
Wer an der Mosel unterwegs ist, begegnet fast überall Schiefer. Doch Schiefer ist nicht überall gleich.
An der Senheimer Lay treten Gesteine auf, die neben Ton und feinem Sand auch einen erhöhten Anteil an kalkhaltigem Material besitzen. Dieser örtlich als "Pfennigschiefer" bezeichnete Schiefer unterscheidet sich dadurch von vielen anderen dunklen und eher sauren Moselschiefern.
Bei diesem EarthCache untersuchen wir das offen liegende Gestein direkt am Weg. Eine geologische Infotafel ist vor Ort nicht vorhanden. Alle notwendigen Informationen findet ihr deshalb in diesem Listing.
Wie entstand der Pfennigschiefer?
Vor etwa 400 Millionen Jahren, im Unterdevon, befand sich hier ein flaches Meer. Auf seinem Boden lagerten sich feiner Schlamm, Silt, Sand und kalkhaltige Bestandteile ab.
Mit der Zeit wurden die Ablagerungen von weiteren Schichten überdeckt. Der steigende Druck verfestigte sie zu Tonstein, Siltstein und kalkhaltigem Schiefer.
Während der späteren Gebirgsbildung wurden die Gesteinsschichten stark zusammengedrückt und teilweise gefaltet. Dabei richteten sich die feinen Minerale im Gestein parallel aus. Dadurch entstand die typische Schieferung: Das Gestein lässt sich bevorzugt in dünne, flache Platten spalten.
Hebung, Verwitterung und Erosion legten die Gesteinsschichten schließlich wieder frei. Heute ist der Pfennigschiefer an der Senheimer Lay an der Oberfläche sichtbar.

Was ist das Besondere?
Die Gesteine der Senheimer Lay bestehen nicht nur aus klassischem Tonschiefer. Hier kommen auch kalkhaltige Silt- und Sandsteine sowie carbonathaltige Schiefer vor.
Der Kalkanteil beeinflusst die Verwitterung des Gesteins und die Eigenschaften des daraus entstehenden Bodens. Während viele Schieferböden an der Mosel deutlich sauer sind, können die Böden der Senheimer Lay einen weniger sauren bis annähernd neutralen pH-Wert besitzen.
Der charakteristische seidige bis metallische Glanz auf den Spaltflächen von Schiefer entsteht hauptsächlich durch plättchenförmige Minerale, die sich unter Druck parallel ausrichten.
Der "Pfennigschiefer" kann unter anderem an folgenden Merkmalen erkannt werden:
- dünne und plattige Gesteinsstücke
- gute Spaltbarkeit entlang der Schieferungsflächen
- graue, braungraue oder stellenweise hellere Farbtöne
- unterschiedlich stark verwitterte Oberflächen
- häufig scharfkantige Bruchstücke

Was verraten uns die Farben der Gesteine?
Die Farben der Gesteinsstücke sind nicht zufällig. Sie geben Hinweise darauf, woraus das Gestein besteht und wie stark es bereits durch Wind, Wetter und Wasser verändert wurde.
Graue bis dunkelgraue Farben zeigen oft das noch recht frische Gestein. Braune, gelbliche oder rostrote Stellen entstehen meist durch eisenhaltige Minerale. Wenn diese mit Wasser und Sauerstoff reagieren, bilden sich rostfarbene Eisenoxide – ähnlich wie Rost.
Helle Stellen, Adern oder Flecken können auf Kalk, Calcit oder Quarz hinweisen. Grünliche Farbtöne können durch bestimmte Minerale oder durch spätere chemische Veränderungen im Gestein entstehen.
Besonders interessant ist der Vergleich zwischen der äußeren Oberfläche und einer frischen Bruchkante. Die Oberfläche war der Witterung lange ausgesetzt und kann deshalb anders aussehen als das Innere des Gesteins. Die Bruchkante zeigt dagegen eher das ursprüngliche, weniger verwitterte Material.
So helfen euch die Farben dabei, die Unterschiede zwischen Tonstein, Siltstein und kalkhaltigem Schiefer besser zu erkennen.
Was verraten die sichtbaren Lagen?
Sichtbare Lagen sind feine Linien oder Schichten im Gestein. Sie zeigen, dass das Material früher schichtweise abgelagert und später durch Druck verfestigt wurde.
Die sichtbaren Lagen zeigen, dass das Gestein ursprünglich aus einzelnen Schichten von Ton, Schluff, Sand und kalkhaltigem Material entstanden ist. Gleichmäßige Lagen deuten auf eine ruhige, gleichmäßige Ablagerung hin. Unterschiedlich dicke Lagen zeigen, dass sich die Bedingungen damals verändert haben: Mal wurde mehr, mal weniger Material abgelagert.
Später wurden diese Schichten durch das Gewicht darüberliegender Sedimente stark zusammengedrückt. Durch zusätzlichen Druck bei der Gebirgsbildung entstanden daraus die heute sichtbaren Schieferlagen.
Aber nun genug erklärt ... jetzt seit Ihr dran. Bin gespannt ob ihr mir gut zugehört habt:

Aufgaben vor Ort:
Begebt euch zu den angegebenen Koordinaten und betrachtet dort das offen liegende Gestein. Es ist nicht notwendig, Steine vor Ort im Weinberg auszugraben oder Material mitzunehmen.
Wenn ihr euch gut umgeschaut habt wird es euch nicht schwer fallen die nachfolgenden Fragen und Logbedingungen zu erfüllen.
1 Augabe - Farbunterschiede vor Ort
Sucht euch vor Ort drei unterschiedliche Gesteinsstücke aus.
Welche Farben erkennt ihr an euren Gesteinsstücken?
Was könnten diese Farben über das Gestein verraten?
Achtet dabei besonders auf graue, dunkle, helle, braune oder rostrote Bereiche.
2. Aufgabe - Sichtbare Lagen
Wählt ein loses Gesteinsstück, an dem ihr feine Linien oder Schichten erkennen könnt.
Sind diese sichtbaren Lagen eher gleichmäßig dick oder unterschiedlich dick?
Was könnte das über die frühere Ablagerung des Materials verraten?
3.Augabe - Verwitterung erkennen
Sucht ein Gesteinsstück mit einer alten Außenseite und einer frischen Bruchkante.
Welche Seite sieht stärker verwittert aus?
Woran erkennt ihr das? Achtet auf Farbe, raue Stellen oder bröselige Bereiche.
Logbedingungen
Sendet uns eure Lösung per Mail an earthcache@ealamoteam.de oder per Message-Center.
Macht vor Ort ein Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand und fügt es in eurem Logeintrag ein.
Solltet Ihr als Gruppe diesen Earthcache absilviert haben, so hat jeder Logger einzeln die Lösungen zu übermitteln.
Hinweise
- Bitte bleibt auf den vorhandenen Wegen.
- Betretet keine Weinbergsflächen ohne Erlaubnis.
- Schlagt keine Steine aus dem Fels.
- Nehmt kein Gestein mit.
- Achtet an steilen Stellen auf sicheren Stand.
- Hinterlasst den Ort so, wie ihr ihn vorgefunden habt.
- Ein EarthCache hat keine Dose.
Quelle für Bild undText: Weingut Probst (https://www.ferienweingut-probst.de/lagen/senheimer-lay/)
Hier noch ein Banner für euer Profil:

Kopiert Euch hierfür einfach folgenden Code in eure Profilseite:
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