Die Friedberger Blutföhre
Dieser Cache ist zweiteilg. Der erste Teil führt als informativer
kleiner Rundgang durch das Zentrum des "Städtles", wie es
Friedberger liebevoll bezeichnen. Mit den gesammelten Informationen
erhaltet ihr die endgültigen Cache-Koordinaten, die etwas
ausserhalb liegen. Wer gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs
ist, kann den Cache problemlos erreichen, für nicht ganz so
Sportliche gibt's neue Parkkoordinaten.
- Weglänge 1.Teil: ca. 1km einfach
- Weglänge 2.Teil: ca. 200m einfach
- Weglänge zwischen Teil 1 und Teil 2: ca. 1,7km einfach
- Zeit: ca. 1-1,5 Stunden (Achtung: so mancher hat aber auch
schon deutlich länger benötigt :-)
- bis auf kurze Ausnahmen nur befestigte Wege
Teil 1: Das "Städtle"

Parkmöglichkeiten:
N 48° 21.314
E 10° 58.702'
Downtown Friedberg – ein guter Ausgangspunkt zum Cachen und für
sonstige Aktivitäten im Städtle (zwei Tiefgaragen sind nicht weit,
moderate Parkgebühren von ca. 0.60 EUR pro Std.)
Station 1: Startpunkt - Das Köpfhäusl:

N 48° 21.502'
E 10° 58.743'
Ausgangspunkt für unseren Spaziergang ist das sogenannte
"Köpfhäusl", die ehemalige Hinrichtungsstätte auf dem Friedberger
Schloßhügel. An diesem Bauwerk nagt zwar mittlerweile schon arg der
Zahn der Zeit. Auf der rasenbewachsenen Plattform war einst
Standort einer stämmigen Föhre, der sagenumwobenen "Friedberger
Blutföhre".
Von der Blutföhre weiß man sich folgende Geschichte zu
erzählen:
Zur Zeit Ludwigs des Strengen verlobte sich der ritterliche junge
Graf Ulrich von Möring (dem heutigen Mering) mit der anmutsvollen
Agnes von Hardenberg. Das junge Glück weckte den Neid des
benachbarten, übel berüchtigten Strauchritters Hans von Eurasburg,
der aus diesem Grunde Ulrich ins Verderben stürzen wollte. Und
schon bald bot sich ihm dazu auch die perfekte Gelegenheit! Ein
Spießgeselle des Eurasburgers entwendete Ulrich einen kostbaren
Dolch mit dessen Wappen und brachte ihn seinem Herrn. Kurze Zeit
später wurde der herzögliche Pfleger von Friedberg (und Onkel der
jungen Agnes) heimtückisch ermordet im Wald aufgefunden. In der
Wunde steckte noch der blutbefleckte Dolch mit dem Wappen des
Grafen von Möring. Wohl richtete sich der Verdacht im ersten Moment
gegen den Eurasburger Raubritter, doch ließ sich dafür nicht der
geringste Beweis erbringen. So wurde Ulrich von Möring des
Meuchelmordes angeklagt und allen Unschuldsbeteuerungen zum Trotz
zum Tode durch das Schwert verurteilt.
Unter den Mitleidsbezeugungen des herbeiströmenden Volkes bestieg
der Verurteilte die Richtstätte (also das Köpfhäusl). Noch bevor er
sein Haupt auf den Richtblock legte, sprach er mit lauter Stimme
zum Volke: "Meine Seele ist rein, aus meinem Blute soll hier eine
Föhre entstehen zum Zeugnis meiner Unschuld!".
Wenig später starb seine schöne Braut an gebrochenem Herzen.
Nebeneinander fanden sie in der Schloßkapelle derer zu Möringen
ihre letzte Ruhestätte.
Vom wahren Mörder aber hat man nie wieder etwas vernommen. Doch die
Prophezeiung des unschuldig Gerichteten hat sich erfüllt: kurz nach
seinem Tod wuchs dort als stetige Mahnung tatsächlich eine
stattliche Föhre empor.
Die Föhre selbst ist leider zwischenzeitlich nur noch Geschichte.
Man erzählt sich, sie soll nach dem Krieg um ein Haar als Brennholz
verwendet worden sein. Klägliche Reste des Stammes befinden sich
jetzt im Heimatmuseum. (Zweifler behaupten, daß die Föhre im Museum
vom Alter her ja niemals aus der Zeit Ludwigs des Strengen stammen
könne, aber ich denke, das ignorieren wir ganz einfach ...)
Vom wildromantischen Schloßgraben hoch führt eine holzbefestigte
Treppe zum Köpfhäusl. Ob Ulrich von Möring sie jemals gegangen ist?
Wohl kaum, aber ihr solltet sie gehen und dabei die Stufen zählen!
Achtung: auch verfaulte Stufen sind Stufen…
A = Anzahl Stufen
Station 2: Das Wittelsbacher Schloß:

N 48° 21.458'
E 10° 58.785'
Hier wurde 1257 von Ludwig dem Strengen eine Fürstenresidenz
errichtet, die auch fast 300 Jahre lang allen Angriffen und
Belagerungen durch Augsburger, Münchner und sonstigem Gesindel
standhielt. 1541 fällt sie aus einer Unachtsamkeit der Besatzung
den Flammen zum Opfer. (Nicht zündeln, Kinder! Wie schnell ist so
ein Schloss abgebrannt!) 1552-59 wird sie im Renaissance-Stil
wieder aufgebaut, im 30jährigen Krieg niedergebrannt und wieder
aufgebaut. Das Wittelsbacher Schloß hat zwischenzeitlich nur schon
einige hundert Jahre ohne nennenswerte Katastrophen überstanden.
Übrigens, die spätere Hausherrin, Christine von Lothringen hätte
sich bestimmt über die Besichtigung ihres Witwensitzes (ohne
Zündhölzer) sehr gefreut!
An Station 2 findet sich der Hinweis auf "B". Glaubt aber nicht,
daß alles Gute nur von oben käme! Vielleicht ist es ja bei Hofe
ganz anders, wer weiß?
B = ?
Station 3: Zwischen Bildung und Geistlichkeit:
Vom Wittelsbacher Schloß aus könnt ihr bereits den gestreiften
Turm der Stadtpfarrkirche erkennen. Nach ca. 150m Luftlinie in
dieser Richtung erreicht ihr Station 3.
Seid gegrüßt! Wir sind gefangen zwischen Geistlichkeit und
Bildung. Ob auch schon zu Zeiten Ludwigs des Strengen hier mit
strenger Hand durchgegriffen wurde? Notiert das Jahr der „Bildung“
dieser Stätte…
C = A-D. xxxx
Verliert die Kirche nicht aus den Augen!
Wusstet ihr, daß Friedbergs Uhrmacher seit dem 16. Jahrhundert in
ganz Europa bekannt sind? Um 1800 zählte die Uhrmacherzunft bis zu
70 Meisterwerkstätten, bis Ende des 19. Jahrhunderts waren hier 400
Uhrmacher namentlich beurkundet.
Uns geht es jetzt aber um die Kirche, bzw. deren lustige
Bemalung.
Was meint ihr? Wieviele rote Streifen könnt ihr von der Spitze des
Turmdaches bis 3 bzw. 9 Uhr zählen?
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen… nochmal ist Zählarbeit
angesagt! Wieviele rote Streifen wurden auf der Fassade des
Presbyteriums (Apsis) angebracht?
D = Anzahl roter Streifen oberhalb 3 Uhr
E = Anzahl roter Streifen an der Apsis
Station 4: Die Pfarrkirche:

Die Pfarrkirche ist auch noch ein genaueres Hinsehen wert… von
außen ist die Kirche nämlich baugleich mit San Zeno in Verona, von
innen eine Kopie der berühmten San Apollinares in Ravenna.
Zu Sankt Jakob hat sich im Jahre 1993 noch ein anderer Patron
gesellt. In Friedberg bewahrt euch der Heilige Ulrich vor nassen
Füßen und seine Nähe ist ratsam für Hilfesuchende, selbst bei der
Beantwortung der nächsten erdkundlichen Frage.
Wie hoch liegt Friedberg auf dem "Höhenprofil"?
F = Höhe in m
Station 5: Federvieh:
Jetzt wird´s weltlich und unhistorisch - es geht um
Brauchtumspflege! …
Findet heraus, aus welcher Richtung der Wind weht und ein Hahn
wird euch darüber Auskunft geben, wieviele Partnerstädte Friedbergs
hier mit ihrem Stadtwappen gewürdigt werden!
G = Anzahl Partnerstädte
Station 6: Vom Regen in die Traufe?:

Ein goldener Löwe thront von weitem sichtbar auf dem barocken
Wahrzeichen der Stadt, auch hier findet sich wieder ein schönes
Beispiel für die Uhrmacherkunst der altbaierischen
Herzogsstadt.
Hier können Verliebte den Bund für´s Leben schließen. Für weniger
Romantische, die behaupten, sie kämen so nur vom Regen in die
Traufe, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts für Ableitung
gesorgt.
H = Wann genau (Jahr der Installation)?
Teil 2: Der Cache
Noch etwas Rechenarbeit:
X = ( B * C ) - ( G * F ) - ( B * F ) + F + B + A - 7
Y = H - ( 2 * F ) - A - B - ( 3 * G )
Jetzt ergeben sich die Koordinaten des Caches:
N 48° 20,X'
E 10° 58,Y'
Noch eine kleine Stärkung gefällig? Rund um Station 6 gibt's
genügend Gelegenheiten für einen kurzen Einkehrschwung.
Wer gut zu Fuß ist, macht sich hier auf den knapp 2 km langen
Endspurt.
Ein paar Koordinaten sollen euch als Anhaltspunkte auf dem Weg
dienen:
N 48° 21.346' - E 10° 59.050'
N 48° 21.147' - E 10° 59.138'
N 48° 20.959' - E 10° 59.110'
N 48° 20.891' - E 10° 58.751'
Wer doch lieber bequem auf zwei oder vier Rädern unterwegs ist,
der parkt sein Fahrzeug am besten irgendwo dort:
N 48° 20.891'
E 10° 58.751'
Viel Spaß beim Suchen!