Wir wussten nicht was uns erwarten würde. Klar war nur, wir müssen die Flaschenpost finden, egal wie lange es dauern wird. Ohne zu zögern trafen wir die notwendigen Vorbereitungen und stachen um 7 Uhr morgens in Lissabon in See. Das Meer war ruhig und nur ein paar Möwen die nach Futter bettelten kamen zum Abschied. Unser erstes Ziel war Southampton, hier sollten noch ein paar besonders mutige Matrosen zusteigen. Wir sammelten hier noch ein wenig Kraft für unsere lange Reise und verweilten ein paar Stunden. Als wir wieder in See stachen zeigte die Uhr bereits 21 Uhr an, höchste Zeit die Fahrt über den großen Teich zu starten. Die ersten Informationen hatten wir ja bereits in der Tasche.
Da die See wieder ruhig war kamen wir in der geplanten Zeit in New York an. Bestes Wetter erwartete uns hier. Einer der Leichtmatrosen schien seinen Job nicht ganz ernst zu nehmen. Um 10 Uhr musste man ihn förmlich aus dem Bett ziehen, obwohl eigentlich für 6 Uhr täglich das Frühstück angesetzt war. Wenn man ihn hätte weiterschlafen lassen hätte er wohl um 12 noch das Mittagessen verpasst. Nach einem schönen Landgang in New York und einigen Informationen mehr die uns der Flaschenpost näher bringen sollten gingen wir wieder an Deck.
Wir schipperten an Florida vorbei und machten Halt in Aruba. Die Hitze machte uns hier sehr zu schaffen. Weit über 30°C und selbst das Wasser war nicht wirklich kälter. Wir nahmen uns vor hier schon früher abzureisen als geplant und passierten schon um 1 Uhr am nächsten Tag den Panamakanal.
An der Westküste entlang sollte unser nächstes Ziel Los Angeles sein. Die Tage auf dem Schiff bis dorthin verliefen ruhig. Der Schiffsjunge schaffte es mittlerweile schon um 8 Uhr aus den Federn zu kriechen und wir arbeiteten daran das er es bald pünktlich zum Frühstück schaffen würde. An sich war er ein fleißiges Bürschchen, sonst hätten wir ihn noch in den USA von Bord geschmissen. So drückten wir ein Auge zu. Kurz vor LA nahm der Seegang gewaltig zu. Wir waren sehr froh als wir heil in den Hafen einliefen. Alle waren aber wohl auf und auch das Schiff hatte keine schlimmen Schäden abbekommen.
So konnten wir nach getaner Arbeit gemütlich Hawaii ansteuern. Hier war natürlich erst einmal Strand angesagt. Das hatten sich auch alle verdient. Natürlich durften wir aber auch unser Ziel, alle Infos für die Flaschenpost zu finden, nicht aus den Augen verlieren. Frisch aufgetankt durch die tolle Insel ging die Reise weiter nach Sydney, die Infos waren hier sehr spärlich so dass wir gleich weiter nach Hongkong steuerten. Hier gab es Frühstück das nicht nach jedermanns Geschmack war. Wer kann schon um 5 Uhr am frühen Morgen irgendwelche frittierten Käfer verspeisen? Die, die bis hierhin noch nicht Seekrank waren wurde spätestens hier auch übel. So gingen wir mit einer weiteren Info und einem knurrenden Magen wieder an Bord und machten uns auf den Weg nach Dubai.
Die Gesellschaft, die uns hier erwartete, lauter neureiche und welche die es gerne wären, ließ uns hier schnell wieder das Weite suchen. Der Weg war ja noch weit zu unserem nächsten Ziel. Kapstadt war nicht gerade ein Katzensprung.
Als wir schon ein ganzes Stück der Strecke hinter uns hatten kam ein schwerer Sturm auf. Wir hatten schwer zu kämpfen das Schiff auf Kurs zu halten. Um 2 Uhr nachts waren wir kurz davor den Notruf auszusenden. Was dann aber zum Glück doch nicht notwendig war. Nun war es schon abzusehen dass wir bald wieder in die Heimat kamen. In Kapstadt gab uns ein weiser Mann noch ein wichtiges Blatt Papier, er meinte die Flasche ließe sich keinesfalls ohne dieses Blatt öffnen! Da diese mit einem Fluch belastet sein soll, sollte dieser Talisman auf jeden Fall bei der Bergung der Flasche dabei sein. Wir nahmen das Blatt in unsere Obhut und seinen Rat nahmen wir uns zu Herzen. Weiter ging’s.
Noch einmal über den großen Teich nach Rio, wo wir um 11 Uhr einen Termin mit einem Mittelsmann hatten und dann konnten wir die Heimreise antreten. Die Rückreise war wunderbar. Da nur noch 2 Informationen fehlten waren alle guter Dinge. Die See war uns wohl gestimmt. Keine Seeungeheuer waren in Sicht uns so konnten wir eine Woche später in den Heimathafen einlaufen. Aus der geplanten Ankunft um 15 Uhr wurde dann durch einen Delfinschwarm neben dem Boot doch 16 Uhr, was wir aber gerne in Kauf nahmen. Mit allen Infos liefen wir dann in den Hafen ein. Eine perfekte Uhrzeit, um erst mal einen Kaffee zu trinken.
GESCHAFFT, jetzt wissen wir wo die Flaschenpost liegt und machen uns sofort auf die Socken, denn laut Karte gibt es an dieser Stelle schon lange kein Meer mehr…. ;)