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WolleD und die Helden aus der zweiten Reihe Mystery Cache

Hidden : 9/21/2026
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


WolleD und die Helden aus der zweiten Reihe

An den angegebenen Listingkoordinaten findet ihr keine Dose. Dafür müsst ihr zunächst etwas Ordnung in eine ausgesprochen schwierige Gesprächsrunde bringen.


Eigentlich hatte WolleD nur den Schlüssel abholen sollen.

„Acht Stühle im Kreis, Kaffee auf den Tisch, anschließend wieder abschließen“, hatte es geheißen. Das klang nach einer Aufgabe, für die seine pädagogischen Fähigkeiten ausreichen sollten.

Erst im Nebenraum der Spandauer Bibliothek entdeckte er das Veranstaltungsschild:

Selbsthilfegruppe für literarisch übergangene Persönlichkeiten.
Heute: Ich bin mehr als meine Nebenrolle.

Darunter stand in kleinerer Schrift: „Leitung: WolleD.“

WolleD überprüfte die Rückseite. Vielleicht stand dort, dass es ein Versehen war.

Dort stand nur das WLAN-Passwort.

Auf dem Tisch warteten sieben Becher mit mehr oder weniger aufmunternden Sprüchen. Sein eigener trug die Aufschrift „Ich bin nur wegen des Schlüssels hier“. Er stellte ihn neben seinen Stuhl und beschloss, die Angelegenheit möglichst zügig hinter sich zu bringen.

Das war seine erste Fehleinschätzung.

„Willkommen“, begann er, als alle eingetroffen waren. „Vielleicht erzählen Sie zunächst, weshalb Sie hier sind.“

Eine junge Frau nahm den Becher mit der Aufschrift WISSEN SCHAFFT ABSTAND.

„Das kann ich bestätigen“, sagte sie und betrachtete den Spruch. „Besonders dann, wenn man andere ungefragt verbessert.“

„Und weshalb sind Sie hier?“

„Weil Vorbereitung offenbar erst dann geschätzt wird, wenn die anderen bereits in Lebensgefahr schweben. Ich lese, recherchiere und denke voraus. Dafür gelte ich als anstrengend. Hinterher brauchen dieselben Leute ganz dringend eine Antwort.“

„Kennen wir“, sagte WolleD. „Gruppenarbeit.“

„Meine Eltern hätten vermutlich etwas Solideres erwartet. Beide behandeln Zähne. Ich verbringe meine Zeit damit, zwei Jungen durch Situationen zu bringen, die mit vorheriger Lektüre häufig vermeidbar gewesen wären.“

WolleD schrieb auf seinen Block: Nicht für die Protokollführung vorschlagen.

Ein Mann griff nach IMMER MIT LOGIK.

„Mir wurde eine Insel versprochen. Eine ordentliche berufliche Perspektive, dachte ich. Stattdessen zog ich hinter einem Herrn her, bei dem man nie wusste, ob er gleich ein Gespräch beginnen oder die Landschaft angreifen würde.“

„Und Sie sind trotzdem geblieben?“

„Ich hatte einen Esel, eine gewisse Geduld und offenbar zu wenig Rückfragen gestellt.“

WolleD kannte dieses Problem von ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Neben dem Keksteller räusperte sich ein weiterer Mann. Auf seinem Becher stand ICH BIN RUHIG.

„Ich habe Medizin studiert. Trotzdem besteht meine bekannteste Tätigkeit darin, neben meinem Mitbewohner zu stehen und nicht sofort zu begreifen, was er längst erkannt haben will.“

„Spricht er wenigstens vernünftig mit Ihnen?“

„Er erklärt mir regelmäßig, wie einfach alles gewesen sei. Anschließend schreibe ich den Fall auf, damit andere Menschen seine Genialität bewundern können.“

„Sie machen also auch noch die Öffentlichkeitsarbeit.“

„Und wenn anschließend jemand von unseren Abenteuern erzählt, fällt sein Name meistens zuerst.“

WolleD unterstrich das Wort unsere.

Ein kleiner Gast hielt ICH BIN HEUTE PRIMA mit beiden Händen fest.

Er las den Spruch zweimal.

„Muss das schon stimmen, oder ist das ein Ziel?“

„Wir arbeiten daran“, sagte WolleD.

„Gut. Ich bin nämlich nicht feige. Ich berücksichtige nur mehr mögliche Unglücke als die anderen.“

„Zum Beispiel?“

„Große Tiere. Unbekannte Geräusche. Eigentlich auch bekannte Geräusche, wenn sie plötzlich kommen. Mein bester Freund macht sich deutlich weniger Sorgen. Solange irgendwo Honig zu finden ist, hält er den Tag meistens für gelungen.“

WolleD schob ihm einen Keks hin.

„Danke. Ist da irgendetwas Überraschendes drin?“

„Laut Packung nur eine Preiserhöhung.“

Der Mann mit ICH BLEIBE STETS ACHTSAM betrachtete inzwischen die Wanduhr.

„Ich hatte ausdrücklich eine ruhige Stellung gesucht. Ein geregelter Haushalt. Ein berechenbarer Tagesablauf. Mein neuer Arbeitgeber wirkte dafür geradezu vorbildlich.“

„Und dann?“

„Eine Wette. Plötzlich sollten wir um die ganze Welt. Kaum hatte ich die Stelle angetreten, war es mit der Ruhe vorbei. Unterwegs konnte ich sogar meine alten Zirkuskenntnisse wieder gebrauchen.“

„Stand das im Arbeitsvertrag?“

„Ich war schon froh, wenn ich im richtigen Zug saß.“

Ein anderer Teilnehmer drehte seinen Becher ICH BIN IMMER POSITIV langsam zwischen den Händen.

„Bei mir fing es schon mit dem Namen an. Der andere entschied, dass ein Wochentag ausreiche.“

WolleD hob den Blick.

„Ein Wochentag?“

„Der Tag, an dem er mich gerettet hatte. Ich bin ihm dankbar dafür. Trotzdem hätte man vor der Namensvergabe kurz miteinander reden können. Später erzählen alle von seiner Zeit auf der Insel. Ich komme dann dazu.“

„Sie hätten gern mehr Raum in der Geschichte.“

„Zumindest mehr als einen Eintrag im Kalender.“

Zuletzt meldete sich ein Gast, der bisher aufmerksam auf die Verteilung der Kekse geachtet hatte. Sein Becher versprach ICH BLEIBE STANDHAFT.

„Ich war für den Garten zuständig. Dann wurde aus einer Reise eine ausgesprochen lange Wanderung. Ich habe mich ums Essen gekümmert, auf meinen Freund aufgepasst und ihn schließlich auch noch getragen.“

„Das klingt nach einer erheblichen Erweiterung Ihres Aufgabenbereichs.“

„Allerdings. Und wenn man schon unbedingt einen Ring loswerden muss, könnte man wenigstens ein Ziel wählen, an dem etwas wächst.“

WolleD legte den Stift hin.

Sieben Gäste. Sieben Beschwerden. Noch hatte niemand etwas umgeworfen.

Er beschloss, diesen Zwischenstand als Erfolg zu verbuchen.


Leider standen alle noch immer um den Tisch herum.

„Dann setzen wir uns jetzt“, sagte WolleD.

Es folgte eine Diskussion, nach der er den Begriff „Sitzung“ grundsätzlich neu bewertete.

Die junge Frau meldete sich zuerst.

„Ich möchte unmittelbar neben Ihnen sitzen. Falls Ihre Gesprächsführung ähnlich gründlich vorbereitet ist wie manche Gruppenarbeit an meiner Schule, kann ich rechtzeitig eingreifen.“

Sie zog WolleDs Block zu sich und zeichnete einen Kreis.

„Von oben betrachtet: Ihr Stuhl ist hier. Wenn man von dort gegen den Uhrzeigersinn geht, nehme ich den ersten Platz.“

WolleD schrieb daneben: Hat die Leitung bereits weitgehend übernommen.

Der Mann, dessen Reisegefährte gelegentlich Windmühlen eine feindselige Absicht unterstellte, verlangte den Platz genau gegenüber von WolleD.

„Ich habe lange genug hinter jemandem gesessen, dessen Entscheidungen mich überrascht haben. Diesmal möchte ich wenigstens das Gesicht sehen, bevor es losgeht.“

„Ich beabsichtige nicht, irgendetwas anzugreifen“, sagte WolleD.

„Das beruhigt mich. Die Garderobe sieht allerdings verdächtig aus.“

Der Herr aus der berühmten Wohngemeinschaft in der Baker Street bot an, dem kleinen Bewohner des Hundertmorgenwaldes genau gegenüberzusitzen.

„Sollten Sie unruhig werden, schauen Sie einfach zu mir.“

„Und wenn Sie ebenfalls unruhig aussehen?“

„Dann haben wir wenigstens eine gemeinsame Beobachtung.“

Der kleine Gast rückte seinen Becher etwas näher zu sich.

Der Mann, dessen Arbeitgeber eine Wette im Londoner Reform Club zum Anlass für eine ausgesprochen umfangreiche Reise genommen hatte, deutete auf die junge Frau.

„Dann möchte ich ihr genau gegenübersitzen. Sie wirkt, als könnte sie einen Fahrplan lesen, ohne anschließend einen Kontinent zu verwechseln.“

„Ich könnte auch einen für diese Sitzung erstellen“, sagte sie.

„Bitte mit einer verbindlichen Ankunftszeit beim Ende“, murmelte WolleD.

Nun meldete sich der Mann, dessen Inselgefährte schon durch einen fremden Fußabdruck erheblich beunruhigt worden war.

„Ich möchte die beiden Gäste aus den Geschichten mit den Windmühlen und dem honigliebenden Bären als meine unmittelbaren Nachbarn haben. Einen auf jeder Seite.“

„Gibt es dafür einen besonderen Grund?“

„Ich möchte einmal zwischen zwei Geschichten sitzen, ohne dass eine davon behauptet, sie sei ganz allein.“

WolleD sah auf seinen Block. Dann sah er auf die Stühle.

„Sonst noch Wünsche?“

Der Gast mit Gartenerfahrung betrachtete den letzten freien Platz.

„Ich nehme den übrigen.“

WolleD notierte: Für die nächste Gruppenleitung vormerken.

Als endlich alle saßen, war die gebuchte Stunde vorbei.

„Das war eine wertvolle erste Sitzung“, sagte WolleD.

„Wir haben ausschließlich darüber gestritten, wer neben wem sitzt.“

WolleD nickte. „Für eine Gruppe, in der sich seit Jahrzehnten jeder über seine Nebenrolle beschwert, finde ich das einen bemerkenswerten Fortschritt.“


Jetzt seid ihr dran

Als WolleD die Becher betrachtete, fiel ihm noch etwas ein.

„Ihr Name allein reicht hier nicht. Sie müssen schon wissen, wo Sie hingehören.“

Die junge Frau sah ihn an. „War das gerade eine therapeutische Erkenntnis?“

„Nein. Die Anleitung für die Becher.“

Findet heraus, welche sieben literarischen Figuren gesprochen haben, und ordnet ihnen ihre Becher zu.

Verteilt die Gäste nach sämtlichen Platzwünschen auf einen Kreis aus acht gleichmäßig angeordneten Stühlen. Einer davon gehört WolleD. Jeder Gast behält seinen Becher.

„Genau gegenüber“ bedeutet vier Stuhlpositionen weiter. Unmittelbare Nachbarn haben keinen Stuhl zwischen sich. Die Reihenfolge der Wortmeldungen ist keine Sitzordnung.

Nummeriert die Gäste im Uhrzeigersinn nach WolleD von 1 bis 7. Der erste Stuhl im Uhrzeigersinn nach seinem Platz bekommt die Nummer 1. WolleDs eigener Platz erhält keine Nummer.

Für die Auswertung verwendet ihr die Namen aus den deutschen Buchausgaben. Hat eine Figur Vor- und Nachnamen, zählt ausschließlich ihren Nachnamen. Titel, Berufsbezeichnungen und zusätzliche Beinamen zählen nicht mit. Bei Figuren mit nur einem Namen zählt dieser vollständig. Verwendet keine englischen Namensformen oder Kosenamen.

Addiert die Anzahl der Buchstaben des Namens und die Sitzplatznummer.

Das Ergebnis bestimmt, welchen Buchstaben ihr aus dem zugehörigen Becherspruch nehmt. Zählt dort ab 1 und überspringt Leerzeichen sowie Satzzeichen.

Ein Beispiel: Ein Name mit vier Buchstaben auf Platz 3 liefert den siebten Buchstaben seines Becherspruchs.

Notiert die ermittelten Buchstaben zunächst in der Reihenfolge der Plätze 1 bis 7. WolleDs eigener Becher wird nicht ausgewertet. 

WolleD hatte noch einen letzten Satz unter seine Anleitung geschrieben:

„Heute stehen endlich einmal die Letzten an erster Stelle. Schreibt eure fertige Buchstabenfolge deshalb rückwärts.“

 

Du kannst deine Rätsel-Lösung mit certitude überprüfen.

Viel Spaß wünscht
WolleD

Additional Hints (No hints available.)

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