Gemeine Hasel
| Wissenschaftlicher Name |
Corylus avellana |
| Familie |
Birkengewächse (Betulaceae) |
| Unterfamilie |
Haselnussgewächse (Coryloideae) |
| Gattung |
Haseln (Corylus) |
| Ordnung |
Buchenartige (Fagales) |
| Lebensform |
Sommergrüner Strauch, selten kleiner Baum |
| Höhe |
meist etwa 5 m |
| Blütezeit |
meist Februar bis März |
| Früchte |
Haselnüsse |
Die Gemeine Hasel (Corylus avellana), auch Haselstrauch oder Haselnussstrauch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Sie ist in weiten Tilen Europas und in Kleinasien heimisch und gehört zu den häufigen Sträuchern Mitteleuropas. Bekannt ist sie vor allem wegen ihrer essbaren Früchte, den Haselnüssen.
Die Gemeine Hasel wächst überwiegend als mehrstämmiger, sommergrüner Strauch. Unter günstigen Bedingungen kann sie eine Höhe von ungefähr fünf Metern erreichen und gelegentlich auch eine baumartige Wuchsform entwickeln.
Systematik
| Reich |
Pflanzen (Plantae) |
| Ordnung |
Buchenartige (Fagales) |
| Familie |
Birkengewächse (Betulaceae) |
| Unterfamilie |
Haselnussgewächse (Coryloideae) |
| Gattung |
Haseln (Corylus) |
| Art |
Gemeine Hasel |
| Wissenschaftlicher Name |
Corylus avellana L. |
Beschreibung
Wuchs
Die Gemeine Hasel ist gewöhnlich ein aufrecht wachsender, stark verzweigter Strauch. Häufig entwickeln sich mehrere Stämme aus der Basis. Dadurch entsteht der typische breitbuschige Habitus des Haselstrauchs. Nur selten entwickelt sich ein einzelner Stamm, der eine deutlich baumartige Gestalt annimmt.
Die Rinde jüngerer Zweige ist zunächst relativ glatt und graubraun. Mit zunehmendem Alter wird sie rauer und kann in längliche Streifen und Schuppen aufbrechen. Die jungen Triebe sind meist auffällig behaart.
Blätter
Die Laubblätter stehen wechselständig. Sie sind rundlich bis eiförmig und besitzen häufig eine herzförmige Basis. Der Blattrand ist grob bis doppelt gesägt. Die Blattoberseite ist meist grün und relativ glatt, während die Unterseite fein behaart sein kann.
Die Blätter erreichen typischerweise eine Länge von etwa 4 bis 12 Zentimetern. Die Blattform und die deutlich gesägten Blattränder sind wichtige Merkmale zur Bestimmung der Art.
Blüten
Die Gemeine Hasel ist einhäusig getrenntgeschlechtig. An einer Pflanze befinden sich somit sowohl männliche als auch weibliche Blüten.
Männliche Blüten
Die männlichen Blüten stehen in langen, hängenden Kätzchen. Diese werden bereits im Vorjahr angelegt und überwintern am Zweig. Im Spätwinter beginnen sie sich zu strecken und geben große Mengen Pollen an die Umgebung ab.
Die Kätzchen erscheinen häufig noch vor dem Austrieb der Laubblätter. Dadurch gehört die Hasel zu den auffälligen Frühblühern der mitteleuropäischen Landschaft.
Weibliche Blüten
Die weiblichen Blüten sind wesentlich unscheinbarer. Während der Blütezeit ragen vor allem die roten Narben aus den Knospen hervor. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.
Bestäubung: Die Gemeine Hasel wird nicht hauptsächlich durch Insekten bestäubt. Ihr Pollen wird durch den Wind verbreitet.
Früchte
Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich die bekannten Haselnüsse. Botanisch handelt es sich um Nussfrüchte. Die Nüsse sitzen einzeln oder in kleinen Gruppen und sind von einer charakteristischen, blattartigen Fruchthülle umgeben.
Die Nuss selbst ist rundlich bis leicht eiförmig und seitlich etwas abgeflacht. Ihre harte Schale schützt den Samen. Im Inneren befindet sich ein großer, ölreicher Samen.
Die Früchte reifen im Spätsommer und Herbst. Reife Haselnüsse lösen sich schließlich aus ihrer Fruchthülle und können zu Boden fallen.
Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gemeinen Hasel umfasst große Teile Europas sowie angrenzende Gebiete Kleinasiens. In Mitteleuropa ist sie weit verbreitet und kommt sowohl in natürlichen Pflanzengesellschaften als auch in vom Menschen geprägten Landschaften vor.
Typische Standorte sind Waldränder, lichte Wälder, Hecken, Gebüsche und Feldgehölze. Die Art kann sowohl an sonnigen als auch an mäßig beschatteten Stellen wachsen.
Standort und Ökologie
Die Gemeine Hasel bevorzugt nährstoffreiche, gut durchlüftete und ausreichend feuchte Böden. Besonders günstig sind warme Standorte mit guter Humusversorgung. Extreme Staunässe sowie sehr nährstoffarme Böden sind dagegen ungünstig.
Als Bestandteil von Hecken und Waldrändern bietet die Hasel verschiedenen Tierarten Nahrung und Lebensraum. Besonders ihre ölreichen Nüsse sind für zahlreiche Tiere von Bedeutung.
Ausbreitung der Samen
Haselnüsse werden von verschiedenen Tieren gesammelt und teilweise als Vorrat versteckt. Nüsse, die nicht wiedergefunden werden, können unter geeigneten Bedingungen keimen. Auf diese Weise tragen Tiere zur natürlichen Ausbreitung der Hasel bei.
Bedeutung für den Menschen
Lebensmittel
Haselnüsse werden seit langer Zeit als Nahrungsmittel genutzt. Sie können roh oder geröstet gegessen und außerdem für zahlreiche Lebensmittel verwendet werden. Aufgrund ihres hohen Fett- und Energiegehalts sind sie ein nährstoffreiches Lebensmittel.
Bei den im Handel angebotenen Haselnüssen spielen neben der Gemeinen Hasel auch andere Arten und insbesondere Kulturformen eine bedeutende Rolle.
Holz
Das Holz der Hasel ist hell, fein strukturiert und relativ hart. Dünne und gerade Triebe wurden traditionell unter anderem für Flechtarbeiten, Stäbe und verschiedene Gebrauchsgegenstände genutzt.
Gartenbau
Die Gemeine Hasel wird häufig in Gärten und Landschaften als Zier- und Nutzgehölz gepflanzt. Durch ihren buschigen Wuchs eignet sie sich außerdem für Hecken und naturnahe Pflanzungen.
Sorten und Kulturformen
Von der Hasel existieren zahlreiche Kulturformen. Diese wurden unter anderem hinsichtlich Fruchtgröße, Ertrag, Wuchsform und Reifezeit ausgewählt. In der gärtnerischen Kultur werden auch nahe verwandte Haselarten und deren Kreuzungen genutzt.
Verwandte Arten
Die Gattung Corylus umfasst mehrere Haselarten. Zu den bekannten Vertretern gehören beispielsweise:
- Gemeine Hasel (Corylus avellana)
- Lambertshasel (Corylus maxima)
- Baum-Hasel (Corylus colurna)
- Amerikanische Hasel (Corylus americana)
Die einzelnen Arten unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Wuchsform, Blättern, Fruchthüllen, Nüssen und natürlichem Verbreitungsgebiet.
Namensherkunft
Das wissenschaftliche Artepitheton avellana geht auf die antike Stadt Abella zurück, das heutige Avella in der italienischen Region Kampanien. Die Gegend war bereits in der Antike für den Anbau von Haselnüssen bekannt.
Systematische Stellung
Die Gattung Corylus gehört innerhalb der Familie der Birkengewächse zur Unterfamilie der Haselnussgewächse (Coryloideae). Zu dieser Gruppe werden neben den Haseln unter anderem die Hainbuchen und weitere verwandte Gattungen gerechnet.
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