersetzt. Während Moore organische Sedimente in Form von Torf speichern, dominieren in Sümpfen häufig mineralische Sedimente wie Sand, Schluff oder Ton. Das Große Torfmoor ist deshalb geologisch eindeutig als Hochmoor einzuordnen und nicht als Sumpfgebiet.

 

BANNER

[BILD]

folgt.

 

Quellen

https://www.moorhus.eu/grosses-torfmoor/die-entstehung-des-grossen-torfmoores/

https://biostation-ml.de/grosses-torfmoor/

https://de.wikipedia.org/wiki/Großes_Torfmoor

https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/torf/8157

Eigene Fotos

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