Obwohl ein Friedhof ein Platz der ewigen Ruhe sein sollte, hat sich seit der Legung dieses Caches im Herbst 2005 vieles verändert. Daher waren und sind immer mal wieder Anpassungen des Listings an den neuen Gegebenheiten notwendig. So geschehen im Frühjahr 2025, aber HALMA4 machte mich während meines Urlaubsim August auf so einige Ungereimheiten aufmerksam (Danke!). Leider kam ich ich jetzt (Ende Oktober 2025) dazu, das Listing erneut anzupassen bzw. zu präzisieren.
In der schnelllebigen Zeit, die sich auch auf Geocaching auswirkt (ich nenne nur die halbstündigen „Events“) wird nicht jeder diesen Multi absolvieren – es sind ja viele Stationen und die Runde erfordert einen Zeitaufwand von 90-120 Minuten. Aber ich finde (und der Owner eines Labcaches wohl ebenso
), dass der Tolkewitzer Johannesfriedhof mitsamt Urnenhain einen längeren Besuch wert ist. Denn erstens ist er wie ein Park angelegt und wie ich bei meinen Besuchen immer wieder feststellte, viele Besucher nutzen ihn zum Spaziergehen - auch mit Kinderwagen, zum Lesen auf den Sitzgelegenheiten oder genießen einfach die Ruhe. Gerade im Sommer habe ich das Areal als kühle Oase in der Stadt schätzen gelernt.
Und zweitens ist der Friedhof aufgrund seiner vielen alten und imposanten Grabstätten und Gedenkstätten wirklich sehenswert und viele Personen des damaligen und heutigen öffentlichen Lebens Dresdens fanden dort ihre letzte Ruhe. Meiner Meinung angeschlossen hat sich eine Jury im November 2011, die den Johannisfriedhof als schönsten Friedhof Deutschlands mit dem ersten „Bestattungen.de-Award 2011“ auszeichnete. Kriterien für die Auswahl war dabei „eine bewegte Geschichte, eine vielfältige Gestaltung der Gebäude und Grabmäler sowie eine besondere Atmosphäre“.
Mit dem ca. eineinhalb bis zweistündigen Spaziergang (bei dem Ort angemessenen Tempo) möchte ich Euch genau das zeigen. Einige Stationen - imposante Grabmäler, Gedenkstätten, moderne Grabkunst (z. T aus alten Grabstätten entstanden) - können vielleicht den einen oder anderen betroffener machen als gewollt, andere Stationen können vielleicht als kleine Dresdner Geschichtsstunde dienen.
Der Spaziergang ist bis auf wenige Stufen unterwegs auch mit Kinderwagen machbar (Alternative bei einer Station!). Beachtet aber bitte die den Jahreszeiten angepassten Öffnungszeiten. Generell gilt: von 8.00 Uhr bis Sonnenuntergang, z.B. im November bis 17.00 Uhr, von Mai bis August bis 20.00 Uhr. Pünktlich werden die Tore der verschiedenen Eingänge danach geschlossen.
Die Listingkoordinaten zeigen auf einen der Haupteingänge. Doch unser Spaziergang startet an einem der „Nebeneingänge“ bei N51° 02.196 E13° 48.848, der alledings eine kunsthistorische Besonderheit darstellt. Das Tor diente Casper David Friedrich (CDF-Jahr=2024) als Vorlage für sein berühmtes Bild „Der Friedhof“. Daher schaut es Euch etwas genauer an und zählt die oberen Spitzen A= und die „Rosetten“ BC= ganz unten an den Blechstreifen der zwei Flügel.
Die nächste Station befindet sich bei N51° 02.220 E13° 48.900. Ob der geehrte Verstorbene durch Mäusegift ums Leben kam, ist mir nicht bekannt, aber er wurde reich damit und ließ sich eine Villa in Blasewitz bauen. Bestimmt dort die Anzahl der Menschenfiguren am Sockel D=
Nur wenige Meter davon entfernt, aber verdeckt durch eine Hecke befindet sich bei N51° 02.(A-D)(D-B)C, E013° 48.(A+D-B)(B+B)C eine große, aber schlicht gestaltete Gedenkstätte, die Geschichten von mutigen Menschen in der Zeit von 1933-1945 erzählt. Am Ende der Aufzählung steht ein Name, der etwas "aus der Reihe" fällt. Der Buchstabenanzahl des Vornamens sei E.
Weiter geht es in ein Areal mit alten, imposanten Familiengräbern. Bei N 51° 02. (B+B)E(D+D) E 013° 48.(D+E)C(D+E) werdet Ihr einen großen „Stammbaum“ aus Kupfer entdecken, den ich als sehenswert empfinde. Durch Diebstahl fehlt seit dem Sommer 2025 eine Platte unter dem Baum, deren Anzahl bislang als F gesucht wurde. Daher die Ersatzfrage: "Gertrud" trug vor ihrer Heirat einen anderen Nachnamen mit F= Anzahl der Buchstaben. Ca. 25m weiter den Weg entlang kommt Ihr an einer Wegkreuzung zu einem alten Monument, das – wie ich finde – stilvoll saniert und „modernisiert“ wurde (s. auch kleine Spendenplakette rechts unten) und heute die Grabstätte für die „Striesener Strumpfmädels“ ist. Diesen Namen erhielten drei Damen, die gemeinsam in Striesen lebten und arbeiteten. Bekannt für ihre Kunst, die Laufmaschen in den damals teuren Nylonstrümpfen zu reparieren. Eine von ihnen war wohl auch anderweitig künstlerisch begabt, denn darauf weist ein Gegenstand in einem „Schaukasten“ hin, vom dem der iterierte Buchstabenwert des Anfangsbuchstabes (Allgemeinbegriff) als G= gesucht ist.
Auf dem Weg zum nächsten Punkt schaut doch mal links und rechts des Weges - bestimmt werdet Ihr weitere interessante Grabsteine entdecken. Angekommen bei N 51° 02. B(D+E)(F-D), E 013° 4(D+E).B(G-D)C befindet sich die Grabsäule vom Agent ihrer Majestät – allerdings mit einem kleinen Zusatz(buchstaben). Der Buchstabenwert ist H und die Anzahl der Spitzen der auffälligen geometrischen Figur auf der Kupferplatte ist I.
Von dort geht es weiter bis auf die breite Allee (via funeralis), die zum alten Krematorium hinführt. Dies besuchen wir ein wenig später, unser Weg führt am knieenden Mann mit dem Stab vorbei nach N 51 02.BDG E 13 4H.(H-G)(G-D)E. Wir befinden uns nun am Rande einer terrassenförmig angelegten Fläche mit dem Teich der Tränen. Direkt an den Koordinaten steht einer der wenigen modernen Grabsteine auf diesem Areal, die mir wegen ihrer individuellen Gestaltung aufgefallen sind. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber ich finde den schwarzen Block mit "eingeklemmter" Kugel toll… Vorgesehen für ein Ehepaar ruht dort zurzeit nur der Mann. Für J bitte den Wert des ersten Buchstaben des Vornamens notieren.
Weiter geht es mit einer Peilung von 6 Grad und 110 Meter, um eine Säule mit Texten in K Sprachen und ebenso vielen Platten mit Namen zu finden. Zählt (!, nicht einfach multiplizieren) alle Namen zusammen = L. Im Winter könnte es etwas schwierig werden, daher hier noch eine Wintervariante bzw. eine kleine Möglichkeit zur Überprüfung: Oben an der Säule sind kleine menschliche Figuren eingearbeitet. Zählt die Köpfe M, multipliziert die Anzahl mit K, zieht dann J ab und ihr erhaltet ebenfalls L. Mathematisch ausgedrückt: M*K-J=L
In Sichtweite befindet sich das neue, modern gehaltene Krematoriumsgebäude, in Laufrichtung dahinter das schon erwähnte alte Krematorium (mit öffentlichen WCs) mit dem Urnenhof. Der Weg über den Urnenhof stellt eine Alternative zur kleinen „Treppenbrücke“ dar, um am Erzgiesser vorbei zum Kolumbarium bei N 51 02.BHC E 013° 49.0HI zu gelangen. Dieses ist im Dresdner Raum einzigartig und war bei Cachelegung 2005 eher ein LP mit nur wenigen und dazu alten Inschrifttafeln vor den Grabnischen. In den letzten Jahren fanden dort wieder viele Personen ihre letzte Ruhe. Die Inschriften verraten viel über deren Vorlieben – Literatur, Musik, Natur und das Reisen. Einer von ihnen war wohl viel und weitgereist, denn auf seiner Urnenplatte wurde „Weltenbummler“ eingraviert. Sein Sterbetag bitte als N= notieren.
Berufe und ganze Familiengeschichten lassen sich auch an den z. T. imposanten Familienanlagen ablesen, an denen wir im Verlauf der nächsten Stationen vorbeikommen. Interessant dabei ist, dass einige Dresdner Personen ihre Grabstätten nach ihren Vorstellungen bauen ließen oder berühmte Architekten beauftragten. Zum Beispiel stammt die Grabsäule des Agenten von Max Kühne, von dessen Bauten einige als Themengeber für Geocaches in und rund um Dresden dien(t)en). Die zwei an der nächsten Station N 51° 02.(A-D)EG E 13° 49.BJH befindlichen Plastiken wurden sogar von den dort bestattetem Künstlerbruderpaar Schwarz gestaltet, unterscheiden sich in ihrer Form und Themenwahl aber doch sehr. Für O = bitte die Knöpfe an der Jacke (auch die leicht verdeckten) zählen.
Wie schon in der Einleitung erwähnt, verändert der Friedhof immer wieder sein Gesicht. Viele alte und aufwändige Grabstätten verfallen und/oder werden aufgegeben, oder Diebe rauben Gedenktafeln, Reliefs oder ganze Statuen. Die Friedhofsleitung kennzeichnet dies mit großen Schildern. Oder neue kommen hinzu, wie das - unbestätigten Angaben zufolge - "Scheingrab" des ehemaligen Ministerpräsidenten Sachsens, Kurt Biedenkopf. Die Grabplatte in Form eines aufgeschlagenden Buches auf einer Säule steht auf einer Freifläche zwischen der letzten und der nächsten Station, die sich bei N 51° 02.(K-I+B)(M-N)J E13° 49.(G-I)(H-O)E befindet. Dort stehen wir vor einer alten, sehr gut gepflegten Grabstätte, die von einem Engel bewacht und durch reich verzierte Ketten umzäunt wird. Schaut Euch das Blumenbukett der mittleren Kette genau an und notiert ALLE Blüten als P.
Danach kommt ihr bei N 51° 02.L+(E*M)+N+I E 13° 49.C(P*H+D) zu einem weiteren Mahnmal. Gesucht wird der Tag Q=, an dem dieses historische Ereignis geschah. Aber DAS Ereignis in Dresdens Historie ist Thema der letzten Station bei N 51° 02.(2*L+Q-H) E 13 4K.L*D+M*D+O. Um R, S und T zu bestimmen, begebt Euch bitte respektvoll auf das Areal. Am Brunnen gibt es den passenden Spruch für die Art und Weise, wie die Toten umgekommen sind, und notiert Euch den entsprechenen Psalm R.S (jeweils zweistellig). Stellvertretend für T Tote steht jeweils ein kleines Kreuz auf dem Platz. Die dazu benötigen Information findet ihr am großen Kreuz am Rande des Areals (auf der Infotafel ist eine für die Berechnung "falsche" Zahl angegeben).
Hier endet unser Rundgang und ihr könnt jetzt die Koordinaten des Finals ausrechnen. Ich hoffe, Euch hat der Rundgang über den Friedhof gefallen. Und Ihr seid nicht nur wegen dem mageren Statistikpunkt hier gewesen…
UBIQUE
Finale: N 51° 02.L+K-M+N*E+R+S E 013° 4K.T*J-(2*P)-(Q*C)