*ACHTUNG - schlechter Mobilfunk vor Ort *
Die Rausch – Wie Wasser Felsen formt
Bacherosion am Wasserfall bei Maria Martental

Nahe Maria Martental fällt die Endert über eine markante Felsstufe. Der Wasserfall wird regional „Die Rausch“ genannt und stürzt rund sieben Meter tief in einen ausgewaschenen Talkessel. Unmittelbar oberhalb der Fallkante führt eine kleine Holzbrücke über den Bach.
Hier könnt ihr beobachten, wie fließendes Wasser festen Fels verändert. Entscheidend sind dabei nicht nur die Wassermenge und die Geschwindigkeit des Baches, sondern auch die Festigkeit, Schieferung und Klüftung des Gesteins.
Vom Meeresboden zum Fels
Die Umgebung gehört zum Rheinischen Schiefergebirge. Sein Untergrund besteht in weiten Teilen aus devonischen Tonschiefern, Grauwacken, quarzitischen Sandsteinen und Quarziten. Diese Gesteine gingen aus Sedimenten hervor, die vor rund 400 Millionen Jahren in einem Meer abgelagert und später während einer Gebirgsbildung gefaltet und geschiefert wurden.
Am Wasserfall erkennt ihr dunkle, teilweise stark geklüftete Felsbereiche. Das Gestein ist jedoch nicht überall gleich aufgebaut und gleich widerstandsfähig. Manche Bereiche sind kompakter, während andere durch Schieferflächen, Klüfte oder Verwitterung leichter angegriffen werden können.
Wie entstand der Wasserfall „Rausch“?
1. Unterschiedlich widerstandsfähiges Gestein
Der Bach trägt den felsigen Untergrund nicht überall gleich schnell ab. Weniger widerstandsfähige oder stärker geklüftete Bereiche werden schneller ausgeräumt.
Ein kompakterer Felsbereich bleibt dagegen länger erhalten und bildet schließlich eine deutlich erkennbare widerstandsfähige Felsstufe.
Dabei müssen nicht unbedingt zwei deutlich getrennte Gesteinsschichten vorhanden sein. Auch Unterschiede bei Rissen, Verwitterung und Festigkeit können dazu führen, dass das Wasser einige Felsbereiche schneller abträgt als andere.
2. Klüfte und Trennflächen
Die Felsen an der Rausch werden von zahlreichen Rissen und Trennflächen durchzogen.
In diese Schwächezonen kann Wasser eindringen. Starker Wasserdruck, Verwitterung und Frost können die Risse mit der Zeit erweitern. Kleine Gesteinsstücke lockern sich und können vom Bach fortgetragen werden.
Je enger und zahlreicher die Klüfte sind, desto leichter kann der Fels in einzelne Platten oder Blöcke zerlegt werden.
3. Aufprallzone und Talkessel
Am Fuß des Wasserfalls trifft das Wasser mit großer Kraft auf den Untergrund. Dort befindet sich die in der Grafik rot markierte Aufprallzone.
Das auftreffende Wasser erzeugt starke Strömungen und Wirbel. Gleichzeitig transportiert die Endert Sand, Kies und kleinere Gesteinsstücke. Diese schlagen gegen den Untergrund, rollen über den Fels oder werden in kreisenden Bewegungen mitgeführt.
Dieser schleifende Vorgang wird als Abrasion bezeichnet. Abrasion ist die mechanische Abtragung einer Gesteinsoberfläche durch mitgeführte Gesteinspartikel.
Auf diese Weise wird der Fels am Fuß des Wasserfalls allmählich vertieft. Es entsteht ein ausgewaschener Talkessel oder Kolk.
4. Unterspülung und Rückverlagerung
Wird der Fels am Fuß der Stufe stärker ausgeräumt als an der Oberkante, kann die Fallkante von unten her unterspült werden.
Überhängende oder von Klüften begrenzte Felsstücke verlieren dadurch ihren Halt und brechen ab. Nach einem solchen Abbruch liegt die Fallkante etwas weiter bachaufwärts.
Der Vorgang kann sich wiederholen:
- Der Kolk wird vertieft.
- Der Fuß der Felsstufe wird unterspült.
- Geklüftete Felsstücke brechen ab.
- Die Fallkante verlagert sich langsam bachaufwärts.
Wie schnell dies geschieht, hängt von der Festigkeit und Klüftung des Gesteins, der Wassermenge und der Menge des transportierten Gerölls ab.

Aufgaben vor Ort:
Alle Aufgaben können von den vorhandenen Wegen und sicheren Beobachtungspunkten aus gelöst werden. Der Bach und die Felsen müssen dabei nicht betreten werden.
Aufgabe 1 – Spuren am Fels
Betrachtet den Fels direkt am Wasserfall.
Wo erkennt ihr, dass das Wasser den Fels bereits bearbeitet hat? Achtet besonders auf glatte, ausgewaschene oder vertiefte Stellen.
Aufgabe 2 – Wo das Wasser am stärksten wirkt
Schaut euch den Bereich an, in dem das Wasser unten auftrifft.
Was könnt ihr dort beobachten? Beschreibt kurz das Wasser, den Fels und eventuell mitgeführte Steine oder Kies.
Aufgabe 3 – Veränderung über lange Zeit
Überlegt, wie sich der Wasserfall über viele Jahre verändern kann.
Warum können Wasser, Sand, Kies und Steine die Form des Felsens langsam verändern?
Logbedingungen
Sendet uns eure Lösung per Mail an earthcache@ealamoteam.de oder per Message-Center.
Macht in der Nähe des Talkessels / Kolk ein Foto mit euch oder eurem GPS und fügt es in eurem Logeintrag ein.
Solltet Ihr als Gruppe diesen Earthcache absilviert haben, so hat jeder Logger einzeln die Lösungen zu übermitteln.
Hinweise
Der Weg unterhalb des Wasserfalls kann besonders bei Regen, Hochwasser, Laub oder Frost sehr rutschig sein.
- Bleibt auf den vorhandenen Wegen und sicheren Aussichtspunkten.
- Betretet weder den Bach noch den Kolk.
- Klettert nicht auf die Felsstufe oder an die Fallkante.
- Schlagt keine Gesteinsproben ab.
- Haltet bei hohem Wasserstand ausreichend Abstand zum Bach.
- Beaufsichtigt Kinder und Hunde in der Nähe des Wasserfalls.
- Ein EarthCache hat keine Dose.
Quelle für Text: VISITMOSEL (https://www.visitmosel.de/stadt-kultur/poi/enderttal-mit-wasserfall-rausch)
Hier noch ein Banner für euer Profil:

Kopiert Euch hierfür einfach folgenden Code in eure Profilseite:
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