"Jetzt hör doch endlich mal mit der Qualmerei auf" :
Der genervte Ton von Angelika war nicht zu überhören.
"Und überhaupt, so richtig viel gebracht hat der Schatz vom "Mord am alten Hafen" dann doch nicht."
" Ja aber schön wars, schönes Rätsel, schöne Gegend und so weiter, was wünscht man sich als Cacher eigentlich mehr?"
Man saß also im "Pirat" zusammen und diskutierte die letzten Erlebnisse: Angelika, Brom und Porki.
"Wißt Ihr überhaupt, daß ich eigentlich UrUrUr-Enkelin des Hafenmeisters bin? Meine Großmutter hat mir einiges davon erzählt: Der pfeifenrauchende Trottel mit Hund, der den meisten Matrosen hier im Weg stand, der es gerade noch schaffte, ein paar Mädels und Schaulustige im Zaum zu halten, aber ansonsten sich von allen auf der Nase rumtanzen ließ... also eigentlich gabs keine perfektere Tarnung für seine eigentliche Tätigkeit..."
"Was für eine Tarnung-was für eine Tätigkeit?"
"Naja, der Hafenmeister war ja verantwortlich für die ganzen Waren, das Ausladen und so weiter- und da blieb natürlich einiges hängen. Ob für Geld am Zoll vorbei geschafft oder ganz einfach geklaut, jede Nacht wurden Waren von ziemlichem Wert über Bord ins Ruderboot geladen, durch die Altrheinarme weiter und zum Schluß dann per Karren oder Tragen zum "Heimlichen Hafen" geschafft, dort auf wartende Schiffe verladen und rheinabwärts oder in die Pfalz und ins Elsaß geliefert. Der Hafenmeister und seine Helfer, der rote Uri und die Pfalz-Grete müssen da über die Jahre gewaltige Summen kassiert haben. Heimlich haben die ja auch halb Schröck aufgekauft. In ihrem Versteck müssen unermeßliche Schätze und auch die Besitzurkunden sämtlicher Grundstücke zu finden sein--wahrscheinlich würde mir das halbe Dorf einschließlich dem "Pirat" gehören, wenn--ja,wenn er nicht immer geraucht hätte..."
Porki: "Ja wenn ich nicht rauchen würde, würde mir auch so manches mehr gehören..."
"Idiot!" Angelika war sichtlich verärgert.
"Ne, jetzt mal im Ernst: beim letzten Transport- es waren wohl 3 Tragen voll gefüllt mit Schießpulver, muß wohl ein Funke von der Pfeife auf die nicht ganz richtig verpackte Ladung gefallen sein, und ... Kawummm...allles flog kurz vorm "Heimlichen Hafen" in die Luft....der Hafenmeister, der rote Uri, die Grete, ... und der Hund, in dessen Halsband die genauen Koordinaten des Schatzes eingraviert waren.
WEGEN DER KONTINENTALDRIFT MUSS MAN ABER VON DEN OSTKOORDINATEN 0.082 ABZIEHEN
Den Krater kann man heute noch sehen, aber schon damals fanden die herbeigelaufenen Leute keine andern Spuren mehr."
"Und wie kommt man an den Krater ? "
"Über die Brücke mit den Rollen geht man in Richtung 210 ° ( die Schilder am Baum zeigen einem, daß man vom Thema her richtig ist) und kommt bald an den großen, alten Ginkgo-Baum, unter dem sie sich immer getroffen haben, nahe der alten Anlegestelle. Am "Gürtel" des alten Lagerschuppens sind immer noch die Minutenzahlen der Koordinaten angebracht:
N 49° 05,XXX und E 008° 21,YYY
das weiß hier jeder. Was aber nicht jeder weiß: die Zahlen sind verdreht! Nord für Ost und Ost für Nord!
"Da müßte man doch mal nachsehen!" sagte Brom.
"Ach was, wenn die damals nichts gefunden haben, werden wir jetzt Generationen später glücklicher sein ? Und überhaupt ist das die hinterletzte Gegend, viel schöne Natur(auf dem Damm sieht man mehr), aber viel Gestrüpp, der reine Urwald, bei Überschwemmung kommt man kaum hin...und mehr als das halbe Jahr hats furchtbar viele Schnaken. Ne, laß uns lieber noch ein Bier trinken..." :
Porki mal wieder, der Träge.
"Allah guud, drinke mer oiner" sagte Angelika. "Aber hört wenigstens mit dem Qualmen auf!"
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Ihr seid unternehmungslustiger als unsere drei "Helden"? Also los!
Parken könnt Ihr zum Beispiel bei N 49° 06.123 E 008° 22.835 , die Brücke mit den Rollen (bei 49° 6.149 E 008°22.186) ist mittlerweile hoffentlich repariert :-)) Unterwegs (Hin- oder Rückweg) könnt Ihr noch GC1K0YZ visit link mitnehmen. Porkis Bedenken wegen der Strecke sind teilweise berechtigt, Ihr müsst aber nie ein Wasser durchqueren, es gibt immer einen Weg.
Bei extremer Überschwemmung ist der Cache nicht machbar, ( Pegel Maxau ca. ab 6 Meter Wasserstand ), der Rhein war aber die letzten Jahre selten so hoch. Schnaken -und Zecken- hats im Sommer jede Menge.
Falls es der Wasserstand erlaubt, könnt Ihr natürlich vom Krater direkt zum Final, schöner ist, erstmal vor zu heimlichen Hafen. Ab da könnt Ihr Euch dann entscheiden, ob ihr einfach am Damm wieder zurückläuft oder einen der landschaftlich interessanteren Weg zum Final einschlagt:
Zur Wegkreuzung (N 49° 05.273 E 008° 21.500) und dann den Amazonas-Koordinaten folgen.
ACHTUNG: Ab hier ist Abenteuer. Der Weg ist zwar eingezeichnet, wird wohl ab und an freigeschnitten, ist aber wegen Bewuchses und Steinen nicht ganz einfach zu erkennen und zu laufen (die Amazonaskoordinaten helfen) und führt auch nicht DIREKT zum Finale, sondern zu dessen Trailhead. Dafür wird man je nach Tages- und Jahreszeit mit der Chance belohnt, evtl. Reiher, Schwarzspecht oder ähnliche Tiere zu Gesicht zu bekommen.
Vom Final gehts dann nach Westen zum Damm und dann den bekannten Weg zurück. Wenn Ihr wieder zurück seid, habt Ihr eine Wanderung von ca. 8-10 km hinter Euch. Leider ist der "Pirat" gerade auf Dienstreise - aber in der Umgebung gibts noch andere Kneipen zur Erfrischung.
ACHTUNG: BITTE HINT BENUTZEN. WENN ES DER WASSERSTAND ODER BEWUCHS NICHT ERLAUBT, DAS FINAL VON UNTEN ANZUGEHEN, DANN ZWISCHEN DEN 2 BAUMSTÜMPFEN DURCH - NICHT DIREKT VOM WEG ANLAUFEN.
Sollte wegen Anglers kein unbeobachtetes Loggen möglich sein, gebe ich den Fund auch so frei - besser, als wenn die Dose wieder verschwindet. Die Stelle ists wert.
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