Die drei Lämmchen
Norwegisches Volksmärchen
Eine Schafmutter hatte drei Lämmchen. Die waren
niedlich anzusehen. Jeden Morgen rief die Mutter: „Bä, bä,
bääh, jetzt gehen wir in den Klee!“ Dann sprangen die Lämmchen
mit ihr auf das Feld hinaus und fraßen sich satt.
Eines Tages sagte die Schafmutter: „Heute kann ich nicht mit
euch auf das Kleefeld gehen. Ich muss den Vater besuchen. Bleibt
hübsch artig im Stall, bis ich wiederkomme.“ Die Schäfchen
versprachen es und die Mutter ging fort.
Kaum hatte sie den Hof verlassen, als der Bär aus dem Wald
kam und an der Stalltüre klopfte. „Lämmchen, Lämmchen, kommt
heraus, wir gehen aufs Feld!“ brummte er laut. Die Schäfchen aber
merkten, dass es eine fremde, tiefe Stimme war und
antworteten: „Nein, nein, du bist nicht unsere Mutter, wir
bleiben zu Hause im Stall.“ Der Bär ärgerte sich, weil die
Schäfchen so klug waren und tappte fort.
Da kam der Wolf. Er putzte sich die Pfoten und die Schnauze,
setzte sich auf die Hinterbeine und sang: „Lämmlein,
Lämmlein, kommt heraus, wir gehen aufs Feld. Ich bin eure
Mutter!“ Aber die Lämmchen erkannten die Stimme des Wolfes und
riefen: „Nein, nein, du bist nicht unsre Mutter! Wir bleiben
zu Hause.“ So musste auch der Wolf ohne Beute abziehen.
Nun kam der Fuchs. Er rief mit freundlicher Stimme:
„Lämmchen, Lämmchen, kommt heraus! Ich bin euer Vater und
führe euch auf die Wiese. Die Mutter ist auch dort.“ Die Lämmchen
wussten nicht was sie tun sollten. Sie hatten den Vater noch nie
gesehen und seine Stimme nie gehört. So sagte das größte:
„Wie rufst du uns aus dem Stall heraus?“ „Dil-dal-haloni!
Dil-dal-haloni!“ sang der Fuchs mit hoher Stimme.
„Dil-dal-haloni!“ Das gefiel den Lämmchen. Sie öffneten die
Tür und sprangen heraus.
Aber – oh Schreck! Da war nicht der Vater, sondern der Fuchs. Er
zeigte die Zähne und sprang auf die drei Lämmchen los. Da
liefen sie um ihr Leben! Rund ums Haus herum, rund ums Haus herum.
Der Fuchs rannte hinterher. „Bä, bä, bääh!“ schrieben die
Lämmchen. „Hau, hau, hau!“ bellte der Fuchs. Hops, sprangen
sie hintereinander aufs Dach hinauf und auf der anderen Seite
hinunter – schon waren sie wieder im Stall verschwunden und
verschlossen die Tür. Der Fuchs suchte auf dem Dach nach den
Lämmchen. Aber sie waren nicht dort! Da suchte er sie im
Schornstein, kroch hinein und plumpste hinab auf den heißen Ofen.
Oh, wie brannte ihm die Schnauze! Entsetzt rannte er zur offenen
Tür hinaus. Da saß die Bauersfrau auf der Bank und rührte
Butter im Fass. Als sie den Fuchs sah, warf sie ihm wütend den
Butterkübel nach. Dabei blieb ein Klumpen Rahm an seinem
Schwanz hängen und der Kübel fiel ihm hart auf die Pfoten. Endlich
erreichte er den Wald. Drei Tage lang hinkte er auf drei
Beinen und fressen konnte er auch nichts, weil seine Schnauze
verbrannt war. Seitdem hat der Fuchs eine weiße
Schwanzspitze. Das machte der Rahm.
Als die Schafmutter heimkehrte, rief sie: „Bä, bä, bääh,
jetzt gehen wir in den Klee!“ Das war nun wirklich die Mutter!
„Dil-dal-haloni!“, sangen die drei Lämmchen und erzählten
ihre Abenteuer mit dem Bären, dem Wolf und dem
Fuchs. Dann fraßen sie den guten Klee und spielten zusammen
bis zum Abend.
„Dil-dal-haloni!“ So singen noch heute die Hirten in
Norwegen, wenn sie ihre Schafe locken.
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