Orthoceras – Ein urzeitlicher Räuber in Rostock
Fragen
Schaut euch an den Koordinaten die dritte Treppenstufe an. Hier findet ihr einige Vertreter des Orthoceras.
1. Haben alle Exemplare die gleiche Anzahl an Kammern?
Begründe deine Antwort durch deine Beobachtungen und gebe einen Rückschluss anhand der Informationen aus dem Listing.
2. Sind die Kammern alle Kammern mit demselben Mineral gefüllt?
Beschreibe deine Beobachtung.
3. Lassen sich die Siphunkel erkennen?
4. Sind diese an jedem Objekt zu finden und wie stellen sie sich dar?
5. Mache ein Bild von dem Eingang des „Alten Kantorats“ und lade es mit deinem Logeintrag hoch.
Einleitung
An den obigen Koordinaten steht ihr vor dem „Alten Kantorat“ am Ziegenmarkt 4. Für sich genommen ein schönes, historisches Gebäude. Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was hier einen EarthCache wert ist. Schaut euch dazu die dritte Treppenstufe an. Im Vergleich zu den anderen ist diese aus einem besonderen Kalkstein. Hier wurde roter Orthocerenkalkstein verwendet. Vermutlich gefertigt aus einem Findling, der mit einem Gletscher von der Insel Öland (Schweden) in diese Region gekommen ist. Seinen Namen, Orthocerenkalkstein, verdankt er dem Vorkommen von fossilen Orthoceras.

Der Orthoceras
Orthoceraten (Geradhörner) sind ausgestorbene Kopffüßer mit einer langen, geraden Schale. Im Gegensatz zu Belemniten (Donnerkeile) besaßen sie eine äußere Schale, ähnlich wie der heutige Perlboot-Tintenfisch. Sie gehören zu den ältesten erfolgreichen Räubern der Erdgeschichte. Orthoceraten lebten im Ordovizium, vor etwa 485 Millionen Jahren. Das Tier selbst ähnelte einem heutigen Nautilus. Es besaß einen Kopf mit Tentakeln, einen kräftigen Schnabel und große Augen. Sie bewegten sich durch Rückstoßantrieb wie moderne Tintenfische fort. Ihre Schale war lang, gerade und kegelförmig. Das Tier bewohnte die letzte Kammer. Alle anderen waren Gas oder Flüssigkeit gefüllt und mit einer Siphunkel (Röhre) miteinander verbunden. Sie konnten mehrere Zentimeter bis über einen Meter lang werden. Einige Arten erreichten sogar 5 bis 6 Meter Schalenlänge und gehörten damit zu den größten Räubern ihrer Zeit.

Das Fossil
Die Orthocerate lebten in warmen Flachwasserbereichen. Dort lagerten sich mächtige Kalksteinschichten ab. In Gesteinen findet man heute Von den heute lediglich die Gehäuse. Die Weichteile wurden zersetzt. Oft ist das gesamte äußere Skelett erhalten, das in Kammern unterteilt ist. Diese Kammern stellen Wachstumssegmente dar. Bei fortlaufendem Größenwachstum schloss sich jeweils ein neues größeres Segment an das vorhergehende an. Zwischen zwei Segmenten befand sich jeweils eine Trennwand (Septum). Als die Tiere starben, sanken sie auf den Meeresboden herab und wurden in Sand und Schlamm eingebettet. Im Laufe der Zeit mineralisierten sie dort zu den Fossilien wie wir sie heute finden. Dabei wurden einige Kammern auch komplett mit Mineralien ausgefüllt. Die oft mit hellem Kalkspat ausgefüllten Gehäuse sind im roten Kalkstein nicht zu übersehen. Auf manchen Schichtflächen lagern sie so dicht, dass man von "Orthoceren-Schlachtfeldern" spricht. Das Gestein, das die hellen Gehäuse umschließt, ist also ehemaliger Meeresboden.
Quellen:
Bilder mit KI generiert
https://de.wikipedia.org/wiki/Orthoceras
https://www.geocaching.com/geocache/GC8MP63_orthoceren-in-st-nikolai
Happy Hunting
wünschen
