Seit zwei Jahren ist meine Arbeit in Aalen. Meine Familie lebt dagegen in Gmünd. Und dazwischen ich, aber ganz cool. Vollbremskombination aus Ampel oder Einfädeln oder beides auf einmal. Geht nur mit Tricks. Eben noch kurz auf die B 19. Schon vielversprechend lebhaft. Hinter der Aalener Brezel geht es richtig los. Stau auf der B 29 bis Essingen. Danach entspannt es sich auch nur deshalb, weil enge Baustellen mit rüden Geschwindigkeitsbegrenzungen zum gleichmässigen Rollen zwingen. Es wird links überholt, es wird rechts überholt. Es wird gar nichts mehr, alles steht und macht lange Gesichter. Ich dagegen wechsle die Cassette. Es geht weiter. Vor und hinter mir hektische Spurenwechsel. So zieht sich das Stück B 29 bis zum Abzweig Böbingen. Der erhofften Entspannung folgt zuverlässig der Vollfrust. Die B 29 bis Gmünd ist genauso voll wie Mögglingen zur Rush-hour. Im Tunnel ist dann endgültig Schluss mit lustig. Alles dümpelt auf der Überholspur. Natürlich mit 60. Rechts geht es schneller, irrerweise wegen der Lkws. Die wollen nämlich alle noch vor zehn zu Hause sein. Ellwanger Berge. Tanken, weil kleiner Tank. Nach Westhausen wird die Autobahn dreispurig. Klasse! Alles stürmt nach links, auch ein Kadett City mit Nördlinger Kennzeichen. Bleibt hartnäckig. Blinker bringt auch nichts. Lichthupe ebenfalls zwecklos. Muss rechts vorbei. Ein Mittelscheitel macht den Breiten.
Der Verkehr verzieht sich. Nach Ebnat gehe ich vom Gas nicht mehr runter. Den Abzweig Elchingen mal wieder viel zu schnell genommen. Der Rest geht schnell. Entscheide mich natürlich wie immer für die linke Röhre, um dann nach Tunnelende dramatisch blitzartig vier Spuren nach rechts in die Ausfahrt hineinzubremsen. Das einzige, was auf der Roschmannkreuzung wieder aufhält, ist eine kuriose Ampelschaltung. Am Theater an der Aal links, auf dem Ring einmal rundrum bis zum Torplatz, dahinter noch mal links, zum Stadtgarten rüber. Ich bin da. Wieder zu spät. Alles schläft schon. Samstag. Sonntag. Deutschland guckt Tagesschau. Ich gucke in den linken Aussenspiegel. Dann drei Spuren rüber wieder in die linke Röhre. Diesmal doppelt so schnell durch den Tunnel wie auf dem Hinweg. Bleibe auf der linken Spur bis zum Abzweig Richtung Ramsenstrut. Der ist einspurig, deshalb gibt es das beliebte Abbiegen-im-letzten-Moment-Spiel. Weil offensichtlich die Geschwindigkeitsbegrenzung vergessen wurde, bin ich drei Minuten später schon auf der Nürnberger Autobahn. Die Überholspur ist frei. Ein Fünfer will es wissen. Muss ein i sein, er lässt sich nicht abschütteln. Wie immer auf dem Rückweg säuft der Wagen wie ein Loch. An der Raststätte Schwabach bin ich fällig. Brauche auch noch was Süsses. Dann leiste ich mir mal wieder den höllisch teuren Trinkjoghurt in der ekligen Plastikflasche. Pinkeln kann entfallen. Superkurzer Tankstopp. Der Verkehr nimmt zu, die Tempo-100-Schilder nehmen auch zu. Der Liter von dem süssen Zeug ist weg, bevor ich am Sixenhof bin. Vor dem Beifahrersitz sammelt sich der Müll. Endlich sind die Laster da. Dann regnet es auch noch. Wie immer warte ich auf das kurze Steigungsstück, um mich an die Spitze der Schlange zu setzen.