Der Winter ist vorüber und langsam werden die Tage länger. Die
ersten Blüten zeigen sich auf der Lichtung, an der Willi den kalten
und rauen Winter verbracht hat. Willi genießt wieder die Abende an
seinem Lagerfeuer und wartet dort auf Cacher, die den Zugang zu dem
Schatz haben wollen, den er im Namen der Urfelder bewachen soll.
An einem besonders schönen Abend ist der Urfelder noch einmal zu
Willi gegangen, um ihm eine Kanne Met zu bringen. Der Urfelder
genießt die ruhige Zeit, die er hier am Lagerfeuer verbringen kann.
Die beiden sitzen gemeinsam noch lange am Feuer und erzählen sich
Geschichten aus fernen Ländern und von fremden Völkern. Willi hat
schon viel im Leben gesehen und ist schon weit herumgekommen. Den
meisten ist der riesige Willi unheimlich und er kann auch
gefährlich werden, wenn man nicht vorsichtig ist und nicht mit ihm
umzugehen weiß.
Gerade holt Willi noch einen Kanten Brot hervor und die Beiden
erinnern sich an die Zeit, als sie sich kennen gelernt haben. Das
ist schon so lange her, viele Winter sind vergangen seither. Ein
raues Lachen dröhnt über die Lichtung, ein Reh aus der Nähe wird
aufgeschreckt und man sieht von weitem noch die Konturen der zwei
ungleichen Gestalten.
„Hast Du ihn noch ?“, fragt der eine.
„Immer bei mir!“, antwortet der andere.
„Weißt Du noch, wie lange wir für die Lösung gebraucht haben? Viele
Monde sind vergangen, bis wir die Kiste endlich in der Hand halten
konnten.“
Der Urfelder und Willi blicken sich noch einmal um, um sicher zu
gehen, dass sie auch von niemandem belauscht oder beobachtet
werden. Der Urfelder öffnet seinen Umhang und greift in sein Wams.
Zum Vorschein kommt eine merkwürdig aussehendes Blatt Papier. Mit
Sorgfalt sind hier Zahlen aufgeschrieben worden. Aber auch nur
Zahlen und kein einziger weiterer
Hinweis.
Vor langer Zeit, als Willi
und der Urfelder noch jung und unerfahren waren, haben sie sich auf
einer Reise in das gelobte Land kennen gelernt. Willi war als
Kreuzritter in die unbekannten Länder gefahren. Nach Jahren des
Krieges war er des Blutvergießens überdrüssig und er sehnte sich
nach Ruhe und Frieden.
In einem
griechischen Gasthof traf er auf den Urfelder, der ausgezogen war,
um sein Glück zu suchen und nun – genau wie er – auf eine Überfahrt
nach Venedig wartete. Beide konnten noch am nächsten Morgen auf dem
gleichen Schiff auslaufen. Obwohl das Schiff und die Mannschaft
alles andere als vertrauenswürdig aussahen, war der Wunsch nach
heimatlichem Boden stärker. Während der Überfahrt kam ein schweres
Unwetter auf und das Schiff kenterte. Der Urfelder und Willi
konnten sich retten und mit ihnen noch ein Passagier, ein Händler,
der ebenfalls auf der Heimreise war. Das Glück war dem Fremden
leider nicht hold. Er starb in den Armen der Beiden, weit entfernt
von seiner Heimat. Vorher gab er den beiden noch etwas: eben jenen
Zettel! Er hatte ihn beim Glücksspiel gewonnen – ob ehrlich oder
durch Falschspiel ließ sich nicht mehr herausfinden – und gab ihn
den Beiden, die ihm in seiner letzten Stunde beistanden, mit dem
Hinweis, dass dies der Schlüssel zu einem Schatz sein
solle.
Sie beerdigten den
fremden Händler an einem einsamen Strand an der italienischen
Küste. Sie beschlossen zusammen zu bleiben und kehrten gemeinsam in
die Heimat des Urfelders zurück. Es war eine beschwerliche Reise,
die sie über die Alpen bis zu dem kleinen Nest am Ufer des Rheins
führte. Der Urfelder nahm Willi in seine Dienste und so vergingen
die Jahre.
Doch der geheimnisvolle
Zettel blieb ihnen im Gedächtnis. Anfangs versuchten sie die Zahlen
zu entschlüsseln, doch jeder Versuch war zum Scheitern verurteilt.
Viele andere Abenteuer wurden bestanden und viele Schätze gefunden,
von denen einer immer noch von Willi bewacht wird. Die beiden
hörten auf nach „dem einen“ Schatz zu suchen und wurden
sesshaft.
Erst als der
Urfelder eine Maid aus dem Nachbarort freite, kam wieder Bewegung
in die Sache. Die Urfelderin hatte eine ganz neue Idee und alle
zusammen machten sie sich auf, um den lange gesuchten Schatz zu
finden. Es war zu aller Verwunderung eine kurze, aber gefährliche
Reise, in ein noch vollkommen unbekanntes Gebiet. Dort fanden Sie
den Schatz und freuten sich über den Inhalt der alten Kiste. Da sie
aber zu der Gilde der Schatzsucher gehörten, ließen sie die Kiste
vor Ort und legten ein Stück Papier und eine Feder zum Eintragen
hinein, damit auch andere Schatzsucher ihr Glück versuchen konnten.
Lange, lange ist das her und niemand anderem ist es bis jetzt
gelungen.
Nachdem sie wieder
in der Heimat waren, zeigten sie das Papier dem hier ansässigen
Gildemeister mit dem etwas seltsamen Namen Geoc Aching, damit auch
andere Schatzsucher hier ihr Glück versuchen konnten. Er ließ seine
Schreiber den Zettel abschreiben und an den – nur den
Gildemitgliedern bekannten – Orten veröffentlichen, auf dass sie
kommen und finden würden.
Das Feuer ist schon fast heruntergebrannt und der Urfelder
verabschiedet sich von Willi. Spät ist es geworden und der Heimweg
ist lang. Noch ganz in seine Erinnerungen vertieft, verließ der
Urfelder die Lichtung und ging nach Hause, wo seine Frau schon auf
ihn wartete, während die Kinder schon selig in ihren Betten lagen.
Ja, die Tage der großen Abenteuer waren vorüber, aber es gibt immer
noch die schönen Abende, an denen er bei Willi am Feuer sitzt und
sie in alten Erinnerungen schwelgen.
Das Vermächtnis des Händlers könnt ihr euch
hier anschauen. Viel Erfolg !!!
Update 26.4.09: Ihr erhaltet als Lösung vollständige
Koordinaten. Auf Wunsch der Urfelderin haben wir jetzt noch einen
Geochecker eingebaut, obwohl das Ergebnis eigentlich eindeutig
sein müsste.