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Eiszeit am Eichelberg EarthCache

Hidden : 8/8/2026
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Eiszeit am Eichelberg

 

Wer heute zwischen Marching und Irnsing unterwegs ist, blickt auf eine scheinbar unspektakuläre Landschaft am nördlichen Rand des Donautals. Felder wechseln sich mit kleinen Wäldern ab, die Hänge steigen langsam zur Fränkischen Alb an und nichts deutet darauf hin, dass diese Gegend noch vor wenigen Zehntausend Jahren völlig anders aussah.

Die Alpengletscher reichten nie bis hierher.

Trotzdem führten die klimatischen Bedingungen der Eiszeit zu tiefgreifenden Veränderungen der Landschaft.

Der Wind verfrachtete riesige Mengen feinen Gesteinsstaubs und lagerte ihn am Rand des Donautals wieder ab. Über viele tausend Jahre entstand daraus eine mehrere Meter mächtige Lössdecke, die Landschaft und Böden bis heute prägt und damit auch die Landwirtschaft beeinflusst.

Dieser EarthCache verbindet zwei Geotope des Bayerischen Landesamtes für Umwelt: den Aufschluss am Eichelberg östlich von Marching (Geotop 273A018) und die Alte Ziegelei östlich von Marching (Geotop 273G003). Gemeinsam erzählen sie die Geschichte einer Landschaft, die bis heute von den klimatischen Bedingungen der Eiszeit geprägt wird.


Die Eiszeit – als Bayern zur Kältesteppe wurde

 

Vor rund 115.000 Jahren begann die letzte große Kaltzeit, die sogenannte Würm-Eiszeit. Ihren Höhepunkt erreichte sie vor etwa 26.000 bis 20.000 Jahren, als große Teile der Alpen unter mächtigen Gletschern verborgen lagen.

Eiszeiten sind ein natürlicher Bestandteil der Erdgeschichte. Sie entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über viele Jahrtausende. Hauptursache sind langsame Veränderungen der Erdbahn um die Sonne sowie der Neigung und Taumelbewegung der Erdachse – die sogenannten Milanković-Zyklen. Dadurch verändert sich, wie viel Sonnenenergie insbesondere die Nordhalbkugel im Laufe der Jahreszeiten erreicht. Kühlt sich das Klima über lange Zeit ausreichend ab, wachsen Schnee- und Eismassen von Jahr zu Jahr weiter an und gewaltige Gletscher entstehen.

Damals war Süddeutschland kaum wiederzuerkennen.

Die Alpen waren großflächig vergletschert. Gewaltige Gletscher schoben sich durch die Täler und mahlten das Gestein unter ihrem enormen Gewicht zu feinem Gesteinsmehl. Schmelzwasser transportierte dieses Material über Flüsse weit nach Norden und lagerte es auf ausgedehnten Schotterflächen ab.

Doch nicht nur die Gletscher veränderten die Landschaft.

Auch das Klima unterschied sich grundlegend von heute. Die Region um Marching lag in einer kalten und trockenen Kältesteppe. Wälder gab es kaum. Stattdessen bestimmten Gräser, Kräuter und niedrige Sträucher das Bild. Der Boden war vielerorts dauerhaft gefroren (Permafrost), sodass nur die oberste Bodenschicht im kurzen Sommer auftaute. Gleichzeitig schützte kaum Vegetation den Untergrund vor Wind und Erosion.

Diese Bedingungen ermöglichten es dem Wind, feinste Staubpartikel von den trockenen Schotter- und Schwemmflächen aufzunehmen und über weite Strecken zu transportieren. Dort, wo der Wind an Kraft verlor, setzte sich der Staub langsam wieder ab. Über viele tausend Jahre entstanden dadurch mehrere Meter mächtige Ablagerungen.

Geologen bezeichnen dieses vom Wind abgelagerte Sediment als Löss. Er besteht überwiegend aus feinstem Schluff – Körnern, die kleiner als Sand, aber größer als Ton sind und mit bloßem Auge kaum einzeln erkannt werden können. Trotz seiner feinen Körnung bildet Löss erstaunlich standfeste Wände und verwittert im Laufe der Zeit zu besonders fruchtbaren Böden.

Die Würm-Eiszeit war jedoch nicht die einzige Kaltzeit des Quartärs, des jüngsten Erdzeitalters, das vor rund 2,6 Millionen Jahren begann. Bereits während früherer Eiszeiten entstanden unter ähnlichen klimatischen Bedingungen ebenfalls mächtige Lössablagerungen. Viele dieser älteren Lössdecken wurden in späteren Warm- und Kaltzeiten wieder erodiert oder umgelagert. Andere verwandelten sich in Böden und wurden anschließend von jüngerem Löss überdeckt. Die heute sichtbaren Lössschichten stammen deshalb überwiegend aus der letzten großen Vereisung Mitteleuropas – der Würm-Eiszeit.

Doch auch eine Eiszeit dauert nicht ewig. Mit den sich langsam verändernden Erdbahnparametern nahm die sommerliche Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel wieder zu. Dadurch schmolz im Sommer mehr Schnee, als im Winter neu hinzukam. Die Gletscher zogen sich über viele Jahrtausende langsam zurück. Gleichzeitig verstärkten sich verschiedene natürliche Rückkopplungen: Dunklere eisfreie Flächen nahmen mehr Sonnenwärme auf als helle Eisflächen, die Vegetation breitete sich wieder aus und die Erde erwärmte sich Schritt für Schritt weiter. Vor rund 11.700 Jahren endete die letzte Eiszeit schließlich und unsere heutige Warmzeit – das Holozän – begann.


Warum sich der Löss hier ablagerte

 

Obwohl Marching niemals von einem Gletscher bedeckt war, befand sich der Ort mitten im Einflussbereich der Würm-Eiszeit.

Während der Kaltzeiten sah auch die Donau völlig anders aus als heute. Durch das Schmelzwasser aus den Alpen führte sie deutlich mehr Wasser und transportierte riesige Mengen an Kies, Sand und feinem Gesteinsmaterial. Immer wieder entstanden breite Schotter- und Schwemmflächen, die nach dem Rückgang des Wassers trocken lagen.

Da die Landschaft nahezu unbewachsen war, konnte der Wind den feinen Staub leicht aufnehmen und über weite Strecken transportieren. Der Einfluss dieser eiszeitlichen Prozesse reichte bis an den nördlichen Rand des Donautals. Hier änderten sich die Geländeverhältnisse: Der ansteigende Hang der Fränkischen Alb schuf günstige Bedingungen, sodass sich ein Teil des mitgeführten Staubs bis in diesen Bereich ablagern konnte. Über viele tausend Jahre entstanden so mächtige Lössdecken, die nicht nur den Donauhang bei Marching, sondern weite Bereiche entlang des Donautals prägen.

Genau diese Ablagerungen sind heute noch an zwei unmittelbar benachbarten Geotopen erhalten.

Der Aufschluss am Eichelberg östlich von Marching zeigt den geologischen Aufbau dieses Abschnitts des Donauhangs und macht den Übergang zwischen dem eiszeitlichen Löss und dem deutlich älteren Untergrund sichtbar. Die Alte Ziegelei östlich von Marching erlaubt dagegen einen direkten Blick auf den Löss selbst und seine besonderen Eigenschaften.

 


Der Aufschluss am Eichelberg östlich von Marching (Geotop 273A018) gehört zu den ausgewiesenen Geotopen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Auf wenigen Metern wird hier eine geologische Geschichte sichtbar, die sich über rund 150 Millionen Jahre erstreckt.

Schon aus einiger Entfernung fällt die markante Grenze im Aufschluss auf. Oberhalb befindet sich eine mehrere Meter mächtige, hellbeige Lössschicht. Darunter steht verwitterter Frankendolomit an, der sich hinsichtlich Struktur und Erscheinungsbild deutlich von der darüberliegenden Lössschicht unterscheidet. Das Bayerische Landesamt für Umwelt beschreibt den Aufschluss als verwitterten Riffdolomit, der von einer mächtigen Lössschicht überlagert wird.

Auf den ersten Blick wirkt diese Grenze lediglich wie ein gewöhnlicher Schichtwechsel. Tatsächlich trennt sie jedoch zwei Ablagerungen, die unter völlig unterschiedlichen Bedingungen entstanden sind. Der Juradolomit bildete sich vor rund 150 Millionen Jahren in einem warmen tropischen Flachmeer. Der Löss wurde dagegen erst während der letzten Würm-Eiszeit vor etwa 110.000 bis 10.000 Jahren vom Wind hierher transportiert und abgelagert.

Zwischen beiden Schichten liegen rund 140 Millionen Jahre, aus denen an dieser Stelle keine Gesteinsüberlieferung mehr erhalten ist. Wie im Schaubild beispielhaft dargestellt, wurden die während der Kreidezeit und den folgenden Erdzeitaltern abgelagerten Sedimente im Laufe vieler Millionen Jahre durch Hebung, Verwitterung und Erosion wieder vollständig entfernt. Erst danach konnte sich während der Eiszeit der Löss auf dem freigelegten Juradolomit ablagern.

Nimm dir nun etwas Zeit und betrachte den gesamten Aufschluss aus einiger Entfernung. Die auffällige Grenze zwischen Löss und Juradolomit markiert nicht nur einen Wechsel des Gesteins – sie steht zugleich für eine gewaltige Lücke von rund 140 Millionen Jahren Erdgeschichte.

Logbedingungen – Station 1

1. Beschreibe den Übergang zwischen Löss und Juradolomit. Verläuft die Grenze scharf oder allmählich? Welche Unterschiede fallen dir zwischen beiden Schichten auf (z. B. hinsichtlich Farbe, Korngröße oder Struktur)?

2. Schätze die Mächtigkeit der Lössschicht. Woran machst du deine Schätzung fest?


Station 2 – Alte Ziegelei östlich von Marching

 

Die Alte Ziegelei östlich von Marching (Geotop 273G003) ergänzt den Aufschluss am Eichelberg auf ideale Weise. Während dort vor allem die Landschaftsgeschichte sichtbar wird, kannst du hier den Löss selbst aus nächster Nähe erleben.

Hinter den historischen Brennöfen ist noch heute eine bis zu etwa 2,5 Meter hohe Lösswand erhalten. Das Bayerische Landesamt für Umwelt beschreibt hier würmzeitlichen Löss und Lösslehm. Außerdem weist das Geotop zahlreiche Brutröhren von Vögeln und Insekten auf. Unter dem heute sichtbaren Löss wurden zudem ältere Böden aus der Warmzeit zwischen Riß- und Würm-Eiszeit (Riß-Würm-Interglazial) nachgewiesen. Sie entstanden aus älteren Lössablagerungen, die während späterer Warm- und Kaltzeiten teilweise überdeckt, umgelagert oder erodiert wurden. Heute sind diese älteren Böden hier nur noch im Untergrund nachgewiesen und nicht mehr aufgeschlossen.

Hier lassen sich die besonderen Eigenschaften des Lösses unmittelbar beobachten. Obwohl er fast ausschließlich aus feinsten Schluffpartikeln besteht, bildet er überraschend steile und über längere Zeit stabile Wände. Gleichzeitig fühlt sich das Material locker und feinkörnig an und lässt sich vergleichsweise leicht bearbeiten.

Genau diese Eigenschaften machten den Löss über viele Generationen zu einem wertvollen Rohstoff. Aus dem Lösslehm wurden Ziegel geformt, getrocknet und anschließend in den Brennöfen der Ziegelei gebrannt. Die heute noch erhaltenen Gebäudereste erinnern an diese frühere Nutzung und zeigen, wie eng die Geologie mit der regionalen Geschichte verbunden ist.

So erzählt dieses Geotop nicht nur von den Auswirkungen der letzten Eiszeit, sondern auch davon, wie der Mensch die daraus entstandenen Böden und Rohstoffe über viele Jahrhunderte nutzte.

Hinweis

Das Gelände rund um die Ruine der Alten Ziegelei ist heute stellenweise stark verwachsen. Die ehemaligen Brennöfen (siehe auch GC25JM4 von HH58) sind nicht Bestandteil dieses EarthCaches. Bitte achte auf dich und deine Mitcacher und lasse insbesondere Kinder nicht unbeaufsichtigt. Von einer Begehung der ehemaligen Brennöfen wird ausdrücklich abgeraten, da sich jederzeit lockere Ziegel oder Mauerteile lösen können.
Um die Lösswand sicher zu erreichen, beachte bitte die zusätzlichen Wegpunkte sowie die angegebenen Attribute.

Logbedingungen – Station 2

3. Betrachte die Lösswand genau und beschreibe ihre Eigenschaften. Falls möglich, verreibe etwas Löss vorsichtig zwischen den Fingern. Wie wirkt das Material hinsichtlich Korngröße, Oberfläche und Stabilität? 

4. Welche Eigenschaften des Lösses sprechen dafür, dass er durch den Wind transportiert und nicht durch fließendes Wasser abgelagert wurde? Begründe deine Antwort anhand deiner Beobachtungen an der Lösswand.


Logfoto

Fertige außerdem ein Foto von dir oder einem persönlichen Gegenstand an einer der beiden Stationen an und füge es deinem Log bei.
Nachdem du alle Beobachtungen durchgeführt hast, sende mir zunächst deine Antworten über das Nachrichtenformular bei Geocaching.com oder per E-Mail. Nachdem du mir deine Antworten zugesendet hast, kannst du den EarthCache als gefunden loggen. Sollte etwas unklar sein oder noch Informationen fehlen, melde ich mich selbstverständlich bei dir.


Die Eiszeit wirkt bis heute

 

Mit dem Ende der letzten Eiszeit verschwanden Gletscher und Kältesteppen. Der Löss blieb jedoch erhalten.

Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich daraus tiefgründige und nährstoffreiche Böden, die heute zu den wertvollsten Ackerstandorten Bayerns zählen.

Löss und Lösslehm prägen weite Teile des Donautals und seiner Randgebiete – vom Raum Augsburg und Schrobenhausen über Kelheim bis weit in den Gäuboden bei Straubing. Auch die unmittelbar südlich anschließende Hallertau profitiert von diesen fruchtbaren Böden. Gemeinsam mit Klima, Relief und jahrhundertelanger Nutzung bilden sie die Grundlage für eine vielfältige Landwirtschaft und den weltbekannten Hopfenanbau.

Die beiden Geotope zwischen Marching und Irnsing zeigen eindrucksvoll, dass die Spuren einer Eiszeit nicht nur dort zu finden sind, wo einst Gletscher lagen. Obwohl dieser Ort niemals von Eis bedeckt war, veränderten Wind und Staub die Landschaft nachhaltig. Die fruchtbaren Böden, die Nutzung durch den Menschen und selbst die ehemalige Ziegelei sind bis heute direkte Folgen jener Prozesse, die vor Zehntausenden von Jahren während der Würm-Eiszeit ihren Anfang nahmen.


Quellen

 

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): Aufschluss am Eichelberg E von Marching, Geotop 273A018. Geotop-Steckbrief aus dem UmweltAtlas Bayern, Stand Juli 2026. 
www.umweltatlas.bayern.de/standortauskunft/rest/reporting/sb_geotope/generate/Geotope.pdf?additionallayerfieldvalue=273A018

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): Alte Ziegelei E von Marching, Geotop 273G003. Geotop-Steckbrief aus dem UmweltAtlas Bayern, Stand Juli 2026. 
www.umweltatlas.bayern.de/standortauskunft/rest/reporting/sb_geotope/generate?additionallayerfieldvalue=273G003

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR):
"Der Lössboden – Boden des Jahres 2021", abgerufen im August 2026.
www.bgr.bund.de/DE/Themen/Boden/Bodenbewusstsein/Boden-des-Jahres/BdJ-2021-Loessboden/Boden_des_Jahres_2021_node.html
„Ein Kind der Eiszeit“, abgerufen im August 2026.  
www.bgr.bund.de/DE/Themen/Boden/Bodenbewusstsein/Boden-des-Jahres/BdJ-2021-Loessboden/BdJ2021_Loessboden_mehr_2KindDerEiszeit.html

Die Schaubilder wurden mit Unterstützung eines KI-gestützten Bildgenerators (ChatGPT) erstellt und anschließend inhaltlich geprüft sowie für dieses Listing überarbeitet.

Additional Hints (No hints available.)

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