Klavierfabrik Pattart

Es wird einigen nicht bekannt sein, dass sich hinter der Fassade des Hauses ein Stück österreichischer Musikgeschichte verbirgt. Es handelt sich um die ehemalige Pattartsche Klavierfabrik.
Der Gründer, Alois Pattart, erwarb 1892 das Areal und ließ vom Stadtbaumeister Josef Schneider ein Fabrik- und ein Wohngebäude errichten. Pattart betrieb schon seit 1869 eine Klavierfabrik in Wien-Margareten. Innerhalb der ersten 25 Jahre wurden über 10.000 Pianinos und Stutzflügel erzeugt.
Ein Grund für die Qualität und der Beliebtheit der Klanginstrumente war der Einsatz einer besonderen Technik des Augsburger Klavierbauers Johann Stein, die in Wien weiterentwickelt wurde und heute noch unter dem Namen "Wiener Mechanik" bekannt ist. Die "Wiener Mechanik" erlaubt eine dynamische Spielweise von höchster Virtuosität. Der geschäftliche Erfolg veranlasste Pattart im Jahre 1892 ein Areal neben der Südbahn zu erwerben. Der Stadtbaumeister Josef Schneider erhielt den Auftrag zum Bau eines Wohn- und Fabrikgebäudes. Anlässlich des 25-Jahre Jubiläums wurde 1894 der Fabrikbau um einen "Claviersalon" erweitert, der als Konzertsaal und als Ausstellungssaal für 150 Klaviere diente. Nach dem Tod des Gründers übernahm der Schwiegersohn Edmund Luner das Unternehmen.
1901 wurde unter seiner Führung die Betriebsanlage nochmals erweitert. Während den Kriegsjahren 1914-18 stand die Produktion still und wurde erst 1918 im kleinerem Umfang wieder aufgenommen. 1952 kam das endgültige Aus und die Produktion wurde stillgelegt.

Postkarte der Clavier-Fabrik aus dem Jahr 1901. (Quelle:http://www.atzgersdorf.at/)
Heute sind die Gebäude als Büros bzw. Lagerräume vermietet. Dem Engagement und finanziellen Einsatz der heutigen Besitzer ist es zu verdanken, dass dieses Zeichen Wiener Musikgeschichte bis heute erhalten geblieben ist.
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