Geotop
Die beiden Findlinge sind als glaziale und periglaziale Ablagerungsform/Kreuzstein vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie als Geotop (Landkreis Stade, Geotopnummer 2422/07) ausgewiesen.
Geotope sind ganz besondere Sehenswürdigkeiten, die von regionaler und nationaler geowissenschaftlicher Bedeutung, Seltenheit oder Schönheit sind. Als Zeugnisse der Erdgeschichte sind sie repräsentativ für eine Landschaft und deren geologische Entstehung.
Bitte verhaltet euch entsprechende umsichtig und nehmt keine Veränderungen an den beiden Gesteinen vor.
Logbedingungen
Um diesen EarthCache loggen zu dürfen, beantworte bitte die folgenden Fragen vor Ort. Sende deine Antworten über das Nachrichten-Center oder mein Profil. Du musst nicht auf eine Logfreigabe warten.
Aufgabe 1
Suche die beiden Kreuzsteine auf und beschreibe beide Gesteine möglichst genau. Nutze dabei die Bezeichnung aus dem Bild: Stein 1 und Stein 2. Achtung: Beschreibe Stein 1 und Stein 2 mithilfe der sechs Schritte aus Bild 2.
Aufgabe 2
Ordne nun die beiden Steine zu: Welcher Stein ist deiner Beobachtung, nach der Granit, welcher der Augengneis? Begründe.
Aufgabe 3
Erkläre anhand deiner Beobachtungen, wie Granit und Augengneis entstehen und warum sie unterschiedlich aussehen.
Aufgabe 4
Ein Foto von dir oder deinem GPS-Gerät an den EarthCach-Koordinaten ist zum Loggen erforderlich.

Bild 1

Bild 2
Granit oder Augengneis?
Während der Kaltzeiten war Norddeutschland mehrfach von mächtigen Eismassen bedeckt. Das skandinavische Inlandeis bewegte sich von Norden nach Süden und nahm dabei Gesteinsmaterial unterschiedlicher Größe auf. Dazu gehörten feine Sedimente, Gerölle, aber auch große Blöcke. Diese wurden im Eis eingeschlossen, mitgeschoben und über weite Strecken verfrachtet. Nach dem Rückzug des Eises blieben sie in der Landschaft zurück. Solche ortsfremden Gesteinsblöcke nennt man Findlinge oder erratische Blöcke. An dieser Station liegen zwei unterschiedliche Findlinge.
Findlinge sind geologisch besonders interessant, weil sie Hinweise auf die Herkunft des Eises und auf ehemalige Transportwege geben können. Ihre Zusammensetzung verrät oft, aus welchen Gesteinsgebieten sie ursprünglich stammen. In Norddeutschland findet man daher häufig kristalline Gesteine, die aus skandinavischen Herkunftsgebieten stammen. Dazu gehören unter anderem Granite und Gneise.
Die beiden Findlinge hier werden als Kreuzsteine bezeichnet, so heißt auch die Straße, in der sie zu finden sind. Als Kreuzsteine werden meist mittelalterliche Flurdenkmäler bezeichnet, die aus einer aufrecht stehenden Steinplatte oder einem größeren Block bestehen. Häufig ist in diese Steine ein Kreuz eingemeißelt oder als Relief eingearbeitet. Solche Steine dienten früher unter anderem als Sühnezeichen für ein Verbrechen, als Mahnmal, zur Erinnerung an einen Unglücksfall oder als religiöser Markierungspunkt. Auf beiden Findlingen ist ein Kreuz eingemeißelt.
Der eine Findling gehört zu den Gneisen, genauer zu den sogenannten Augengneisen. Der andere Findling ist ein Granit. Beide Gesteine sind sehr alt und entstanden tief in der Erdkruste, allerdings auf unterschiedliche Weise. Dadurch unterscheiden sie sich in Aufbau, Struktur und Erscheinungsbild.
Gneis und Augengneis
Gneis ist ein metamorphes Gestein. Das bedeutet, dass ein bereits vorhandenes Ausgangsgestein durch hohen Druck und erhöhte Temperatur verändert wurde, ohne vollständig aufzuschmelzen. Dabei können Minerale neu wachsen, sich umordnen oder in eine bevorzugte Richtung eingeregelt werden. Diese Umwandlung findet tief in der Erdkruste statt, zum Beispiel während einer Gebirgsbildung. Eine besondere Form ist der Augengneis. Der Name kommt von größeren, auffälligen Mineralbereichen, die im Gestein wie „Augen“ erscheinen können. Diese Minerale sind meist Feldspäte. Sie liegen in einem feinkörnigeren oder anders zusammengesetzten Grundgefüge. Für die Bestimmung ist vor Ort wichtig, ob sich solche größeren Mineralbereiche erkennen lassen und ob das Gestein eine gerichtete Struktur zeigt. Bei Gneisen sollte man deshalb besonders auf die Verteilung der Minerale, mögliche Streifen, Lagen oder eine bevorzugte Ausrichtung achten. Solche Merkmale können Hinweise auf die metamorphe Entstehung geben.
Granit
Granit ist ein magmatisches Tiefengestein. Er entsteht, wenn eine Gesteinsschmelze tief in der Erdkruste langsam abkühlt und erstarrt. Da dieser Vorgang sehr langsam abläuft, haben die Minerale Zeit, sichtbare Kristalle zu bilden. Deshalb kann man bei vielen Graniten einzelne Minerale bereits mit bloßem Auge erkennen. Granit besteht hauptsächlich aus Quarz, Feldspat und dunklen Mineralen wie Glimmer oder Hornblende. Die genaue Farbe und Korngröße kann je nach Herkunft und Zusammensetzung unterschiedlich sein. Für die Beobachtung vor Ort ist wichtig, wie die Minerale verteilt sind und ob das Gestein eher gleichmäßig-körnig oder deutlich gerichtet aufgebaut wirkt. Der Vergleich mit dem Gneis zeigt, dass nicht nur die mineralische Zusammensetzung eines Gesteins wichtig ist, sondern auch seine Textur. Mit Textur meint man die Art, wie die Minerale im Gestein angeordnet sind. Gerade daran lassen sich magmatische und metamorphe Gesteine oft gut unterscheiden.
Literatur
https://nibis.lbeg.de/DetailSeitenKartenserver/DetailSeitenGeotope/Geotope.aspx?objekt_nr=2422/07&CARDOMAP_TH_TITLE=Geotope&CARDOMAP_TH_ID=595.447&CARDOMAP_TH_ALIAS=GEOTOPE&CARDOMAP_L_ID=L358
https://sammlung-online.stadtmuseum.de/Details/Index/1371412
https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/augengneise/augengneistext.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Findling
https://www.chemie.de/lexikon/granit.html#google_vignette
https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzstein
Bild 1 eigene Erstellung, Bild 2 KI generiert, Text KI überarbeitet