
Nördlich des Ulmener Maares liegt der Jungferweiher. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein ruhiger, flacher Weiher inmitten einer schönen Naturlandschaft. Geologisch betrachtet erzählt dieser Ort jedoch eine besondere Geschichte: Der Jungferweiher ist kein gewöhnlicher See, sondern ein älteres, ehemals verlandetes Trockenmaar.
Ein Maar entsteht, wenn heißes Magma auf wasserführende Gesteinsschichten trifft. Durch die schlagartige Verdampfung des Wassers kommt es zu heftigen Explosionen. Dabei wird Gestein herausgesprengt und es entsteht ein trichter- oder muldenförmiger Hohlraum. Füllt sich dieser später mit Wasser, entsteht ein Maarsee. Verlandet ein Maar im Laufe der Zeit, kann daraus ein Trockenmaar entstehen.
Der Jungferweiher zeigt heute eine andere Entwicklung als das nahe Ulmener Maar. Während das Ulmener Maar als tiefer Maarsee erhalten blieb, verlandete der Jungferweiher im Laufe der Zeit. In der Mulde bildeten sich Sedimente, organisches Material und Torf. Später wurde der Bereich wieder mit Wasser gefüllt. Dadurch entstand der heutige flache Jungferweiher.
Was ist ein Trockenmaar?
Ein Trockenmaar ist ein ehemaliges Maar, das nicht mehr dauerhaft als offener Maarsee erhalten ist. Nach der Entstehung kann sich ein Maar zunächst mit Wasser füllen. Über lange Zeit lagern sich jedoch Sedimente, Pflanzenreste und organisches Material ab. Der See wird immer flacher, verlandet und kann schließlich zu einer feuchten Mulde, einem Moor oder einer Wiesenfläche werden.

Beim Jungferweiher ist diese Entwicklung besonders spannend, weil das Trockenmaar später wieder geflutet wurde. Deshalb sehen wir heute wieder eine Wasserfläche, obwohl der Ort geologisch die Geschichte eines verlandeten Maares erzählt.
Was kann man vor Ort erkennen?
Vor Ort fällt vor allem die flache Form des Jungferweihers auf. Die Wasserfläche wirkt breit und ruhig, die Uferbereiche sind vergleichsweise flach. Das passt gut zu einem verlandeten und wieder gefluteten Maar. Der Jungferweiher wirkt nicht wie ein tiefer Kratersee, sondern eher wie eine sanfte, weite Mulde.
Damit unterscheidet er sich deutlich vom Ulmener Maar. Dieser Vergleich hilft, die unterschiedliche Entwicklung beider Maare zu verstehen:
Das eine Maar blieb als tiefer Maarsee erhalten, das andere verlandete und wurde später wieder mit Wasser gefüllt.
Logbedingungen / Aufgaben
Bitte beantwortet die folgenden Fragen vor Ort und sendet eure Antworten über das MessageCenter oder per E-Mail an mich. Ihr dürft anschließend sofort loggen. Sollte etwas nicht passen, melden wir uns.
1. Form der Maarmulde
Schaut euch den Jungferweiher vom Uferweg aus an. Wirkt er eher wie ein tiefer Kratersee oder wie eine flache, breite Mulde? Beschreibt kurz, woran ihr das erkennt.
2. Trockenmaar und Wiederflutung
Welche Beobachtung vor Ort passt zu einem ehemaligen verlandeten und später wieder gefluteten Maar? Achtet besonders auf Uferform, Wasserfläche und Geländeneigung.
3. Vergleich mit dem Ulmener Maar
Vergleicht den Jungferweiher mit dem Ulmener Maar. Nennt einen deutlichen Unterschied bei Form, Tiefe oder Geländecharakter. Was sagt euch dieser Unterschied über die Entwicklung beider Maare?
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