Es führen viele Wege auf den Schlossberg, sehr einfach geht es von
Madetswil her. Parke am einfachsten auf dem grossen Parkplatz beim
Rest. Schlossberg oder in der Feldweg-Gabelung bei
N47 24.385 E8 48.020. Von hier führt der
Wanderweg rauf zum Schlossberg. Ein kleiner Abstecher über
N47 24.385 E8 48.020 führt dich zu einem
romantischen Plätzchen mit Wasserad mitten im Wald.
Bei der Burgstelle sind nur noch die beiden Burghügel und der
Burggraben sichtbar. Man findet noch viele einzelne Mauersteine,
aber keine ganzen Mauerreste mehr. Trotzdem sehenswert und ein
idealer Spielplatz.
Ich wünsche Euch viel Spass auf der kleinen Wanderung. Und
stampft kräftig mit den Füssen, vielleicht findet ihr die geraubten
Schätze...
Die Sage vom letzten Raubritter von
Gündisau
Unweit vom Weiler Steinland in der Gemeinde Wildberg erhebt sich
ein bewaldeter Hügel, der heute noch der Schlosshügel genannt wird.
In seiner Nähe rauscht der Steinlandgiessen, einer der höchsten
Wasserfälle des Kantons. Auf jenem Hügel stand einst eine Burg,
aber heute sind davon nicht einmal mehr Trümmer vorhanden. Wenn man
aber auf dem Platze mit den Füssen stark aufstampft, hört man ein
dumpfes unterirdisches Dröhnen. Es soll daselbst ein unterirdisches
Gewölbe geben, in welchem der letzte Besitzer der Burg seine
geraubten Schätze hütet. Im nämlichen Jahre, da König Rudolf von
Habsburg strenges Gericht hielt über den Rauhadel in den deutschen
Landen, ereilte auch den letzten Ritter von Gündisau der verdiente
Lohn. Diethelm von Griessenberg (zu Gündisau), ein starker und
gewalttätiger Raubritter, war in der zweiten Hälfte des 13.
Jahrhunderts der Schrecken der Umgebung. Mit den benachbarten
Freiherren von Wildberg und Schalchen, die friedlicheren Sinnes
waren als er, stand er auf gespanntem Fusse. Er hütete sich aber
wohl, mit ihnen anzubinden, um sie nicht zu Verbündeten seiner
schwer geplagten Bauern zu machen.
Doch wie er auch seine Untertanen aussog, konnte er mit seinen
Zins- und Steuereinnahmen nicht das Schwelgerleben führen, in
welches er sich eingelassen. Er wurde zum Buschklepper, vor dessen
Klauen nichts sicher war.
Unweit Steinland, am Steingiessen, wohnte der arme Bauer Meinrad
Bünzli mit seiner Familie. Zu diesen Leuten flüchtete sich im
Sommer 1291 die jüngste Schwester Meinrads, deren Eltern bei
Turbenthal wohnten. Sie war eine eben erblühte Jungfrau und hiess
lda. Weil der Freiherr von Breitenlandenberg ihr nachstellte,
wollte sie sich vor seinen Zugriffen bei ihrem Bruder verstecken.
Aber sie lief vom Regen in die Traufe.
Nach wenigen Tagen hatte sie Diethelm bereits aufgespürt. Er trat
in Meinrads Hütte und holte sich das wehrlose Mädchen unter
höhnischem Gelächter. Doch da schwoll Meinrads Zorn. Er holte den
Räuber ein, und es entspann sich ein Handgemenge, wahrend dessen
lda entfloh. Der Ritter, ihr nachstürmend, konnte nur noch
zuschauen, wie sich das Kind über den Giessen hinunterstürzte. Wild
fluchend wollte er schon seine Wut an Meinrad kühlen. Doch ehe er
sich‘s versah, stiess ihn dieser in die Tiefe, in das höllische
Brautbett.
Meinrad stieg darauf in die Schlucht hinunter, um nach seiner
Schwester zu schauen. Doch gab es nichts mehr zu retten; sie hatte
ihr junges Leben ausgehaucht. Nicht weit davon Nagelfluh Felsen
beim Giessen lag Ritter Diethelm mit zerschmetterten Gliedern, noch
lebend. In blinder Rache zog Meinrad ihm das Schwert aus der
Scheide und brachte ihn mit seiner eigenen Waffe um. Dann trug er
seine Schwester heim.
Am selben Tag machte sich Meinrad auf den Weg nach dem Bruggetwald,
wo er den Bruder Josef in seiner Einsiedelei aufsuchte. Dieser riet
ihm, die Lage auszunützen, das Raubnest auszunehmen und ihm den
roten Hahn aufzusetzen, jedoch ohne Blutvergiessen. Mit diesem Rat
begab er sich eiligst auf den Heimweg. Als er das Dörfchen Gündisau
erreichte, trat er bei Lorenz Gubler, einem riesenhaften Kriegsmann
ein. Dem erzählte er alles. Dieser zeigte grosse Lust, das
Lumpengesindel in der Burg mit dem Strick zu erhöhen. Er wollte
aber den Tod des Ritters er nicht recht glauben, da er ihn hieb-
und stich fest wusste, denn es war bekannt, dass Diethelm hierfür
eine höllische Salbe besass. Aber Meinrad konnte ihm glaubhaft
machen, dass der Bösewicht unten im Tobel zerschmettert liege. Drum
hielten sie Rat, wie sie den Rest erledigen wollten.Mit Leuten aus
Schalchen, die sich eilig mit Sensen, Spiessen und den nächst
liegenden Waffen einfanden und unter Zuzug der Männer von Gündisau
umstellten Gubler und Bünzli das Eulennest. Unterdessen war man auf
der Burg rätig geworden, den langausbleibenden Herrn zu suchen. Als
sich die Brücke gesenkt hatte und die Besatzung unter Fackelschein
die Feste verliess, überrumpelten die Bauern sie und zündeten das
Raubnest an.
Der Ritter wurde in der Nähe der Trümmer bestattet. Da er ohne
Leibeserben gestorben war, wurde die Burg nicht mehr aufgebaut. Im
unterirdischen Gewölbe muss aber Diethelm seine Schätze
hüten.
Der Erzähler schliesst die Geschichte mit dem Vers:
In das düstere Gewölbe bannt ihn das Verdammungspein,
Und kein süsser Mondschein strahlet in die graue Nacht
hinein,
Wo der letzte Raubgenoss haust vom Gündisauer Schloss !