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Geschichte und Dornen Traditional Cache

This cache has been archived.

gummihex: R.I.P. - Die gummihex vermeldet hiermit ihren Übergang in den abacus03-Modus. [}:)]

Nach Jahren, in denen ich gerne und mit Liebe Multis oder sonstige Caches gelegt habe, ist nun die Zeit, anderen die kreative Arbeit zu überlassen.

Neben Familie und Beruf kann ich die aufwendigen Multis nicht mehr so intensiv warten, daß es meinen eigenen Ansprüchen genügen würde. Dann werden sie lieber in Ehren beerdigt.
Zudem nimmt mir die Muggelei und auch die Achtlosigkeit einiger neuerer Cacher, die erhebliche Schäden an den Cachen verursachte, eindeutig überhand.

Ich freue mich auf gelegentliches Genuß- und Konsumcachen in Zukunft, wenn wir was Ansprechendes finden. Vielleicht lege ich irgendwann in 3400 Cachen wieder selber einen....

So long,
die Gummihex mit dem Käschsonderkommando

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Hidden : 5/28/2004
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:

Feste Schuhe sind sinnvoll. Nicht kinderwagentauglich. Wie üblich beim Erkunden von Ruinen ist eine gewisse Vorsicht angezeigt.

Geschichte und Dornen rankten sich um diesen Cache. Der Cache befindet sich in dem kleinen fränkischen Ort Wässerndorf. Über dem Dorf liegt auf einem Hügel ein altes Schloss im Dornröschenschlaf versunken (Die Dornen sind zwar mittlerweile weg, Dornröschen schläft aber noch tief.) Es ist eine Ruine mit besonderer Geschichte.

Ein kurzer Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
um 1250 Bau der Wässerndorfer Burg durch die Seinsheimer
1502 werden die Schwarzenberger neue Besitzer der Burg
1550 Umbau der Burg zum Wasserschloß
um 1910 wird die Familie von Pölnitz neuer Besitzer des Schlosses.
1945 Der Krieg erreicht auch Franken. Am 16.März 1945 wird die Stadt Würzburg, welche während des Krieges hauptsächlich als Lazarettstadt genutzt wurde, von Britischen Streitkräften bombardiert und dabei zu mehr als 85% zerstört.
Bereits zuvor waren in das Schloß Wässerndorf große Mengen wertvoller Bestände des Würzburger Stadt- und Staatsarchives ausgelagert worden, ebenso hatten viele der umliegenden Gemeinden hierher Kunstgegenstände und Archive in die vermeintliche Sicherheit gebracht. Nach Angaben von Zeitzeugen hatten deutsche Soldaten keine Erlaubnis, das Schloßgelände zu betreten, um keine Provokation der Amerikaner zu riskieren.
Am 5. April 1945, also kurz vor Kriegsende, wurde das Wässerndorfer Schloß von den Amerikanischen Streitkräften in Brand gesteckt, weil angeblich aus dem Schloß heraus auf einen Soldaten geschossen worden sei. Sämtliche betroffenen Einheimischen beteuerten, daß es keinen Schuß vom Schloß aus gegeben habe, doch alle knapp 80 Menschen, die in dem Schloß Zuflucht gefunden hatten, wurden herausgetrieben. Zwei Wochen wütete der Brand, zwei Bauern, die ihn löschen wollten, da der Brand auf Ihre Gehöfte überzugreifen drohte, wurden von den Amerikanern erschossen. Das gesamte Hab und Gut der Schloßherren und alle wertvollen historischen Materialien und Kunstgegenstände wurden ein Raub der Flammen.

Warum wir das so ausführlich schreiben? Weil es uns immer wieder traurig und wütend macht, zu sehen, daß auch mehrere Jahrzehnte nach Ende des zweiten Weltkrieges und lange nach Gründung der Vereinten Nationen, wir Menschen keinen Deut weiser oder „menschlicher“ geworden sind.
So schlimm Kriege oder „bewaffnete Konflikte“, wie es heißt, schon sind, wenn die Kämpfe zwischen den Streitkräften, auf dem „Schlachtfeld“ ausgetragen werden. Es gab und gibt auch Regime auf der ganzen Welt, die besser verschwinden sollten.
Erschütternd ist aber, daß damals wie heute, bei Überlegenheit einer Kriegspartei fast regelhaft eine Phase der Terrorisierung der Zivilbevölkerung und der Zerstörung von Kulturgütern ohne strategischen Nutzen zu folgen scheint. Parallelen lassen sich vielfach finden: in Vietnam, im Irak, in Palästina, in Tschetschenien... Wie soll nach so offensichtlicher Demonstration der Verachtung für den Gegner und seiner Kultur, denn ein Klima des Friedens und der Kooperation entstehen?

Die Geschichte um das Wässerndorfer Schloß ist natürlich nur eine kleine, verglichen mit manch anderer Tragödie, die sich in der Vergangenheit abgespielt hat oder auch in der Gegenwart abspielt. Aber "Geschichte" ist ja nichts anderes als die Summe vieler tausender kleiner Geschichten.
Vielleicht ermuntert Euch die Geschichte hinter diesem Cache, auch in den Archiven Eurer Heimat zu forschen.

Zu diesem und vielen anderen Themen finden sich interessante Informationen mit Zeitzeugenberichten in den beiden Büchern: „Geheimnisvolles Franken Teil 1 und 2“, von Hans Bauer, erschienen im Verlag Dr. Josef Röll, 2000 und 2002. Sehr zu empfehlen!


Ursprünglicher Inhalt des Caches:
- natürlich Logbuch und Stift
- Sonnenblume
- Holzwürfel
- Muscheln
- Schneckenhaus
- zwei Deutschlandflaggen
- mehrere US-Cents und Quarter-$-Stücke
- TB "Zahn der Zeit",
das ist ein Stück Schädelknochen, wahrscheinlich von einem Esel, den wir 2002 in der Libyschen Wüste in der Nähe der Oase Siwa gefunden haben. Ähnlich wie eine Ruine ist so ein Schädel einerseits ein Sinnbild der Vergänglichkeit, andererseits zeigt sich auch im Verfall so eine Art Beständigkeit.
Wir wünschen uns, daß dieser TB möglichst nur in Caches in der Nähe von Burg- oder anderen Ruinen, oder anderen historisch interessanten Plätzen kommt.

Additional Hints (No hints available.)